Telekom: Jetzt kommt die Glasfaser

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Der VDSL-Ausbau in Deutschland sei nahezu abgeschlossen, jetzt werde man den Ausbau verstärkt auf echte Glasfaserleitungen bis zum Kunden lenken. Das teilte Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner heute in einem Journalistengespräch mit.
Ein Bauhelm und Glasfaser-Speedpipes liegen auf einem Tisch
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

30 Millionen Anschlüsse in Deutschland werde man schon in Kürze an das eigene Highspeed-Netz angeschlossen haben. Dabei meint Highspeed aber mitnichten einen Anschluss an das Glasfasernetz. Vielmehr bekommen diese Haushalte über VDSL sowie die entsprechenden Datenturbos Vectoring und Supervectoring zwischen 50 und 250 Mbit/s. Aber auch echte Glasfaserleitungen biete die Telekom schon an und erreiche so 1,1 Millionen Haushalte. Das sei mehr als jedes andere Unternehmen in Deutschland, betonte Wössner.

VDSL-Ausbau abgeschlossen

Doch dabei soll es nicht bleiben. Der VDSL-Ausbau in Deutschland sei nun bis auf wenige Projekte nahezu abgeschlossen. Das ermögliche der Telekom, die bisher für den VDSL-Ausbau genutzten Kapazitäten für den echten Glasfaserausbau einzusetzen. Durch den VDSL-Ausbau hat die Telekom das Glasfaser schon in die Straßen der Kunden gebracht, jetzt muss zumindest in Siedlungsgebieten nur noch ein relativ kurzes Stück bis zu den Kunden gebaut werden.

„Für 2020 streben wir den weiteren Ausbau unseres Glasfasernetzes an, um dann ab 2021 jährlich bis zu 2 Millionen Haushalte direkt per FTTH zu versorgen. FTTH steht für Fiber to the Home. Hier geht das Glasfaserkabel bis in die Wohnung des Kunden, was Datenraten von derzeit 1 Gbit/s ermöglicht. Die Telekom wird somit einerseits in den teuren Ausbaugebieten mit langen Distanzen echte Glasfasernetze ausbauen, gleichzeitig aber auch in den Regionen, in denen es Kabelnetze gibt. Die Kabelnetze von Vodafone (und Unitymedia) liefern ebenfalls schon 1-Gbit/s bis zu den Kunden.

Wössner betonte, gegenüber Vodafone habe man auch heute schon bei VDSL den Vorteil, dass die Telekom-Netze, anders als Kabelnetze, kein Shared-Medium seien. Technisch ganz korrekt ist das allerdings nicht. Die Telekom wird neben FTTH auch damit beginnen, FTTB-Netze zu bauen. Hier geht die Glasfaserleitung „nur“ bis in den Keller es Gebäudes und die Datenraten sind etwas niedriger. Dafür müssen keine neuen Leitungen innerhalb des Hauses verlegt werden.

Wössner: VDSL ist Brückentechnogie

Wössner rechtfertigte in dem Gespräch mit Journalisten erneut, dass die Telekom zunächst VDSL ausgebaut hat, statt direkt Glasfasernetze zu bauen: „Wir wissen, dass das eine Brückentechnologie ist“, so der Telekom-Manager. Hätte man stattdessen direkt FTTH gebaut, so hätte man stattdessen maximal 20 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgen können. Und die gebotenen Datenraten würden den meisten Kunden im täglichen Gebrauch ausreichen. Viele der gebauten Glasfaserleitungen zu den Verteilerkästen lassen sich aber langfristig weiternutzen. Derzeit habe die Telekom über 500.000 Kilometer Glasfaser verlegt. Es werden bis zu 60.000 Kilometer dazu kommen – „wenn wir dies genehmigt bekommen und stärker auf alternative Verlegemethoden setzen dürfen“, so Wössner.

Damit der Ausbau gerade auf dem Land aber gelingen kann, forderte Wössner, dass man in Deutschland umdenken müsse. Ein Kilometer Glasfaser-Tiefbau koste etwa 70.000 Euro. Andere Bauverfahren oder die Nutzung von bestehenden Strommasten sei hingegen deutlich billiger, in der Regel aber in den Kommunen nicht gewollt. Auch für den Ausbau der 5G-Netze sei aber Glasfaser dringend erforderlich – auch um bei hohem Bedarf besser skalieren und die niedrigen Latenzzeiten erreichen zu können.

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