Telekom-Chef Wössner: "5G-Auktion ist katastrophal für Deutschland"

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Die Bundesnetzagentur hat kurzfristig die Regeln für die 5G-Auktion geändert. Bei der Telekom und Vodafone sind die Chefs davon irritiert. Erste Statements gaben sie im Rahmen der Anga Com an.
Telekom-Chef Dirk Wössner
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Wie berichtet, hat die Bundesnetzagentur das Mindesterhöhungsgebot erhöht, das die Bieter pro Runde für die 5G-Frequenzen auf den Tisch legen müssen. Das Ziel: Die Auktion soll schneller zu Ende gehen. Für die Mobilfunknetzbetreiber ist dieser Schritt Wasser auf die Mühlen. Sie kritisieren schon lange das Auktionsdesign. So nutzte dann auch Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter das Breitband-Podium der Anga Com dazu, sich zum aktuellen Schritt des Regulierers zu äußern.

„Man verändert in einer laufenden Auktion das Auktionsdesign. Das ist nicht gerade ein Zeichen, dass alles perfekt läuft „, hieß es vom Deutschland-Chef des Konzerns. Er kritisierte auch, dass es bis heute Unklarheiten gibt, was die weiteren Bedingungen bei 5G angeht. So sei bis heute unklar, wie genau die lokalen Frequenzen zu verstehen seien und welche Möglichkeiten Inhaber dieser Frequenzen haben. Diese Frequenzen soll es kostenlos per Antragsverfahren geben. Für Ametsreiter ist nach eigenen Worten unklar, was genau „lokal“ bedeutet. „Ist das NRW? Oder ist das Berlin-Wedding? Oder doch nur ein Firmengelände?“

Statt Lizenzkosten zu zahlen hätte man Funklöcher stopfen können

In das gleiche Horn blies Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner. Er bezeichnete die nunmehr erreichte Höhe von 6,21 Milliarden Euro im Rahmen der Auktion als „katastrophal für Deutschland“. Ametsreiter stimmte zu. Es werde gerade ein Fehler wiederholt, der schon im Jahr 2000 mit den UMTS-Lizenzen begangen wurde. Die Netzbetreiber müssten viel Geld für ein Stück Papier, nämlich die Lizenzen, zahlen. Das Geld stünde für den Netzausbau nicht mehr zur Verfügung. Mit den Lizenzkosten, die jetzt schon auf dem Tisch liegen, sei es möglich, alle Funklöcher Deutschlands zu schließen.

Es gilt nun abzuwarten, ob die Auktion nun tatsächlich schneller zu Ende geht, als zuletzt zu erwarten war. Hinter vorgehaltener Hand war auf der Anga Com zu hören, dass nach wie vor keiner der befragten Netzbetreiber bereit ist, auf das fragliche Spektrum von 10 MHz zu verzichten. Die Auktion läuft seit mehr als 50 Tagen und hat sämtliche Experten-Erwartungen gesprengt.

Bildquellen:

  • 5G Symbolbild: T-Mobile Austria
  • Handy-Sendemast im ländlichen Raum: Thorsten Neuhetzki / inside handy
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3 KOMMENTARE

  1. Das hat nichts mit Parasiten oder dem Staat zutun.
    Die Netzbetreiber könnten ja auch einfach aufhören zu bieten.
    macht halt nur keiner.
    Das die Frequenzen Allgemein versteigert werden finde ich nur fragwürdig.
    Denn so schafft man es zum einen, eventuell neue Anbieter auszuschließen, weil ihnen das Geld fehlt immer weiter mit zubieten,
    zum anderen ist es auch für etablierte Betreiber immer ein ungewisser Kostenfaktor, für den Geld zurück gelegt werden muss. Geld was dann an anderer Stelle fehlt.
    Es wäre hier deutlich Sinnvoller einfach Festpreise für eine Lizens zu nehmen, und diese dann per Regulierung gerecht zu verteilen.

  2. President Putin Russland 🇷🇺, sagte das alle Netz Inhaber sollen 5G verbindung ab sofort haben.
    Warum immer nur Deutschland hat Probleme????

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