Telekom-UMTS-Netz: Halbieren ist machbar

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Es war ein überraschender Schritt der Telekom in dieser Woche: Sie hat ihr UMTS-Netz quasi halbiert. Nur noch die Hälfte des Frequenzspektrums wird für UMTS genutzt, der Rest steht bald für LTE und/oder 5G zur Verfügung. Das ist der richtige Schritt, findet inside digital Redakteur Thorsten Neuhetzki in seinem Kommentar.
Funkmast mit diversen Antennen
Bildquelle: Pixabay

Eigentlich war der Plan der Telekom, UMTS Ende des Jahres abzuschalten. Für viele Kunden hätte das bedeutet, dass sie sich neue Handys hätten kaufen müssen. Doch dazu wird es nun nicht kommen. Bis auf weiteres wird die Telekom UMTS weiter betreiben – aber nur noch mit 5 MHz Spektrum. Damit seien bis zu 21 Mbit/s möglich, heißt es aus Bonn. In der Praxis liegt der Wert aber weit darunter.

Nun kann man sicherlich sagen: Wir leben im Jahr 2020, da kann man sich auch schon mal einen LTE-Tarif und ein LTE-Handy zulegen. Nun ist es aber so, dass die Telekom lange Zeit den Daumen auf LTE für Drittanbieter gehalten hat. Noch vor einem Jahr musste man nach günstigen LTE-Tarifen im Telekom-Netz suchen. Warum also hätten sich Kunden ein LTE-Handy kaufen sollen, wenn sie keinen solchen Tarif haben und ihn vielleicht auch nicht brauchen?

Und längst nicht jeder Kunde in Deutschland nutzt sein Smartphone so, wie es viele von uns tun. Es gibt Kunden, die gerade mal WhatsApp-Nachrichten verschicken und empfangen oder höchstens spontan mal unterwegs nach dem Wetter schauen. Dafür braucht man kein neues Smartphone, wenn das alte noch seinen Dienst tut.

5 MHz für die Zukunft des Mobilfunks

Insofern ist das Halbieren des UMTS-Netzes, was es faktisch ist, durchaus richtig und konsequent. Allerdings wäre eine offenere Kommunikation seitens der Telekom wünschenswert gewesen. Auch wenn Sprecher des Unternehmens sagen, die Kunden würden keine Auswirkungen spüren, mehren sich doch die Berichte von überlasteten Mobilfunkzellen.

Aber: Wer ein LTE-Handy hat, kann sich vermutlich schon bald auf mehr LTE-Kapazität freuen. Zwar lässt sich auch hier mit 5 MHz kein Geschwindigkeitsrausch erzielen. Doch würde die Telekom tatsächlich per DSS-Verfahren parallel 5G aufschalten, wie sie es beim Test in Wittlich macht, so hätte sie erfolgreich ein Ass aus dem Ärmel gezaubert. Bestandskunden, die mit UMTS zufrieden sind, werden nicht verärgert. Alle anderen bekommen mehr LTE und erstmals auch 5G – wenn auch bei weitem nicht als Highspeed-Version. Und spätestens 2021 kann die Telekom diese Kapazität dann mit einem Schlag verdreifachen. Touché, Telekom

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