Verbraucherzentrale warnt vor Streaming-Abofallen

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Video-on-Demand- und Streaming-Dienste werden immer beliebter. Amazon Prime Video und Netflix haben besonders bei der jungen Generation mittlerweile das klassische Fernsehen verdrängt. Mit der Beliebtheit der neuen Serien- und Film-Plattformen machen sich jedoch auch unseriöse Anbieter und Abzocker breit.
Frau wartet auf ihren Flug und schaut Netflix auf ihrem Smartphone
Bildquelle: Netflix

Achtung Abofalle: Die Verbraucherzentrale Brandenburg warnt in einer Pressemitteilung vor unseriösen Anbietern von Streaming-Diensten. Seiten wie „guckflix.de“, „streamaso.de“ und „streamdas.der“ werben damit, dass Nutzer nach einer Registrierung fünf Tage kostenlos Videos streamen können. Dabei handelt es sich jedoch um Abzocke. „Tatsächlich funktionieren die Videos dann häufig nicht und die Verbraucher erhalten teure Rechnungen oder sogar Inkasso-Forderungen“, berichtet die Verbraucherzentrale in ihrem Schreiben.

Insgesamt habe man mittlerweile 200 nahezu identische, unseriöse Streaming-Anbieter an die Behörden gemeldet. Jedoch fallen immer wieder Nutzer dem Betrug zum Opfer. Dabei registrieren sich die Betroffenen auf den jeweiligen Portalen für den kostenlosen Streaming-Zeitraum. Die Betreiber informieren jedoch nicht aktiv darüber, dass nach der Testphase ein kostenpflichtiges Jahresabo wartet. Es wird automatisch aktiviert und teilweise verlängert, teilweise endet es nach den zwölf Monaten aber auch.

Verbraucherzentrale: „Nutzer sollten nicht vorschnelle zahlen“

Die Verbraucher erhalten dann hohe Rechnungen, mit denen sie nicht rechnen. Die Jahresbeiträge lagen in unterschiedlichen Höhen: So wurden Beträge zwischen 144 Euro und 359 Euro verlangt. Einige Nutzer berichten laut der Verbraucherzentrale sogar, die Webseiten zwar besucht, aber keinerlei Daten eingegeben oder die Registrierung abgebrochen zu haben. Wenn Nutzer nicht bezahlen, erhalten sie außerdem Inkassoforderungen. In diesen kündigt man den Besuch eines Gerichtsvollziehers an. „In den Schreiben steht, dass ein Vollstreckungstitel beim zuständigen Amtsgericht erwirkt worden sei. Der Verbraucherzentrale Brandenburg ist aber kein Fall bekannt, in dem die Abzocker wirklich einen Titel erwirkt haben“.

Betroffenen Nutzern rät Michèle Scherer, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg: „Verbraucher, die solch eine Forderung erhalten, sollten sich davon nicht unter Druck setzten lassen und auf keinen Fall vorschnell bezahlen, sondern erst einmal vorsorglich widersprechen“. Wichtig sei es dabei, so wenig persönliche Daten preiszugeben wie möglich. Wer darüber hinaus möchte, kann auch die persönliche Beratung bei der Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen. Besonders perfide: Die Betrüger haben scheinbar fragwürdige Videos bei YouTube hochgeladen. In diesen wird die Forderung des Anbieters als rechtens dargestellt.

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