Stiftung Warentest: So schlecht sind Online-Fitness-Studios

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Als die Sportstudios im März schlossen, musste man sich zu Hause arrangieren. Viele schauten sich Kurse online an. Doch können diese mit der Betreuung im Fitnessstudio mithalten? Stiftung Warentest prüfte individuelle Kurse, Ernährungstipps, aber auch vertragliche Fallen.
Frau macht Sport mit einem Fitness-Tracker
Bildquelle: Artem Varnitsin / Adobe Stock

Nicht nur um den Inhalt der Kurse ging es beim Fitness-Test. Die Stiftung Warentest prüfte 5 Fitness-Apps und 3 YouTube-Kanäle mit Fitness-Kursen. Zur Kritik stand bei den YouTube-Kursen nur der Inhalt. Dieser wurde aber insgesamt, also auch bei den kostenpflichtigen Fitness-Apps und -Websites, von 4 Sportwissenschaftlern ausgewertet. Vor allem die YouTube-Kanäle halten dabei nicht, was sie versprechen. Welche Sport- und Fitness-Apps es gibt, liest du hier.

YouTube-Kanäle: Keine Alternative zum professionellen Kurs

Die drei YouTube-Kanäle mit Kursen bewegen sich alle im Bereich der Note „Befriedigend“. Am schlechtesten bewertet ist dabei der Kurs von Paulina Wallner mit 3,7, die mehr kommerziellen Content als sportwissenschaftlich fundierte Trainingsanleitungen gibt. Nicht kommerziell, dafür aber ein wenig mehr sportwissenschaftlich ist Gabi Fastner. Ihren Kanal gibt es schon seit 2006 und sie richtet sich an ein älteres Publikum. Trotzdem gab es nur eine 3,0, weil häufig Risikohinweise bei gefährlicheren Übungen fehlen. Außerdem fanden die Experten das Angebot unübersichtlich. Etwas besser (2,9) schnitten die Kanäle von Happy and Fit Fitness im Test ab, denn sie bieten verschiedene Sportarten auf verschiedenen Kanälen. Die Trainings fanden die Sportwissenschaftler der Stiftung Warentest in Ordnung.

Hier fällt Angebots-bedingt eine individuelle Betreuung und ein Angebot von Trainingsplänen oder Ernährungsberatung weg. An sich sind die Kurse – vor allem bei Happy and Fit Fitness – also eine kurzfristige Alternative. Bei langfristigen Zielen solltest du dich aber zu einem kostenpflichtigen Studio oder den professionelleren Kursen online orientieren.

Fitness-Apps im Test nicht so fit

Ein kostenpflichtiger Anbieter sollte mehr bieten als ein YouTube-Kanal. Das wenigstens tun sie alle. Bei allen Websites gibt man zum Beispiel bei der Registrierung Gewicht, Größe und Alter an. Leider ändert das bei den meisten Anbietern von Fitnesskursen online nichts an dem vorgeschlagenen Kursangebot. Nur bei Gymondo wird dieses individuell an deine Statur angepasst.

Die Apps der beiden Testsieger, Gymondo und Fitnessraum, senden ungerechtfertigt viele Daten. Auch haben sie gemeinsam, dass sie jeweils eine Smart-TV-App haben: fürs Heimtraining interessant. Fitness-Website Gymondo überzeugt am meisten mit Kursqualität, Trainingsbegleitung und Bedienung der Website und App. Das erklärt die Note 2,0. Auch Fitnessraum erhält die Note gut (2,3) für sportwissenschaftlich solide Kurse. Schlechter abgeschnitten hat Fitnessraum, weil der Gesundheitszustand kaum erfasst wurde. Auch gibt es keine Ernährungsberatung.

Pure-life und My Fitness Video enttäuschen

Unter den schlechteren Testergebnissen findet sich auch die teuerste Fitness-App, Bodyshape mit einer 2,7 im Test. Die hat gleichzeitig mit nur 78 Kursen das kleinste Kursangebot. Denn hier geht es nur um das eine: die Bikinifigur. Als kleinen Lichtblick gibt es einen Kalorienrechner im Ernährungsteil.

Pur-life hat sich etwas ausgedacht, um Kurse individueller zu machen; hier ist es möglich im Live-Stream mit dem Trainer zu chatten. Trotzdem schneidet Pur-life schlecht (3,7) im Test ab. Denn es gibt in der Datenschutzerklärung der Website klare Gesetzesverstöße. Auch fehlten den Sportwissenschaftlern wichtige Informationen bei der Ernährung.

Gar nicht individuell geht es beim Schlusslicht My Fitness Video zu. Der Anbieter glänzt mit den besten Yoga-Videos im Test. Die Note ausreichend (3,8) gibt es, weil Nutzer kaum betreut werden. Man erfasst den Gesundheitszustand nicht, statt Ernährungsangeboten gibt es Rezepte und Fragen der Test-Kunden wurden nicht beantwortet. Als einziger Online-Anbieter gibt es hier außerdem keine App.

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