Telekom passt StreamOn an: Das erwartet die Kunden jetzt

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Die Deutsche Telekom hat eine Schlappe vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingesteckt und reagiert nun mit Anpassungen bei StreamOn. Man wolle das Angebot nun nach den Vorgaben ändern. Kunden dürfen also einige Veränderungen in den nächsten Wochen erwarten.
Frau mit Handy lächelt
Telekom StreamOnBildquelle: Telekom

Kurzer Rückblick in Sachen StreamOn: Mitte Juli entschied das Oberverwaltungsgericht NRW, dass die Deutsche Telekom das Angebot in der bisherigen Form vorläufig nicht weiter betreiben darf. Bei StreamOn handelt es sich um ein kostenloses Zusatzangebot für Mobilfunk-Kunden. Kunden, die die vier möglichen Optionen zu ihrem Handyvertrag hinzubuchen, müssen für zahlreiche Musik- und Video-Streaming-Dienste aber auch für Spiele und seit Neuestem sogar für WhatsApp & Co. keinen Datentraffic bezahlen.

Die Übertragung der Videos erfolgt innerhalb Deutschlands kostenlos. Das Problem: In der Regel drosselt die Telekom das Video-Streaming auf maximal 1,7 Mbit/s – zu wenig für HD. Nur Kunden, die auch das Festnetz der Telekom nutzen und Magenta Eins buchen, können in HD streamen. Dabei werden auch Video-Dienste gedrosselt, die gar nicht bei StreamOn dabei sind. Dies war der Bundesnetzagentur ein Dorn im Auge. Das gleiche gilt auch für das zweite Problem, das die Behörde mit StreamOn hatte: dem Streaming im Ausland. Denn eine Nutzung von „StreamOn“ ist nur innerhalb Deutschlands vorgesehen. Im Ausland wird der Datenverkehr für Audio- und Videostreaming immer auf das Inklusivdatenvolumen angerechnet.

Telekom passt StreamOn an: Das ändert sich jetzt

In der Folge des Urteils musste die Telekom StreamOn mit sofortiger Wirkung einstellen oder ändern. Dies ist nun geschehen. Wie Pressesprecher Andreas Middel auf dem Konzern-Blog der Telekom bekannt gibt, wird man das Angebot nun nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur anpassen. Bereits in der kommenden Woche wird die „Bandbreitenoptimierung“ auf maximal 1,7 Mbit/s aufgehoben. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Telekom eine Drossel entfernt, die laut Gericht gegen die Netzneutralität verstößt. Damit lassen sich nun auch HD-Videos streamen. Darüber hinaus wird StreamOn von Anfang September an auch innerhalb der EU-Länder nutzbar sein.

Dies ist eine Überraschung, argumentierte die Telekom doch lange Zeit mit der Unwirtschaftlichkeit von StreamOn im Ausland. Dieser Aspekt scheint nun aber kein Problem mehr zu sein. Für Nutzer des Dienstes wird sich somit in den kommenden Wochen vieles zum Positiven verändern. Sie erhalten nun wesentlich mehr Leistung, ohne dass die Telekom die Preise erhöht. Dies betont das Unternehmen auch noch ausdrücklich in seinem Blog: „Wir haben von Anfang an betont, dass wir StreamOn weiter anbieten werden und dass es nicht zu Preiserhöhungen für die StreamOn-Optionen kommen wird.“

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1 KOMMENTAR

  1. Die Telekom wartet mit der Umsetzung der aus Nutzersicht entscheidenderen Vorgabe, nämlich der Möglichkeit der Nutzung im Ausland, bis die Sommerferien weitgehend rum sind. Frech. Sehr frech.

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