Telekom: Diese Änderung wird den Mobilfunk-Markt verändern

3 Minuten
Es ist ein Paradigmenwechsel im Mobilfunk-Markt: Seit dieser Woche gibt es bei der Deutschen Telekom auch Handyverträge mit nur einem Monat Laufzeit. Das ist die Abkehr von einer langen Vertragslaufzeit. Die Neuerung wird den Mobilfunkmarkt aufmischen. Ein Kommentar.
Telekom-Logo auf einer Holzwand
Bildquelle: inside digital / Thorsten Neuhetzki

Wenn in den vergangenen 25 Jahren etwas beständig war im Mobilfunkmarkt, dann war es der alte Dino Telekom. Gutes Netz, hohe Preise, lange Vertragslaufzeit – mit diesen drei Parametern ließ sich das Mobilfunksegment der Telekom umschreiben. Sicher – es gab und gibt Discounter im Markt und es gibt auch flexible Prepaid-Tarife der Telekom. Dennoch ist der klassische Vertrag am Ende sowohl für Kunden als auch für Anbieter die Königsdisziplin. Denn nur mit einem Telekom-Vertrag hast du beispielsweise Zugriff auf Stream On und kannst auch ohne Datenflatrate viele Dienste unlimitiert streamen.

Telekom-Änderung: Wettbewerb im Zugzwang?!

Dass die Telekom sich jetzt ohne eine tarifliche Benachteiligung der Kunden von den zwei Jahren Laufzeit verabschiedet, ist mehr als überraschend. Gesetzliche Vorgaben dafür gibt es zumindest in dieser Form nicht. Es zeigt vielmehr, dass für die Telekom die Luft enger wird, Verträge an den Mann oder die Frau zu bringen. Denn nicht zuletzt aufgrund der stolzen Preise im Vergleich zu anderen Anbietern auch im Telekom-Netz dürfte so mancher Kunde sich überlegen, ob er sich für zwei Jahre an einen Anbieter bindet, der für etwa 50 Euro gerade einmal 12 GB Daten (plus Stream On) anbietet.

O2 bietet seine Verträge schon länger optional mit einer Laufzeit von nur einem Monat an. Hier allerdings bestraft man die Kunden, die flexibel sein wollen, mit einer höheren Grundgebühr und dem Wegfall von Aktionsboni. Vodafone beharrt wie bislang die Telekom auf zwei Jahre Vertragslaufzeit.

Der Dino legt vor

Zumindest im Wettbewerb zwischen den Netzbetreibern hat die Telekom mit der kurzen Vertragslaufzeit ohne tarifliche Schlechterstellung nun als erster den Hut in den Ring geworfen. Für jene Kunden, die bei einem Netzbetreiber Kunde werden wollen, könnte das ein wesentliches Argument sein, der Telekom den Vorzug zu geben. Gleichzeitig aber ist zu vermuten, dass Händler für diese Verträge weniger Provision bekommen. Im Shop werden die neuen Flex-Tarife wohl nicht die oberste Priorität in der Vermarktung haben.

Zu hoffen bleibt, dass das Kalkül der Produktmanager der Telekom aufgeht. Denn bei aller berechtigter Freude über den Sinneswandel der Telekom: Preissensible Neukunden anlocken wird man nur, wenn man in Bonn als Nächstes das Preisniveau herunterschraubt. Ein 50 Euro-Tarif ist selbst mit 5G und Stream On bei einem sonstigen Datenvolumen von 12 GB nicht zu rechtfertigen. Für das gleiche Geld gibt es bei der Telekom-Discountmarke congstar 200 GB, in anderen Netzen sogar komplette Flatrates. Man möchte der Telekom zurufen: „Los, traut euch auch hier und überrascht eure Kunden!“

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13 KOMMENTARE

  1. Ahmad

    Ein 50 Euro-Tarif ist selbst mit 5G und Stream On bei einem sonstigen Datenvolumen von 12 GB nicht zu rechtfertigen. Für das gleiche Geld gibt es bei der Telekom-Discountmarke congstar 200 GB, in anderen Netzen sogar komplette Flatrates.
    Dieser Satz ist falsch, bitte löschen bevor es Ärger aus Bonn gibt.
    Ferner kann ich nur sagen, dass die Telekom der preiswerteste Anbieter auf dem Markt ist, die angebotene Leistung ist ihrem Preis wert!

