Strompreis-Schock: Platzt der E-Auto-Traum schon 2023?

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Eigentlich sollte das E-Auto die Verkehrswende mit vorantreiben. Doch die immer weiter steigenden Strompreise werden allmählich zum Problem. Mehr noch. Denn 2023 dürfte das E-Auto nicht nur aufgrund immens hoher Strompreise unattraktiver werden.
Strompreis-Schock: Platzt der E-Auto-Traum schon 2023?
Strompreis-Schock: Platzt der E-Auto-Traum schon 2023?Bildquelle: Emily Rusch / Unsplash

Für viele Autofahrer ist das E-Auto der Heilige Gral. Wer einmal vom Verbrenner umgestiegen ist, will meist auch nicht mehr zurück, wie eine aktuelle Umfrage ergibt. Doch wer noch kein Elektroauto hat, stellt sich derzeit die Frage, ob es angesichts der immer weiter steigenden Strompreis denn überhaupt Sinn ergibt, seinen Diesel oder Benziner gegen einen Stromer zu tauschen. So ist zwar das Verbrenner-Aus für 2035 beschlossen. Doch das gilt nur für ab diesem Zeitpunkt neu zugelassene Fahrzeuge. Wer dann noch einen Verbrenner hat, kann damit weiterfahren, bis er auseinanderfällt. Bleibt der Verbrenner weiterhin eine günstige Option zum Stromer? Oder führt am E-Auto kein Weg vorbei?

Das E-Auto hat die Nase vorn, aber nicht mehr lange

Mit diversen Geldspritzen versucht die Regierung dem Autofahrer das E-Auto schmackhaft zu machen. Bis 2030 sollen rund 15 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren. Aktuell ist es nicht einmal eine Million. Doch die Energiekrise und steigende Strompreise bringen die Elektromobilität in die Bredouille. Hinzu kommt: Ab 2023 gibt es beim Kauf eines Stromers deutlich weniger Umweltprämie. Und die Inflation lässt die Preise für Neuwagen weiter steigen. Tesla etwa erhöhte dieses Jahr sogar mehrfach die Preise. Zuletzt wurde das Tesla Model 3 in Summe 8.000 Euro teurer – von einem auf den anderen Tag. Steigen Strompreise, Inflation, Kürzung der Umweltprämie: All das könnte dazu führen, dass der Traum vom E-Auto schneller platzt, als sich das so mancher vorgestellt hat.

Geht man aktuell von 1,90 Euro für einen Liter Superbenzin und 50 Cent pro kWh aus und rechnet das auf 100 Kilometer mit jeweils 10 l und 20 kW hoch, hat das E-Auto gegenüber dem Verbrenner die Nase vorn. Auf diese Strecke ist der Stromer 9 Euro günstiger. Der Strompreis müsste in dem Fall bei 95 Cent pro kWh liegen, damit der Vorteil des E-Autos dahin ist. Doch das ist kein unwahrscheinliches Szenario. Denn: Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck rechnet im kommenden Jahr mit einer Verdopplung der Strompreise.

Es gibt kein Zurück mehr

„Die Strompreisexplosion könnte zu einer akuten Gefahr für die Verkehrswende werden“, sagt Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch-Gladbach in einem Interview. Und wird der Stromer im Verbrauch teurer als Benziner oder Diesel, werde sich kaum noch jemand ein Elektroauto kaufen. Auch das CAR-Institut rechnet im kommenden Jahr mit einer Kaufblockade.

Tesla-Fahrer verblüfft mit irrer Aktion: Nichts für schwache Nerven

Preiserhöhungen seitens der Autobauer, sich verdoppelnde Stromkosten und niedriger ausfallende Finanzspritzen dürften das E-Auto 2023 also unattraktiver machen. Freuen dürfen sich all die, die bereits ein E-Auto und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben. Langfristig jedoch gehört die Zukunft der Elektromobilität. Durch den weiter voranschreitenden Ausbau erneuerbarer Energien wird der Strompreis irgendwann wieder sinken. Und für die meisten Autobauer gibt es ohnehin kein Zurück mehr zum Verbrenner.

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6 KOMMENTARE

  1. Steve Jobs

    ZENSUR durch und durch!
    Freie Meinungsäußerung ist verboten und Kommentare werden gelöscht, wenn diese nicht der eigenen Gesinnung entsprechen!
    Willkommen in der DDR 4.0 … das Land der Verbote und Vorschriften, so wie es die Politik fordert und vorgibt.

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    • Blasius Kawalkowski inside digital Team

      Freie Meinungsäußerung ist vollkommen in Ordnung. Beleidigungen und Rassismus hingegen nicht. Und jeder Kommentar, der Menschen oder Gruppen beleidigt, ausgrenzt oder in irgendeiner anderen Art verunglimpft, wird von uns gelöscht. Und wenn du deine Meinung äußern willst, tu es unter deinem richtigen Namen und nicht als „Steve Jobs“. Oder hast du Angst vor etwas?

