Telekom begräbt Festnetz-Pläne: Dieser Anschluss wird nicht kommen

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Die Deutsche Telekom hat in denen vergangenen Jahren mit verschiedenen Anschlussformen experimentiert – auch um das Festnetz zukunftsfähig zu machen. Nun wird bekannt: Ein einst hoffnungsvoller Plan wird nicht umgesetzt.
Telekom-Logo auf einer Holzwand
Bildquelle: inside digital / Thorsten Neuhetzki

Die Zukunft des Festnetzes basierte nach bisherigen Ideen der Telekom vor allem auf zwei Säulen. Eine ist der massive Ausbau des Glasfasernetzes. Dabei muss die Telekom jedes einzelne Haus mit einer Glasfaserleitung erschließen und auch jede Wohnung zusätzlich versorgen. Die zweite Säule hörte auf den Namen Fixed Wireless Access – kurz FWA. Dahinter verbirgt sich – stark vereinfacht gesagt – ein spezielles Mobilfunknetz. Doch genau das wird nun erst einmal nicht kommen.

Der Plan der Telekom war, statt jedes Haus mit Glasfaserleitungen zu versorgen, nur einige exponierte Standorte wie beispielsweise Laternen mit einer Glasfaserleitung zu versorgen. Dort sollten Antennen das Internetsignal per Funk in die Wohnungen schicken. Bei dir zu Hause hätte das spezielle Antennen idealerweise an der Außenseite deiner Wohnung bedeutet, aber auch – je nach Auf- und Ausbau des Netzes – eine schnellere Versorgung als per Glasfaser. Wie bei Glasfaser-Leitungen wäre nach Plänen der Telekom auch hier Gigabit-Internet möglich gewesen.

Markteinführung wegen mangelnder Qualität abgesagt

Doch nun erteilt die Telekom diesen Plänen eine Absage. Gegenüber dem IT-Portal Golem teilte eine Sprecherin des Telekom-Konzerns nun mit: „Wir haben Fixed Wireless Access ausführlich getestet, aber von einer Markteinführung vorerst abgesehen. Die Projektergebnisse haben unseren Qualitätsanforderungen noch nicht entsprochen.“ FWA bleibe aber ein spannendes Thema.

Zu den Gründen machte die Sprecherin gegenüber Golem keine Angaben. Zu vermuten ist aber, dass die verwendeten Frequenzen einen nicht unerheblichen Anteil an der jetzigen Kehrtwende haben dürften. Denn zum Einsatz gekommen wären Frequenzen im Bereich um 26 oder gar 60 Gigahertz. Zum Vergleich: Heutige Mobilfunknetze arbeiten je nach Standort und Standard zwischen 0,7 und 3,6 Gigahertz.

Je höher dieser Frequenzbereich ist, desto niedriger ist die Reichweite und die Durchdringung von Gegenständen. Schon 5G-Netze auf 3,6 GHz tun sich mit der Durchdringung von Wänden schwer. Bei 26 oder gar 60 GHz haben sich in der Vergangenheit sogar Telekom-Manager dahin gehend geäußert, dass ein Löschpapier zwischen Sende- und Empfangsantenne reichen würde, um die Verbindung zu unterbrechen. Es ist also eine stetige Sichtverbindung notwendig. Diese dürfte aber beispielsweise durch Starkregen oder Blätter an Bäumen oder plötzlich aufgebaute Baugerüste schon im Test zu oft unterbrochen worden sein.

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1 KOMMENTAR

  1. Druschi

    Keine Hektik Magenta-Jungs, nachdem ihr zusammen mit dem Börsengang die OPAL Projekte (optische Anschlussleitung, fiber to the home) gestoppt habt ( ist jetzt 25 Jahre her) ist ja nur noch Energie auf Ausreden verwandt worden. Schon mal davon gehört, dass die ressource „Frequenzen“ NICHT unerschöpflich ist ?Jetzt, wo ihr ohne einen flächendeckenden Glasfaserbackbone bis in die letzte Ecke euer tolles 5G einfachmal vergessen könnt geht mal gaaaanz laaangsam irgendwas los. Jämmerlich, aber immerhin bleibt ihr euch treu. Eure „Konkurrenz“ ist auch nicht besser, und zu den Flachzangen die angeblich an der digitalen Infrastruktur herumministern ist jedes Wort verschwendet. Einfach nur erbärmlich. Jeder Südkoreaner lacht uns völlig zu Recht aus.

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