Cyber-Attacke gegen Telegram: „Wenn Massen im McDonalds einen Whopper bestellen“

2 Minuten
Telegram, eine der meistgenannten WhatsApp-Alternativen, kämpft derzeit mit einem Cyberangriff. Die Attacke wird mutmaßlich aus China gesteuert und könnte mit aktuellen Unruhen in Hongkong im Zusammenhang stehen.
Telegram App-Icon
Bildquelle: Pixabay

Es gebe eine sehr starke DDoS-Attacke auf Server des Messenger-Dienstes Telegram, so die kurze und knappe Twitter-Erklärung der Leute hinter dem Messenger. Die Server würden über Bot-Netze mit unzähligen Sinnlos-Anfragen bombardiert, was extreme Leistungseinbußen und Ausfälle für wirkliche Nutzer der App mit sich bringe.

Telegram vergleicht die Attacke damit, als würden sich unzählige „Lemminge“ vor einem in die Schlange eines McDonalds-Restaurant drängeln und dort einen Whopper bestellen. Der Server sei nun fleißig dabei, den „Kunden“ zu antworten, dass sie hier falsch seien. Eine Art Sysiphos-Arbeit. Technisch kommen die Anfragen dabei von zahlreichen Privat-Computern, die mit Viren und Malware infiziert sind. Die Besitzer sind oft arg- und kenntnislos wie unschuldig. Die Whopper-Analogie ist eine ironische Erklärung für eine eigentlich ernste Angelegenheit.

Zusammenhang mit Hongkong-Protesten

Pavel Durov, CEO von Telegram, bringt die Cyberattacke in Zusammenhang mit der aktuellen Protestbewegung in Hongkong. In der Sonderverwaltungszone an der Südküste Chinas tobt ein Streit um ein umstrittenes Auslieferungsgesetz mit der Volksrepublik China. Die Auseinandersetzung wird derzeit gewalttätig auf den Straßen ausgefochten.

Laut Durov sei die Anfrage-Menge im Zeitverlauf besonders stark – bis zu 400 GB Volumen pro Sekunde – wenn auch die Protestbewegung in Hongkong aufbegehre. Dazu kämen die meisten IP-Adressen aus China. Laut Pavel Durov kein Ausnahmefall.

Gerade mit Fokus auf Privatsphäre und Datensicherheit ist Telegram in Krisenregionen und unter Aktivisten beliebt und häufig genutzt. Generell gilt Telegram als eine der meistgenutzten und besten Alternativen zu WhatsApp.

Mittlerweile hat sich die Lage stabilisiert, der Cyberangriff scheint ausgestanden. Sicherheit gebe es jedoch nicht. Außerdem nimmt ein kleiner Nebensatz eines Tweets vielen Nutzern die größte Sorge. Telegram schreibt „Your Data is safe“ und: Keiner der angreifenden Bots habe es auf Nutzerdaten („Your BigMac and Coke“) abgesehen, sondern nur auf die Server.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL