Trotz Preisgarantie: Stromanbieter mit Kündigung und Preiserhöhung

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Wer eine Preisgarantie bei seinem Stromanbieter hat, kann sich eigentlich sicher fühlen, nicht plötzlich mit hohen Strompreisen konfrontiert zu sein. Die Praxis sieht aber anders aus, wie ein aktueller Fall zeigt. Dabei hatten die Kunden noch bis 2023 garantierte Strompreise.
Stromzähler
Drehen sich die Stromzähler für manche Kunden bald wieder schneller?Bildquelle: Stadtwerke Karlsruhe

Der Anbieter Schwarzwald Energy aus Calw hat sowohl beim Gas als auch beim Strom zahlreichen Kunden eine Kündigung geschickt. Das geht aus diversen Bewertungsportalen im Internet hervor. Auf diesen beschweren sich die Kunden, dass sie bis 2023 noch eine geltende Preisgarantie mit dem Anbieter hatten.

Anbieter beruft sich auf seine AGB

Doch Schwarzwald Energy belässt es offenbar nicht dabei, den Kunden ihren Vertrag zu kündigen. Wie ein von verbraucherhilfe-Stromanbieter.de veröffentlichtes Schreiben des Anbieters zu einem Gasvertrag zeigt, macht man den betroffenen Kunden ein neues Vertragsangebot. Sie Preise hier sind höher als die bisherigen Konditionen.

Als Begründung für die Kündigung führt Schwarzwald Energy wirtschaftliche Gründe an. Man beruft sich bei der Kündigung auf die AGB. Diese habe der Anbieter, so berichten betroffene Kunden, Ende vergangenen Jahres zusammen mit einer Preissenkung verschickt. Demnach kann Schwarzwald Energy den Vertrag nach einer Mindestlaufzeit von einem Jahr kündigen. So heißt es von einem betroffenen Kunden auf Google Maps: „Im November Ankündigung einer Preissenkung und neue AGB, im Dezember dadurch geebnete Sonderkündigung des Vertrags mit Preisgarantie bis 2023.“ Andere Kunden sprechen davon, dass sie den gleichen Tarif erneut angeboten bekommen haben – nur 88 Prozent teurer als bislang.

Jahrelange Preisgarantie

Bei den betroffenen Kunden handelt es sich offenbar um Kunden, die eine Preisgarantie mit bis zu drei Jahren abgeschlossen haben. Hier ist die Kündigung durch den Anbieter überraschend, da dieser sich eigentlich langfristig auf die benötigten Strommengen hätte einstellen können. Denn Kunden, die eine langfristige Preisgarantie eingehen, haben in der Regel nicht vor, nach einem Jahr wieder zu wechseln. Doch gerade die kurzfristige Beschaffung von Strommengen an der Börse ist es, die den Anbietern derzeit Schwierigkeiten bereitet. Wie hoch die Preise an der Börse sind und in der Vergangenheit waren, kannst zu selbst nachvollziehen.

Durch den Ausfall von Anbietern wie Stromio haben in den vergangenen Wochen auch zahlreiche Grundversorger die Preise teils drastisch erhöht. Insider gehen davon aus, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist und weitere Grundversorger die Preise erhöhen werden.

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4 KOMMENTARE

  1. Maximilian

    Dürfte hier nicht auch (wie für die Banken) gelten, dass AGB Änderungen der aktiven Zustimmung bedürfen?

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  2. JP

    Es ist und bleibt Betrug. Die Liberalisierung des Strommarktes ist die größte Lüge und Betrug die je erfunden wurde. Strom wurde immer teurer.. Ein Spotmarkt für Strom und Gas. Das ich nicht lache.. Strom und Gas haben Staatlich bereit gestellt zu werden. Scheiß Kapitalismus… Fick dich… Menschenfeinde…

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  3. JP

    Man ist ja gezwungen den teuren Strom zu bezahlen. Und die Grundversorger betrügen die Leute noch viel mehr. Die erfinden die Preise. Das ist Wucher und gehört bestraft. Die Schweine nutzen die Notlage mit fiktiv erfundenen Preise aus. Menschenfeinde diese kapitalistischen wixxer. Hängt sie.

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  4. Klug

    Man kann ja wieder eine Behörde in Berlin neu ansiedeln, welche die Preissprünge überwacht. So geschehen auch vor Jahren wg. der Benzinpreise. Allerdings hört man von dieser Behörde nichts mehr. Ein riesiges Arbeitsbeschaffungsprogramm, dabei bräuchte man Handwerker, Pfleger etc.

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