Tier packt zu: Spektakuläre Übernahme am Sharing-Markt

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Tier Mobility und nextbike machen in Zukunft gemeinsame Sache. Denn Tier hat nextbike jetzt zu 100 Prozent übernommen, um in Zukunft auch verstärkt Fahrräder zum Ausleihen anbieten zu können. Damit wird auch die Zusammenarbeit mit vielen Städten ausgeweitet.
Nextbike Räder an einer nextbike Station.
Die Räder von Nextbike sind künftig Teil von Tier.Bildquelle: Nextbike

Wenn du in Sachen E-Mobilität den Namen Tier hörst, wirst du vermutlich schnell an die in vielen Städten verfügbaren E-Scooter denken. Auch elektrifizierte Motorroller bietet der Sharing-Dienst aus Berlin in einzelnen Städten an. Und neuerdings kommen zum Beispiel in Münster auch E-Bikes dazu. Und gerade hinsichtlich der Bereitstellung von Fahrrädern will Tier offensichtlich kräftig wachsen. Denn nur so ist es zu erklären, dass jetzt die vollständige Übernahme des Wettbewerbers nextbike aus Leipzig vollzogen wurde.

Tier schluckt Nextbike – und wächst dadurch kräftig

Nach eigenen Angaben ist Tier Mobility führender europäischer Anbieter von geteilten Mikromobilitätslösungen. In über 160 Städten in 16 Ländern in Europa und im Mittleren Osten stehen E-Scooter und Co. über eine App zum Ausleihen zur Verfügung. Erst vor wenigen Wochen hatte Tier den Marktstart in den Niederlanden, in Ungarn und in Bahrain feiern können.

Durch die Übernahme der nextbike GmbH wächst das gemeinsame Angebot auf mehr als 400 Städte mit mehr als 250.000 Fahrzeugen. Ziel sei es, mit beiden Unternehmen gemeinsam zu expandieren. Zunächst soll es also mit beiden Markennamen weitergehen. Dass der Name nextbike später verschwinden wird, ist aber nicht ausgeschlossen. Angaben zum Kaufpreis und zu weiteren finanziellen Details der Transaktion machten weder Tier noch nextbike.

„Die Übernahme von nextbike, mit ihrer langjährigen Erfahrung im Bikesharing und ausgezeichneten Beziehungen in hunderten von Städten, ist eine einzigartige Gelegenheit Bikesharing auf ein gänzlich neues Level zu heben“, sagt Tier-Mitgründer Lawrence Leuschner. Er habe schon immer daran geglaubt, dass das Fahrrad ein fester Bestandteil im Mobilitätsmix klimaneutraler Städte sei.

Die Chefs von Nextbike und Tier auf einem E-Scooter bzw. Fahrrad.
Leonhard von Harrach (nextbike, links) und Lawrence Leuschner (Tier Mobility) freuen sich auf eine gemeinsame Zukunft ihrer Unternehmen.

In den nächsten Monaten soll ein gemeinsames Team nach Lösungen suchen, wie beide Organisationen so zusammengeführt werden, dass es zu optimalen Synergien kommt. Es dürfte selbsterklärend sein, dass die nextbike-Räder möglichst rasch auch über die Tier-App entsperrt und auch wieder verschlossen werden können. Erst vor wenigen Wochen hatte Tier eine Partnerschaft mit Free Now (ehemals myTaxi) geschlossen. In Berlin, München, Stuttgart, Hamburg, Essen, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Aachen, Augsburg, Karlsruhe, Lübeck und Nürnberg ist es seitdem möglich, die Fahrzeuge von Tier auch in der Free Now App zu buchen.

Städte müssen sich auf einen neuen Partner einstellen

Für Tier bedeutet die Übernahme von nextbike vor allem, dass man zum direkten Ansprechpartner vieler Städte und Kommunen aufsteigt. Denn nextbike ist in zahlreichen Orten als Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs bekannt. Etwa in Köln in Partnerschaft mit den KVB, im Ruhrgebiet (Metropolrad Ruhr) oder auch in Wien (WienMobil Rad). Insgesamt bietet nextbike einige Tausend Fahrräder in 300 Städten in 28 Ländern an.

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