Unfassbar: Dieser E-Auto-Hersteller drosselt die Reichweite und will 4.500 Dollar, um sie wieder freizugeben

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Das E-Auto: Es soll die Klimakatastrophe abwenden und die Erde retten. Für Autobauer hingegen ist es ein Goldesel; nachdem der Verbrenner-Markt gesättigt war. Das folgende Beispiel zeigt, auf welche absurden Ideen so mancher Autobauer kommt, um Geld zu scheffeln.
Unfassbar: E-Auto-Hersteller drosselt Reichweite und will 4.500 Euro, um sie wieder freizugeben
Unfassbar: E-Auto-Hersteller drosselt Reichweite und will 4.500 Euro, um sie wieder freizugebenBildquelle: Sasan Hezarkhani / Unsplash

Vor Kurzem sorgte BMW für Aufsehen. So müssen einige Besitzer von Autos des bayrischen Herstellers nun für Funktionen zahlen, die bereits in ihren Fahrzeugen integriert sind. BMW-Fahrer, die im Winter die Sitzheizungs-Funktion nutzen möchten, sollen jetzt ein Abonnement in BMWs ConnectedDrive Store abschließen. Die Kosten dafür: 17 Euro pro Monat. Und wenn du denkst, dass dies bereits Abzocke ist, kennst du den folgenden E-Auto-Fall noch nicht.

Reichweite gekappt, E-Auto gedrosselt

Stell dir vor, du kaufst ein gebrauchtes, knapp zehn Jahre altes E-Auto, das eine Reichweite von 460 Kilometern hat. Anschließend drosselt der Hersteller die Batterie aus der Ferne, sodass du rund 130 Kilometer weniger weit kommst. Doch genau das ist jetzt im US-Bundesstaat North Carolina passiert.

Tesla: Hat sich der E-Auto-Hersteller verzockt? Elon Musk macht sich Sorgen

Ein Mann hat ein Tesla Model S gekauft, Baujahr 2013. Er ist der dritte Besitzer. Einige Jahre zuvor wurde die Batterie ersetzt. Da Tesla zu dem Zeitpunkt kein 60er-Batteriepack zur Verfügung stand, baute man ein 90er-Batteriepack ein. Die größere Batterie hat zur Folge, dass die Reichweite höher ausfiel, als der Neuwagen eigentlich bot. Nachdem viele Jahre vergingen und das gebrauchte E-Auto zum dritten Mal den Besitzer gewechselt hatte, meldete sich Tesla bei dem Käufer.

Man habe bei einem Update einen Konfigurationsfehler in seinem Fahrzeug gefunden. Die Problemlösung besteht darin, dass das Auto auf S-60-Niveau gedrosselt wird. Das heißt: Trotz größerer Batterie dürfe der Mann nur so weit fahren, wie es die kleinere, originale Batterie zugelassen hätte. Also, 129 Kilometer weniger. Doch das ist noch längst nicht das Ende dieser absurden Geschichte.

Hersteller verlangt Lösegeld, um Reichweite wieder freizugeben

Der Tesla-Besitzer brachte sein E-Auto in eine unabhängige Tesla-Werkstatt. Der Inhaber, Jason Hughes, hatte die Reichweite auf den alten Stand gebracht. Doch da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn Tesla hat die Reichweite aus der Ferne per Update einfach wieder zurückgesetzt und reduziert. Als der Besitzer bei Tesla anruft und die Einstellung fordert, mit der er das E-Auto gekauft hat, antwortet man ihm: „Wir können sie für 4.500 Dollar freischalten.“

Tesla am Pranger: Manipulation und Erpressung – Ging Elon Musk einen Schritt zu weit?

Der Inhaber der Tesla-Werkstatt gibt bei Twitter seine Meinung zu der Geschichte kund. „Ehrlich gesagt, ist das ziemlich beschissen. Der Käufer konnte nicht wissen, dass Tesla dies tun würde. Sie haben ihn im Grunde ausgeraubt und fordern ein Lösegeld, um zurückzubekommen, was er vorher hatte. Das ist einfach falsch“, schreibt Hughes.

Immer wieder am Pranger

Bereits im November des vergangenen geriet Tesla in die Schlagzeilen. So liefert der E-Auto-Hersteller Fahrzeuge ohne Funktionen aus, für die Kunden bezahlt haben. Mehr noch: Man informiert seine Käufer noch nicht einmal über die Beschneidung hinsichtlich der Ausstattung. Im Februar 2022 ist es wieder passiert. Tesla hat in Deutschland zig tausende Elektroautos ausgeliefert, ohne die Käufer darüber zu informieren, dass Bauteile fehlen. 13.500 deutsche Autokäufer wurden einfach hereingelegt.

Autohersteller wollte verkaufte E-Autos aus der Ferne abschalten

Während Tesla-Fans den Autobauer immer wieder in Schutz nehmen, nimmt dieser sich Sachen heraus, die sich kaum ein anderes Unternehmen traut. Doch bei den meisten Tesla-Fahrern dürfte auch die Drosselung der Reichweite aus der Ferne und die Forderung von Lösegeld den Autobauer kaum Sympathiepunkte kosten. Warum auch immer.

Tesla reagiert

Update: Inzwischen hat der Inhaber der Tesla-Werkstatt gemeldet, dass Tesla das Update hinsichtlich des „Konfigurationsfehlers“ rückgängig gemacht hat – ganz ohne Lösegeld. Der Druck und das öffentliche Aufsehen wurden Tesla offenbar zu groß. Schließlich ist Geschichte bei Twitter explodiert und die Tweets des Werkstattbesitzers wurden zig tausende Male geteilt.

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2 KOMMENTARE

  1. Wedol

    Ma kann ja auch gleich ein richtiges Auto kaufen. EINEN Verbenner eines etablieren Herstellers.

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  2. Christian

    Man kann auch ein E-Auto eines Vertrauenswürdigeren Herstellers Kaufen, z.b. Kia, VW, BMW, Ford, Audi usw usw…
    Wer es sich Leisten kann z.b. auch den Porsche Taican, der zwar Teurer als der Tesla Model S ist, dafür eine Hervorragende Verarbeitung hat.

    Als weiteres Beispiel einer Echten Alternative zum Model S, sollte auch der neuste Mercedes der EQ Reihe erwähnt werden, der bei einem Test von VOX Automobil ohne Probleme um 600km geschafft hat, bei einem durchschnittlichen Energie Verbrauch von unter 16kWh mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100kmh.
    Mercedes Typisch in der Klasse natürlich mit einem sehr Guten Fahrwerk, welches sogar schlechte Straßenverhältnisse recht souverän geschluckt hat.

    Anders ausgedrückt:
    Wer Heutzutage noch einen Tesla kauft bei so vielen möglichen Alternativen, ist selbst Schuld ein mögliches Opfer von Teslas Willkür zu werden, welche schon seit Jahren bekannt ist 😉

    Mfg

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