Telekom LTE & 5G: Diese drei Geheimnisse hütet der Netzbetreiber (Update)

3 Minuten
Die Deutsche Telekom hat einen Einblick in ihren Netzausbau gegeben. LTE und 5G wachsen im Rekordtempo. Dennoch macht man gerade um das neue 5G-Netz, das die Telekom in den Vermarktungsfokus gerückt hat, gleich mehrere Geheimnisse.
Die Zentrale der Telekom bei Nacht
Bildquelle: Telekom

Doch zunächst einmal zum LTE-Netz, das weiterhin ausgebaut wird. Nahezu täglich schickt die Telekom für einzelne Orte Pressemitteilungen, dass man dort in den vergangenen Tagen oder Wochen neue Standorte errichtet oder erweitert habe. Über 2.500 Antennen im gesamten Bundesgebiet seien in den vergangenen Wochen modernisiert worden. Das sind etwas mehr als 800 Standorte. Das Ziel: Geschwindigkeiten von mehr als 300 Mbit/s in die Luft zu bringen. Gleichzeitig schaltet die Telekom in der Regel auch 5G auf. 98,7 Prozent der Bevölkerung Deutschlands könne an ihrer Wohnadresse LTE bekommen.

Auch bei 5G geht es weiter. Doch hier gilt es zu differenzieren. Denn es gibt 5G auf Frequenzen um 2,1 GHz. Dieses gibt es in der Fläche. Schon jetzt erreiche man 80 Prozent der Bevölkerung, bis Jahresende, so das neue Ziel, sollen es 90 Prozent sein. Die zu erreichenden Datenraten liegen bei maximal 250 Mbit/s, wie Telekom-Technik-Chef Walter Goldenits sagte. 50.000 Antennen würden bereits ein 5G-Signal aussenden. Durch beim DSS-Verfahren teilen sich 5G und LTE dynamisch das Frequenzspektrum.

Geheimnis 1: Wie groß ist das Gigabit 5G-Netz wirklich?

Zusätzlich gibt es 5G auf Frequenzen um 3,6 GHz. Hier sind Datenraten von mehr als einem Gigabit pro Sekunde möglich, also jener Datenrate, die man mit 5G eigentlich verbindet. Doch ausgebaut wird dieses Netz aufgrund von neuen Antennen und begrenzter Reichweite nur sporadisch. Wie weit der Ausbau bereits ist, verraten die Telekom-Chefs auch auf mehrmalige Nachfrage nicht.

Es heißt lediglich, man sei bereits in 30 deutschen Städten mit diesem Netz aktiv. Neu hinzugekommen sind Standorte in der Metropolregion Rhein-Ruhr wie zum Beispiel in Bochum. Außerdem gibt es Highspeed 5G jetzt auch in Emden, in Ingolstadt und in Dresden. Wie viele Standorte dort in Betrieb sind, wie viele Menschen erreicht werden – daraus macht die Telekom nahezu ein Staatsgeheimnis.

Update: Nach Veröffentlichung dieses Artikels ließ uns die Telekom wissen, dass derzeit 1.400 Antennen das Gigabit-5G senden. Bei in der Regel drei Antennen pro Standort entspricht das etwa mehr als 460 Standorten.

Geheimnis 2: Wann startet 5G SA?

Ebenfalls als Geheimnis bezeichnet Technik-Chef Goldenits den Start des dritten möglichen 5G-Netzes, dem 5G SA-Netz. SA steht für Stand Alone. Das Netz wird dann erstmals ohne LTE auskommen und wird komplett auf einer neuen 5G-Architektur realisiert – auch im Backbone-Netz. Bisher gab es lediglich einen firmeninternen Video-Anruf über dieses Netz. Wann das neue Netz, das als das eigentliche 5G-Netz gilt, aber starten wird, verrät die Telekom nicht. Mit dem neuen 5G-Netz werden Einsatzmöglichkeiten wie Network Slicing oder Edge Computing möglich. Sie werden komplett neue Anwendungen für den Mobilfunk mit sich bringen.

Geheimnis 3: Werden aktuelle Handys 5G SA unterstützen?

Das dritte Geheimnis macht die Telekom um die Weiterverwendung aktueller 5G-Handys im künftigen 5G SA-Netz. Auf Nachfrage hieß es lediglich schwammig, man befinde sich hier mit den Herstellern im Austausch, ob die Standalone-Funktionen per Update nachlieferbar sein werden. Zu vermuten ist aber, dass das nicht geht. In diesen Tagen kommen allerdings auch die ersten Handys auf den Markt, die zumindest laut Datenblatt 5G SA unterstützen – beispielsweise das OnePlus 9 Pro.

Die Telekom rechnet damit, dass man zwei Jahre brauchen werde, um einen signifikanten Anteil des Datenverkehrs auf die Standalone-Technik umzustellen.

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1 KOMMENTAR

  1. Avatar Lars Bock

    So eine Dreistigkeit

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