Telekom schließt mehr Funklöcher als geplant – diese Orte sind dabei

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50 Funklöcher wollte die Telekom mit ihrer Aktion „Wir jagen Funklöcher“ eigentlich schließen. Doch dabei wird es wohl nicht bleiben, kündigte Telekom-Technik-Chef Walter Goldenits an. Die ersten Orte stehen schon fest.
Ein Mobilfunk-Sendemast vor blauem Himmel
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

„‚Wir jagen Funklöcher‘ zeigt, dass Mobilfunkausbau anders gehen kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, freut sich Telekom-Technik-Chef Walter Goldenits. Man habe sehr viel Begeisterung und Engagement der Bewerber-Kommunen gespürt. „Wir haben ein Interesse und die Kommunen haben ein Interesse – und das Ergebnis ist: ein Funkloch weniger.“

Die Telekom hatte im Rahmen der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ 50 Sendemasten für das Telekom-Netz ausgelobt. Und zwar für Kommunen, in denen es bislang kein Mobilfunknetz gibt und die für die Telekom auch nicht wirtschaftlich zu erschließen sind. Normalerweise geht die Telekom auf eine Kommune zu, wenn sie einen weißen Fleck beseitigen will. Dann loten die Kommune und der Netzbetreiber aus, ob die Kommune dem Netzbetreiber bei der Standort-Findung helfen kann. Ist das nicht der Fall, geht der Netzbetreiber auf die Suche nach einem privaten Vermieter. Ist der gefunden, gibt es oftmals dennoch Widerstand im Ort. So dauert der Prozess oftmals Monate. Im Rahmen der Aktion kam die Kommune auf die Telekom mit einem klaren Versorgungswunsch zu und bietet im gleichen Zug einen konkreten Standort an. Ein monatelanges Abtasten entfällt.

624 Funklöcher in 539 Kommunen gemeldet

539 Kommunen haben sich seit dem 20. August 2019 bei der Telekom beworben. Allein in der letzten Woche der Bewerbungsphase waren es rund 250. Besonders viele Bewerbungen kamen dabei aus Rheinland-Pfalz (133), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (95) und Bayern (70).

Insgesamt gingen 624 Bewerbungen ein, da einige Kommunen mehrere Ortsteile meldeten. Die erste Kommune, die sich um einen Platz beworben hatte, war das hessische Liebenau mit dem Stadtteil Zwergen – nur 24 Stunden nach dem Start der Aktion. Die Last-Minute- Bewerbung kam aus dem brandenburgischen Temnitztal – fünf Minuten vor Toresschluss.

Diese Orte bekommen Telekom LTE

Die ersten Kommunen werden voraussichtlich schon im 1. Quartal 2020 einen LTE-Mobilfunkmast der Telekom erhalten. Bis Ende 2020 sollen alle 50 Funklöcher geschlossen sein. Die rheinland-pfälzische Gemeinde Vielbach ist die erste Gewinnerin der Aktion. Weitere 18 Gemeinden sind bereits ausgewählt. Bei ihnen fehlt noch der letzte formale Schritt: die Unterschrift unter dem Mietvertrag für das Grundstück, auf dem der zukünftige Mobilfunkstandort stehen soll.

  • Abtsbessingen (Thüringen)
  • Beseritz (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Breitscheid (Rheinland-Pfalz)
  • Dettelbach (Bayern)
  • Elz (Rheinland-Pfalz)
  • Engelthal (Bayern)
  • Grebenhain (Hessen)
  • Heilbad Heiligenstadt (Thüringen)
  • Hottenbach (Rheinland-Pfalz)
  • Lieg (Rheinland-Pfalz)
  • Milower Land (Brandenburg)
  • Neverin (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Norken (Rheinland-Pfalz)
  • Osterfeld (Sachsen-Anhalt)
  • Plattenburg (Brandenburg)
  • Sonnenberg (Brandenburg)
  • Markt Simbach (Bayern)
  • Südharz (Sachsen-Anhalt)

Doch es wird nicht bei den 50 Masten bleiben. Denn die Aktion sorgte nach Angaben der Telekom in einigen Kommunen für eine Beschleunigung des Mobilfunkausbaus. So wird etwa die brandenburgische Gemeinde Sonnenberg im Rahmen der Aktion einen neuen LTE-Mast erhalten.

Außerdem wird die Telekom dort einen bestehenden GSM-Funkmast mit LTE-Antennen modernisieren. In einem weiteren Ortsteil der Gemeinde wird die Telekom einen Antrag auf Mitnutzung eines Funkmasts eines Wettbewerbers stellen.

Deshalb werden noch mehr Funklöcher verschwinden

Unter den bisher geprüften Bewerbungen befinden sich zudem rund 60 Gemeinden, in denen die Telekom im Rahmen ihres Standardausbau-Programms in den kommenden Monaten einen LTE-Funkmast errichtet. Aus diesem Grund waren diese Bewerbungen nicht zum Wettbewerb zugelassen. Der Ausbau werde aber dennoch erfolgen. Eine dieser Kommunen ist die hessische Stadt Liebenau. Durch das Engagement der Stadt konnte der bereits geplante Ausbau vorgezogen und das Funkloch bereits geschlossen werden.

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