Telekom: Schnellere Internet-Anschlüsse für Privatkunden geplant

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Derzeit bietet die Deutsche Telekom Anschlüsse mit bis zu 1 Gbit/s im Downstream für Privatkunden an, sofern bereits eine Glasfaserleitung liegt. Doch dabei wird es nicht bleiben. 10 Gbit/s sind schon geplant.
Ein Bauhelm und Glasfaser-Speedpipes liegen auf einem Tisch
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Im Network Innovation Center in Darmstadt testet die Deutsche Telekom derzeit schon das als XGS-PON bezeichnete System, das auf die bisherige Glasfaser-Infrastruktur aufsetzt. Mit der Infrastruktur könne man Kunden – und damit sind ausdrücklich auch Privatkunden gemeint – Anschlüsse mit 10 Gbit/s im Downstream, aber auch 10 Gbit/s im Upstream anbieten. Aber auch hier wird die Entwicklung nicht stehen bleiben. Man habe auch bereits Systeme mit 25 und sogar 50 Gbit/s pro Anschluss in der Entwicklung.

Bis es soweit ist, dass du einen Anschluss mit 50 Gbit/s buchen kannst, wird aber wohl noch eine Weile vergehen. Der erste Schritt wird das Upgrade auf 10 Gbit/s sein. In einem Test in Darmstadt, in dem in Echtzeit Daten übertragen und visualisiert werden können, kamen in einem von der Telekom erstellten Video zu dem Thema fast 8,5 Gbit/s an.

Wichtig für die 10 Gbit/s-Anschlüsse: Die Telekom muss keine neuen Leitungen verlegen. Lediglich die Technik am Ende der Glasfaserkabel muss ausgetauscht werden oder per Software ein Upgrade bekommen. Ob das auch das Glasfaserabschlussgerät beim Kunden in der Wohnung oder im Hausanschlussraum betrifft, ist unklar, sollte in der Praxis aber kein Problem sein. Die Telekom wird – wenn derart schnelle Anschlüsse auf den Markt kommen – die entsprechenden Geräte bei einer Buchung durch die Kunden sicherlich austauschen. Neue Erdarbeiten sind aber nicht notwendig.

Wann werden 10 Gbit/s-Anschlüsse buchbar?

Um solche Produkte anzubieten, ist es aber auch erforderlich, dass die Telekom insgesamt noch mehr Bandbreite in ihr Netz bringt. Denn auch bei einem Glasfaser-Anschluss teilen sich Kunden, die heute einen Gigabit-Anschluss buchen, den Anschluss mit ihren direkten Nachbarn. Bis zu 32 Kunden teilen sich hier 2,5 GBit/s im Down- und 1,25 Gbit/s im Upstream. Auch FTTH-Anschlüsse sind also steng genommen ein Shared Medium. Diese Netzarchitektur wäre heute also gar nicht in der Lage, 10 Gbit/s zu liefern. Bei großen Mehrfamilienhäusern plant die Telekom übrigens, die ohnehin verlegte Koaxialkabel-Infrastruktur zu nutzen, wie es in dem Video heißt.

Wann eine 10 Gbit/s-Leitung für dich buchbar wird, ist unklar. Technisch sieht sich die Telekom offenbar bereits in der Lage, das anzubieten. Nun man brauche nun vom Marketing entsprechende Produkte und einen Business Case. Dieser dürfte die kommenden Jahre noch auf sich warten lassen, da für die meisten Privathaushalte eine Leitung mit 1 Gbit/s mehr als ausreichend ist.

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4 KOMMENTARE

  1. Canonio

    Warum spricht jede News Seite von buchbaren 10gbit? Es waren bei GPON mit 2.5/1.25gbit Anbindung auch keine 2.5gbit Verträge buchbar, sonst würde eine Person das Netz für alle anderen lahm legen. Es wird also auch im 10gbit PON nur maximal 3-4gbit geben.

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  2. Simon Schöbel

    Kann mir mal jemand erklären, wofür ich als Privatkunde 10Gbit brauche?

    Antwort
  3. sad_kitten

    Statt nun vereinzelt 10gb, was theoretisch nur 0,00…% benötigen bzw. wirklich nutzen können, wäre ich schon froh wenn man sich mehr auf 1000Mb oder zumindest 250Mb konzentrieren würde, dass ich Mal mehr als 6kb bekomme….

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  4. Malle

    Die Telekom ist somit die erste die über 1gbit im Privatkunden Bereich hinaus geht!

    Wenn man den Sport Wagen Verein verfeinert, bedeutet das nicht, dass der Golf deswegen vernachlässigt wird. Auch bei VDSL werden die Bandbreiten maximal erhöht.

    VDSL war gut damit ersten erstmal viele bis 250 Mbit bekommen, statt wenige Glasfaser.

    Es ist der richtige Weg, FTTH wird auch noch kommen.

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