Verbraucherzentrale Sachsen verklagt Facebook: Datenschutz? Fehlanzeige!

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Die Verbraucherzentrale Sachsen ist des Öfteren in den Medien, da sie öffentlich Verbraucher vor Gefahren warnt. So auch im Falle von Facebook: Die Experten verklagen die Social-Media-Plattform. Der Grund: Das nicht-einhalten von Datenschutzregeln.
Facebook Zentrale Kalifornien
Bildquelle: Facebok

Dass Nutzerdaten bei Facebook nicht unbedingt sicher sind, dürfte jedem Mitglied spätestens seit des Cambridge-Analytica-Skandals bewusst sein. Langfristige Gedanken um den Datenschutz macht sich nun die Verbraucherzentrale Sachsen. Dem Verein zufolge soll Facebook trotz der neuen EU-Datenschutzverordnung, die seit Mai in Kraft ist, Nutzer nach wie vor hinsichtlich der Datenverarbeitung im Dunkeln lassen. Die Verbraucherzentrale Sachsen verklagt Facebook nun aufgrund dessen.

Die Forderung beläuft sich auf eine eindeutige und transparente Rechtsklarheit für den Nutzer. „Jeder Nutzer hat das Recht zu wissen, was mit seinen Daten passiert und wer dafür verantwortlich ist. Es kann nicht sein, dass sich Facebook seiner Verantwortung entzieht“, so Rechtsexperte Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Facebook kommt Mahnungen nicht nach

Schon im Juni warnte der Europäische Gerichtshof Facebook ab und entschied, dass die Profil-Inhaber gemeinsam mit Facebook dafür verantwortlich ist, dass die Datenschutzrichtlinien eingehalten werden. Facebook versprach zu diesem Zeitpunkt zwar, dem Entscheid nachzukommen. Nun teilten die Anwälte der Plattform jedoch, dass man auf Seiten Facebooks keine Verletzung des Datenschutzes erkennen könne. Die Klage soll Facebook zum Handeln zwingen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen rechnet in etwa einem Jahr mit einem ersten Urteil im anstehenden Prozess. Die letzte Instanz sowie eine gerichtliche Entscheidung wird voraussichtlich erst in knapp drei Jahren gefällt. Nutzer, die herausfinden möchten, welche ihrer Daten gespeichert und weiterarbeitet werden, können bis dahin einen Auskunftsanspruch erfragen.

Facebook weist Vorwurf zurück

Indes wehrt sich Facebook gegen die Vorwürfe der Verbraucherzentrale Sachsen. Wie eine Facebook-Sprecherin mitteilt, sei man tätig geworden und hätte sich um die Datenschutzbestimmungen gekümmert: „Nach dem Urteil des EuGH haben wir am 11. September 2018 eine Vereinbarung für Seitenbetreiber veröffentlicht, die das Urteil umsetzt und der Datenschutzgrundverordnung entspricht. Wir haben zudem ergänzende Informationen für Facebook-Nutzer veröffentlicht.”

Facebook Hackerangriff: Millionen Konten bestohlen

Zuletzt machte das soziale Netzwerk wegen einer massiven Sicherheitslücke von sich reden: So erbeuteten Hacker die Zugangsdaten von knapp 30 Millionen Nutzern. Der Angriff fand Ende September statt. Eine Sicherheitslücke in der „view as“-Funktion erlaubte Kriminellen den Zugang zu den Langzeitschlüsseln der Nutzer, den sogenannten „Token“. Darüber war es möglich, an die Zugangsdaten einiger User zu gelangen. Betroffene Nutzer wurden im Zuge des Hackerangriffs aus ihrem Facebook-Account ausgeloggt.

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