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      • Harry Amend

        Mit MagentaEins Plus hat der Mutterkonzern von Congstar, nämlich die Telekom ein ähnliches Angebot, allerdings mit völlig unbegrenztem Datenvolumen. Man sollte also schon eine Ahnung haben bevor man hohle Phrasen drischt und irgendwas erzählt das nicht stimmt. Im übrigen ist die Tochter noch nie besser gewesen als der Mutterkonzern.

        Antwort
        • Thorsten Neuhetzki inside digital Team

          Und bevor man Leute beschimpft, sollte man sich selbst informieren. Magenta Eins Plus wird schon seit Monaten nicht mehr vermarktet, bestehende Kunden bekommen nach und nach die Kündigung.

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  2. Dein alptraum

    Das der kundenservice und das netz bei der telekom besser ist wird total vergessen oder? Sie bauen überall aus, was vodafone oder andere nicht tun. Dafür mietet sich vodafone in die leitungen oder netze ein.
    Der ganze spaß muss ja auch machbar sein. Es sagt auch niemanden benz oder mclaren das sie die autos günstiger machen sollen, nur weil der verfasser sich nichts leisten kann

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  3. Kay Ludwig

    Wenn ich das lese, fällt mit zum Verfasser nur eins ein: Was für ein ***!
    Selbst Innovationen kann man zerreden und in ein mieses Licht rücken.
    Man-man-man – dann geh doch zu Netto!

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    • Thorsten Neuhetzki inside digital Team

      Eine Mindestvertragslaufzeit von einem Monat als „Innovation“ zu bezeichnen, ist aber auch preiverdächtig.

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  4. Andreas Meißner

    Der Verfasser hat die Regulierungsbehörde vergessen. Diese bestimmt nämlich die Preise bei der Telekom.

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    • Thorsten Neuhetzki inside digital Team

      Bitte keine falschen Infos verbreiten!

      Die „Regulierungsbehörde“ heißt seit 2005 Bundesnetzagentur. Und sie macht alles aber sicherlich nicht die Endkundenpreise der Telekom. Schon gar nicht im Mobilfunk.

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  5. Kevin Sch.

    Ich sehe hier viele Kommentare von nutzen mit halbgaren oder nicht vorhandenem wissen. Preis Leistung bei Telecom gerechtfertigt? Nein. Schon lange nicht mehr. Auch wenn Vodafone etc. Die ausgebauten Netze mit nutzen, es kann ja nicht sehr teuer sein wenn die Preis/Leistung bei Vodafone und Co. Besser ist 🤷 der einzige der wohl mehr recherchiert und nicht nur Unwissenheit propagiert ist Herr Neuhetzki. Und was die anderen Anbieter betrifft so sind diese schon LÄNGST nicht mehr zu ignorieren. Vodafone und O2 sind meines Wissens sogar Nahezu gleich auf mit Telecom in Sachen Netzstabilität und der gleichen. Es scheinen viele hier hinterm Mond zu leben 🤷 Hauptsache Telecom, der Rest ist noch das selbe alte wie vor 10+ Jahren 🤦. Mein nächster Tarif wird Vodafone werden (gerade noch Telecom Young Tarif aber selbst der ist einfach Assi mit 60€ 😅) da es dort mein Asus ROG 5 gibt und die Verträge nicht bei 70+ hängen während ich mich dann mit 6GB durch die Gegend Gurke. Ich bin schon 28, somit bekomme ich keinen Young mehr.

