Telekom-Netzausbau an 1.330 Standorten: Das steckt wirklich dahinter

3 Minuten
Wenn Handynutzer in Deutschland über ihr Netz sprechen, geht es meist um eins: Funklöcher und schlechte Datenraten. Um dem entgegenzuwirken, bauen die Netzbetreiber ihre Netze aus. Die Telekom hat nun aktuelle Zahlen vorgelegt, wieviel man im Herbst gebaut hat.
Techniker montieren eine 5G-Antenne an einer Basisstation
Das 5G-Netz der Deutschen Telekom wächst nicht nur weiter, sondern es wird auch fit gemacht für Anwendungen der Zukunft.Bildquelle: Deutsche Telekom

Telekom baut Mobilfunk an 1.330 Standorten aus“ – so lautet die Überschrift der Pressemitteilung der Telekom, in der sie den Ausbau der vergangenen zwölf Monate bilanziert. Das heißt aber nicht, dass die Telekom 1.330 Funklöcher geschlossen hat, wie sie selbst in ihrer Pressemitteilung schreibt. Denn dazu ist es erforderlich, dass neue Sendemasten errichtet oder Standorte gemietet werden und die Telekom komplett neue Sendeanlagen errichtet. Das ist zwar auch erfolgt, aber in weitaus weniger Fällen.

96 neue LTE-Standorte habe man in den vergangenen drei Monaten geschaffen. Das klingt wenig, ist aber angesichts der Schwierigkeiten und dem Aufwand, den ein solcher Bau mit sich bringt, doch eine ganze Menge. Schließlich wurde im Schnitt ein Standort pro Tag errichtet, für den die Telekom Genehmigungen von den lokalen Behörden und der Bundesnetzagentur benötigt. Die Stromleitung und die Anbindung per Richtfunk oder Glasfaser muss her und der Mast selbst muss errichtet werden. Dabei ist es in den Regionen, in denen es heute noch Funklöcher gibt, aus vielen Gründen schwer, Stellplätze für Sendemasten zu finden. Vor allem in ländlichen Regionen finden sich auch heute noch Bürgerinitiativen, die Sendemasten in Orten verhindern wollen.

Doch auch an bestehenden Sendeanlagen hat die Telekom nachgerüstet. An 756 der insgesamt 32.000 Standorten der Telekom haben die Bonner nach eigenen Angaben 5G nachgerüstet. In den allermeisten Fällen dürfte es sich dabei um 5G im DSS-Verfahren handeln. Die Telekom nutzt hier eine bestehende LTE-Frequenz, um gleichzeitig LTE und 5G zu senden. Das sorgt zwar für die Verfügbarkeit von 5G, schafft aber im Gegensatz zum 5G-Netz auf Frequenzen um 3,6 GHz keine zusätzlichen Kapazitäten.

Netzausbau: Mehr LTE-Kapazität an 478 Standorten der Telekom

Zusätzliche Kapazitäten für LTE hat die Telekom nach eigenem Bekunden an weiteren 478 Standorten geschaffen. Hier hat man zusätzliche Frequenzen in Betrieb genommen. Mit zusätzlichen Frequenzen schafft die Telekom zusätzliche Kapazitäten. So kann jeder einzelne Nutzer im Telekom-Netz im Bereich eines solchen Standortes wieder schneller surfen. Die Nutzung erfolgt vollkommen automatisch. Dein Smartphone und das Netz der Telekom regeln untereinander, welche Frequenzen dein Smartphone nutzen darf und soll. Das gilt auch, wenn du nicht direkt bei der Telekom, sondern einem Provider oder Discounter Kunde bist.

Eine Liste aller Standorte, an denen die Telekom in den vergangenen drei Monaten ihr Netz verbessert hat, gibt es übrigens nicht. Die Telekom verweist lediglich auf ihre Abfrage der Netzverfügbarkeit im Internet. Die Telekom hat aber an anderer Stelle schon bekannt gegeben, wo derzeit neue Sendemasten errichtet werden, die im kommenden Jahr erstmals ein LTE- oder sogar 5G-Signal übertragen sollen. Diese Masten baut die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm derzeit unter anderem in Walsrode, Aschersleben, Gnutz, Herbstein, Waldeck, Vettweiß-Soller, Idar-Oberstein und Groß-Kreutz. Dabei handelt es sich in der Regel um Stahlgittermasten mit bis zu 45 Metern Höhe.

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2 KOMMENTARE

  1. Heinz Multhaup

    Ich weiß nicht, ob bei mir 5G funktioniert

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  2. Kramer, Sven

    Schon traurig genug das bestehende Netze immer schneller gemacht werden ,aber andere Bereiche weiterhin vernachlässigt werden.

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