Deutsche Telekom: Schmerzhafter Kundenverlust in Deutschland, Mobilfunk-Boom in den USA

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Bei der Deutschen Telekom entwickelt sich das Geschäft positiv. Zwar ging der Gewinn zurück und in Deutschland verlor der Konzern viele Vertragskunden. Doch in den USA läuft es dafür bombig.
SIM-Karten T-Mobile
Bildquelle: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat das zweite Quartal mit einem deutlichen Umsatzwachstum abgeschlossen. Das teilte der Konzern am Donnerstag in Bonn mit. Auch das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte zu. Gleichzeitig ging der Gewinn aber spürbar zurück. Und: Die Telekom verlor viele Vertragskunden im Mobilfunk-Geschäft.

Die finanzielle Lage bei der Deutschen Telekom

Zwischen Januar und März machte die Telekom laut der am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen einen Umsatz in Höhe von 19,49 Milliarden Euro. Das waren 8,7 Prozent mehr als im vergleichbaren Quartal des Vorjahres. Das EBITDA verbesserte sich sogar um 22,6 Prozent auf 6,46 Milliarden Euro. Trotzdem gelang es der Telekom aber nicht, auch den Gewinn zu steigern. Er ging um 9,3 Prozent auf 900 Millionen Euro zurück.

Umsatztreiber war vor allem das Geschäft in den USA. Hier legte der Umsatz im Jahresvergleich um 15,9 Prozent auf 9,80 Milliarden Euro zu. Auch die Europa-Gesellschaften der Telekom verbesserten ihren Umsatz um immerhin 2,8 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Und T-Systems steuerte mit 1,61 Milliarden Euro ein Umsatzplus in Höhe von 6,8 Prozent bei. In Deutschland stagnierte der Umsatz hingegen. Er verbesserte sich nur um 0,6 Prozent auf 5,36 Milliarden Euro.

„Das war ein guter Start ins Jahr. “ Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom

Die Kundenentwicklung bei der Deutschen Telekom

Auch ein Blick auf die Kundenentwicklung offenbart für den deutschen Markt zum Teil nichts Gutes. Denn die Zahl der werthaltigen Vertragskunden ging im Mobilfunk im ersten Quartal um 240.000 auf 25,20 Millionen zurück. Im Festnetzgeschäft reduzierte sich die Zahl klassischer Telefon-Anschlüsse um 211.000 auf 18,41 Millionen. Davon sind inzwischen 16,07 Millionen IP-basiert – 709.000 mehr als noch Ende 2018.

Ein kleines Wachstum gab es bei den von der Telekom geschalteten Breitband-Anschlüssen. Hier kletterte die Kundenzahl um 47.000 auf 13,61 Millionen. Einen TV-Vertrag (Magenta TV / ehemals Entertain) nutzen inzwischen 3,42 Millionen Telekom-Kunden – ein Quartalswachstum um 66.000. Ein Bündel-Produkt aus Festnetz und Mobilfunk (Magenta Eins) nutzen bereits 4,4 Millionen Kunden – 17,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Erwartungsgemäß weiter rückläufig ist die Zahl der von der Telekom-Konkurrenz angemieteten Teilnehmeranschlussleitungen (TAL). Sie ging in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 186.000 zurück.

In den USA läuft das Geschäft weiter prima

Besonders erfreulich entwickelte sich die Mobilfunk-Kundenzahl in den USA. In Auftaktquartal des laufenden Jahres konnte die Telekom dort satte 1,65 Millionen weitere Kunden für sich gewinnen – darunter mehr als eine Millionen Vertragskunden. Damit kletterte der amerikanische Kundenbestand erstmals auf über 80 Millionen, konkret auf 81,30 Millionen – davon 43,54 Millionen Vertragskunden. Telekom-Chef Tim Höttges bezeichnete die Entwicklung in den USA am Donnerstag als sensationellen Erfolg.

Bei aller Euphorie über das US-Geschäft darf aber auch ein Blick auf die restlichen europäischen Gesellschaften der Telekom nicht fehlen. Und hier ging die Kundenzahl im Mobilfunk um 2,74 Millionen auf 47,8 Millionen zurück. Vor allem getrieben durch das Ausbuchen inaktiver Prepaid-Karten. Denn die Zahl der Vertragskunden legte sogar um 179.000 auf 26,84 Millionen zu. Gleichzeitig verlor die Telekom 43.000 klassische Festnetzkunden, konnte im Gegensatz dazu aber 73.000 Breitband- und 69.000 TV-Kunden neu hinzu gewinnen.

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