Telefónica-Chef Haas: "Kabelfusion wäre Ende des Breitband-Wettbewerbs"

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Telefónica wettert bei der EU gegen die angemeldete Übernahme von Unitymedia durch Vodafone. Diese wurde unlängst offiziell angemeldet, jetzt ist das Rennen um die überzeugendsten Stellungnahmen eröffnet. Telefónica-Deutschland-Chef Haas macht seine Position jedenfalls deutlich: Eine Fusion darf es nicht geben.
O2-Chef Markus Haas posiert im Anzug für ein Foto
Bildquelle: Telefónica

Es sei davon auszugehen, dass Verbrauchern durch Preiserhöhungen, meldende Angebotsvielfalt und weniger Wettbewerb im Service dauerhaft Nachteile entstehen, heißt es in einer Stellungnahme des Münchner Konzerns gegenüber inside handy. Vodafone hat die Übernahme von Unitymedia jetzt offiziell bei der EU-Kommission angemeldet. Sie stelle eine erhebliche Gefahr für Verbraucher, den Glasfaserausbau und den Wettbewerb in Deutschland dar. Knapp zwei Jahrzehnte nach der Privatisierung des Kabelnetzes käme es aus Sicht von Telefónica zu einer Quasi-Monopolisierung des deutschen TV-Kabelmarkts sowie einem Duopol im Breitband-Festnetzmarkt.

Dieses Duopol besteht aus Sicht von Telefónica ganz offensichtlich aus der neuen Vodafone sowie der Telekom. Nach der Fusion hätte Vodafone dann in allen 16 Bundesländern Zugriff auf eine Breitband-Kabelinfrastruktur. Zugleich würdenso Telefónicafür die beiden Duopol-Unternehmen und die verbleibenden Festnetzanbieter die Anreize für Investitionen in Glasfaserinfrastruktur schwinden. Der Grund: Sowohl für die Telekom als auch für Vodafone wäre es attraktiver, Kunden an bestehende Netze anzuschließen. Ein kostspieliger Infrastrukturwettlauf wäre teurer. Gleichzeitig gäbe es für Dritte wenig Anreiz, viel Geld für den Glasfaserausbau in die Hand zu nehmen. Das liege daran, dass über 70 Prozent der Kunden vertraglich an Kupfer- und Kabelnetze gebunden seien.

Telefónica steht ohne Festnetz da

Telefónica Deutschland hat sein Festnetz in Deutschland aufgegeben und an die Telekom verkauft. Die eigenen DSL-Anschlüsse schaltet das Unternehmen als reiner Wiederverkaufsanbieter zumeist über die Telekom. Gleichzeitig bindet Telefónica die eigenen Sendemasten im Mobilfunk derzeit zunehmend mit Glasfasernetzen an. Auch hier setzt der Anbieter jedoch auf Partner.

Diese Übernahme wäre gleichbedeutend mit dem Ende des Wettbewerbs im Kabelmarkt und im Breitband-Festnetz und der finale Hemmschuh für den Glasfaserausbau, lässt sich Deutschland-Chef Markus Haas in seiner Stellungnahme zur Kabel-Fusion zitieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass es zu einer Quasi-Monopolisierung wichtiger Teile der Infrastruktur kommt, die für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands von entscheidender Bedeutung ist. Zwanzig Jahre nach mühsamer Auf- und Abspaltung der Kabelnetze in regionale Gesellschaften wäre es nicht im Sinne des Wettbewerbs und der Verbraucher, wenn die Regierungsbehörden eine Rolle rückwärts ins Monopol zulassen.“

Schon vor der offiziellen Anmeldung bei der EU hatten sich verschiedene Seiten zu der möglichen Fusion geäußert. Die Kabel-Wettbewerber hatten sich für harte Auflagen ausgesprochen. Die EU-Kartellbehörde hat sich bis zum 27. November eine Frist zur Prüfung der Transaktion gesetzt. Sie könnten das Vorhaben durchwinken oder aber an Bedingungen knüpfen. Oder aber sie schauen genau hin und leiten eine vertiefende Prüfung ein.

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1 KOMMENTAR

  1. Leider zeigt das wieder einmal das Herr Haas keine Ahnung hat von dem was er da sagt und tut. Wenn ein Anbieter ein so grosses Kabelnetz betreibt muss das Telefonnetz ausgebaut werden, damit der Telekom nicht die Kunden weg laufen, da Vodafone das deutlich schnellere Netz hat. Aus dem Festnetz Bereich aus zus teigen war unter dessen ebenfalls ein Riesen Fehler. Das o2 es nicht geschafft hat den Festnetzbereich Profitabel zu machen und entsprechend Kunden zu überzeugen, haben sie selber zu verantworten. Seit Anfang an wo es Festnetz von o2 gibt wurde alles falsch gemacht was man falsch machen kann.
    Bei so einem Unternehmen Kunde zu werden sollte man sich genau überlegen.

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