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  6. Lena

    Denke nicht, das das irgendwas ändern wird. Die Deutschen Telkos sind in ihrer Denkweise meilenweit hinter den Erwartungen der Kunden und des Verbraucherschutzes.

    Ohne Laufzeit bzw. Mobilfunkverträge mit 1 Jahr Laufzeit (inkl. Handy) waren schon lange überfällig! Schon vor 1-2 Jahren. Die Leite reisen viel und wissen mittlerweile, das der Deutsche Telko-Markt nicht nur überteuert ist, sondern an einem altbackenen Vertragswesen klammert. Das StreamON und VodPass immer noch erlaubt sind, damit dieses Alibi-Produkt weiterhin Mbits-Logik im Deutschen Mobilfunkmarkt verhindert, ist super ärgerlich für Verbraucherinnen und Verbraucher. Nicht nur, das es den Fortschritt hemmt, nein, es ist obendrein auch noch absolut nicht Netzneutral und das auch mehreren plausiblen Gründen. Zudem regt StreamON und VodPass zu einem Kostenplflichtigen Abo an weil man z.B. sonst unmengen Datenvolumen wegen Werbung verliert. Die Deutschen Telkos sind hier so schlimm verwöhnt. Geldtechnisch setzen sie weltweit mit am meisten in Deutschland um, investieren hier aber nur wenig in die Infrastruktur und entwickeln sich auch sonst nicht weiter. Teuer Geld mit wenig Datenvolumen. Un Unlimited erst ab 65€ DAS muss sich ändern

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  7. Lena

    Schon witzig, was die Leute (die scheinbar alle bei der Telekom arbeiten) für Argumente hervorbringen.

    In anderen EU-Ländern gibt es besseres Netz für weniger Geld, einen besseren Kundenservice als in Deutschland und mehr Leistungen und das alles trotz Lizenzversteigerung. Deutschland wird sich nie weiterentwickeln

    Antwort
  8. Kay

    Was hierzulande als Revolution bezeichnet wird ist in anderen Europäischen Ländern längst Realität geworden. Menschen wie ich brauchen Unlimited Datenvolumen zu einem vernünftigen und fairen Preis. Den gibt es aktuell in Deutschland nicht, weil die Anbieter hierzulande einen Festnetzvertrag dafür fordern, erst dann bekommt man Unlimited Mobilfunk für 45€ bei der Telekom. Das ist immer noch viel zu teuer weil die Bedingung dafür ist, das du mindestens 40€ im Festnetz zahlst, also sollst du bei der Telekom im Monat 95€

    Bei o2 kriegst du den für 60-70€ (20-30€ Differenz zur Telekom)

    Alles in allem: Alles zu teuer

    Wenn man sich hierzulande auch anschaut was als Kundenservice gewertet wird:
    Warum ist meine Rechnung so hoch?
    Warum bekomm ich keinen EVN?
    Ich hab eine Störung.
    Sie haben mir über Drittanbieter hohe Kosten abgerechnet.
    Der Router ist kaputt.
    LTE ist sehr langsam.
    Ich versteh das Kundencenter nicht (komplizierte Logik).
    Mir wurde ein Vertrag mit falschen Preisen verkauft.
    Wo und wie kann ich kündigen?
    Sterbefall.
    Vertragsübernahme.
    Warum buchen Sie Mietgebühr ab obwohl ich das Gerät retourniert habe.
    Warum benachrichtigen Sie uns nicht, wenn Wartungsarbeiten im Netz anstehen?

    Das alles sind Dinge, die nichts mit Kundenservice zutun haben. Kundenservice ist da, um Verbraucherrecht und Verbraucherschutz einzuhalten. Kunden haben ein Recht darauf, diese Fragen zu klären. Damit rechtfertigen Anbieter wie die Telekom so hohe Kosten? Das ist ja ein Ding. Die Bundesnetzagentur tut nicht das, was sie tun muss

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