Telekom bremst UMTS aus: Darum kann dein Internet jetzt langsamer sein

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Nutzt du noch das UMTS-Netz der Telekom? Dann kann dieses ab sofort bei dir deutlich langsamer sein als bisher. Wir sagen dir, was dahintersteckt,warum die Telekom ihr Netz verlangsamt und was sie dazu sagt.
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Telekom-LogoBildquelle: Thorsten Neuhetzki

UMTS gilt als veraltete Netztechnologie. Doch gerade im Telekom-Netz gibt es noch viele Kunden, die kein LTE nutzen können. Zu lange hat die Telekom den Discountern im Netz keine Vermarktungsfreigabe für LTE gegeben. Eigentlich hatte die Telekom geplant, UMTS Ende dieses Jahres abzuschalten. Doch schon vor einigen Tagen deutete sich ein Richtungsschwenk an: UMTS bleibt auch über 2020 hinaus bestehen. Ab sofort tritt die Telekom aber auf die Bremse. UMTS ist bundesweit deutlich langsamer geworden.

Zahlreiche Messungen in weiten Teilen des Bundesgebietes zeigen: Mehr als 13 Mbit/s sind über UMTS der Telekom nicht mehr drin. Der Grund dafür: Die Telekom hat das Frequenzspektrum für UMTS beschnitten. Statt wie bislang bis 2 x 10 MHz Bandbreite sendet UMTS an allen getesteten Sendemasten nur noch mit 2 x 5 MHz. Darauf hatte uns der YouTuber Tobske aufmerksam gemacht.

Tobske hatte als erster vor wenigen Tagen auch einen Sendemast in Wittlich gefunden, auf dem Bereits 5G und LTE auf UMTS-Frequenzen sendet. Offiziell, so sagt die Telekom, ist das ein Testbetrieb. Bundesweit wäre dieser Betrieb in der dortigen Form auch nicht möglich, weil die Telekom für den dortigen Testbetrieb mehr Frequenzspektrum nutzt, als sie eigentlich zur Verfügung hat.

Kommen LTE und 5G schon bald bundesweit auf UMTS-Frequenzen?

Zu vermuten ist, dass die Telekom statt UMTS auf 10 MHz Spektrum nun nur noch 5 MHz nutzt und die übrigens 5 MHz für LTE und/oder 5G verwendet. Durch das neu eingeführte DSS-Verfahren könnte die Telekom sogar 5G und LTE parallel senden. Allerdings wäre mit dem Spektrum von 5 MHz keine große Bandbreite zu erwarten. Derzeit scheint das Frequenzspektrum aber ungenutzt zu sein.

Kannst du wegen deines Tarifes, eines fehlenden LTE-Handys oder mangelndem LTE-Empfang nur UMTS nutzen, ist die Maßnahme der Telekom nachteilig. Denn mit der Abschaltung der Frequenzen wird UMTS automatisch langsamer. Unsere Tests ergaben Messwerte im oft einstelligen Megabit-Bereich. Über 13 Mbit/s kamen wir in keinem der Tests. Nach Beobachtungen von Tobske sind zudem einige Stationen derart überlastetet, dass eine Nutzung gar nicht mehr möglich ist.

Telekom: Kunden sollen keine Unterschiede merken

Die Telekom geht nicht davon aus, dass es bei Kunden zu Problemen kommt. Ein Sprecher des Unternehmens teilte uns mit, dass Test der Telekom gezeigt hätten, „dass trotz der Reduzierung des für 3G eingesetzten Spektrums, eine Geschwindigkeitsveränderung im täglichen Gebrauch kaum spürbar wird.“ Er betonte weiterhin, dass „durch die zunehmende Verlagerung des Datenverkehrs aus dem 3G-Netz zu 4G (und 5G) […] die im 3G-Netz erlebbare Geschwindigkeit in der Regel in der gleichen Größenordnung wie bisher [erhalten bleibe].

Kunden bräuchten keine Sorge zu habe, in der jetzigen Situation kein oder nur noch langsames Internet nutzen zu können. Wenn es dennoch vereinzelt zu Netzüberlastungen komme, gehe man dem nach.

Deine Technik. Deine Meinung.

2 KOMMENTARE

  1. Man kann nicht und muss nicht die Ewigkeit veraltete Technologien unterstützen. Man muss sich weiterentwickeln und bewegen. Wer nicht möchte, muss raus.

  2. Die Telekom sendete nicht mit 2*10 MHz auf UMTS, sondern sie sendete mit 2*5 MHz und empfing mit 2*5 MHz. Das sind nun nur noch jeweils 5 MHz.

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