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  2. Manfred Hauptreif

    Durch den weiteren Ausbau der „Erneuerbaren Energien“ wird der Strompreis sinken!??
    Solange man keine kostengünstigen riesigen Stromspeicher sein Eigen nennt und man für das Backup ein umfangreiches Sortiment an grundlastfähigen Kraftwerken benötigt, wird genau das passieren, was bisher durch den unüberlegten Ausbau passiert ist. Strom bleibt knapp und die Preise werden steigen!

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  3. Thomas

    Herrlich was so in Netz kursiert!
    1. Der Preis für flüssige Kraftstoffe wird auch mir SICHERHEIT weiter kräftig ansteigen.
    2. Wer zahlt denn bitte aktuell 50 €ent /kwh. Bitte bedenken das die meisten km bei einem Elektroauto zu Hause nachgeladen werden und nicht an öffentlichen Säulen! Und bei aktuell ca. 30 €ent/kWh sieht die Rechnung anders aus: 20kWh für 100km -> 20kWh mal 0,3€/kwh = 6€ für 100 km!
    Wenn sich dann der Preis tatsächlich verdoppelt sind es 12€ für 100km!
    3. Was der Verbrenner an CO2 mit seinem Kraftstoff bezahlt, bekommt der Elektrofahrer mittel THG-Quote … Klingt unfair, ist aber so.
    4. Schauen wir doch mal innerhalb der nicht deutschen EU was da so los ist: z.B. Frankreich Bitte mal suchen nach „umweltzone frankreich“ In diesen Zonen sind auch EURO6 Fahrzeuge ab 2028 nicht mehr erwünscht! Ja es gibt Ausnahmen (z.B. weniger als 6.000 km pro Jahr, Gehbehinderung usw.) aber das kennen wir doch auch schon! Rote, gelbe und grüne Plaketten für unsere Umweltzonen. Wie schnell gab es keine Diesel mit roter Plakette mehr?
    5. Ganz ehrlich unabhängig von den ganzen politischen und idealistischen Meinungen und Diskussionen: 10L Benzin beinhalten ca. 85 kWh Energie in 20 kWh Strom sind 20 kWh Energie enthalten. Benzin ist entweder Ölbasierend und damit ein endlicher Rohstoff oder muss aufwendig über Umwege mittels Strom hergestellt werden.
    Es gibt wirklich gute Elektrofahrzeuge die deutlich unter 15 kWh auf 100km verbrauchen. Danach muss man suchen und darauf muss man achten (wenn man sparen will z.B. Geld, Ressourcen, Nerven) Es gibt kein weiter machen wir bisher.
    AUGEN auf und weiter Entwickeln

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  4. Danilo Oeser

    Hallöchen.
    Mein Diesel nimmt 4,2 l auf 100km, bedeutet das nicht, dass ich derzeit schon günstiger fahre als ein/e E-Autobesitzer*in? Wenn wir zusätzlich noch die Anschaffung mit berechnet, dann ist der umstieg eine Milchmädchen Rechnung. Ich habe schon länger überlegt ob ich umsteigen soll, zumindest aus Umwelt Gründen, doch die Preise und die Vorstellung an erzeugten Schadstoffen bei der Produktion der Autos sowie der Akkus schreckt mich etwas ab. Ich bin der Meinung, der Wechsel lohnt sich nur, wenn das aktuelle Fahrzeug sowieso hin ist und eine Reparatur kaum möglich. Sollte man intakte Fahrzeuge eintauschen ist der Schaden in allen Bereichen größer als der Nutzen und es sieht nur nach außen gut aus.

    Liebe Grüße an alle hier. 🙂

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  5. P. M. Voßberg

    Die Autofahrer werden auch weiterhin von den Autokonzernen und der Politiklobby verarscht werden. Ich erinnere nur mal daran das den Autokäufern vor einiger Zeit nahe gelegt wurde einen Diesel zu kaufen, weil der ja umweltfreundlicher wäre wie ein Benziner. Und als viele dann umgestiegen sind wurde der Diesel immer teurer. Nun also Elektroauto. Was wird also passieren? Der Strom wird teurer werden, schon deshalb, weil die gierigen Hände des Staates nicht auf die lukrativen Einnahmen der Energiesteuer verzichten werden. Von den immensen Schäden für die Umwelt, die bei der Batterieerzeugung entstehen mal abgesehen. Diese sind immens, und werden der Natur den Rest geben, wenn die von der Politik geforderten zig Millionen E-Autos gebaut werden. Die dafür erforderlichen Energiemengen können gar nicht dafür bereit gestellt werden, ohne das uns der Strom ausgeht. Schon vor hundert Jahren erkannte übrigens Werner von Siemens das das E-Auto eine Sackgasse ist.

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