Stromanbieter kündigt tausenden Kunden: Stadtwerke mit Problemen

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Ein Stromanbieter mit mehreren hunderttausend Kunden streicht die Segel und kündigt seinen Kunden. Das bringt jetzt sogar Stadtwerke ins Schlingern und macht Probleme. Wir zeigen dir, was du tun kannst.
Stromzähler
Drehen sich die Stromzähler für manche Kunden bald wieder schneller?Bildquelle: Stadtwerke Karlsruhe

Das Aus der Stromanbieter Stromio und Grünwelt hat nicht nur die Kunden überrascht, sondern auch zahlreiche Stadtwerke. Sie haben sprichwörtlich über Nacht teils mehrere tausend Kunden hinzugewonnen – die sie aber gar nicht haben wollen. Denn sie alle haben nun ein Problem: Sie müssen diese Kunden mit Strom versorgen.

Stromanbieter stellen Neukundengeschäft ein

Wenn die Stadtwerke den Strom nicht selbst erzeugen – was die wenigsten tun – dann müssen sie den Strom einkaufen. Was sich bei bestehenden Kunden idealerweise über langfristige Kontrakte vorausschauend und zu moderaten Preisen machen lässt, geht bei diesen Kunden nicht. Die Folge: Der Strom muss an der Börse kurzfristig eingekauft werden, damit er ins Netz kommt. Und das ist teuer. So teuer, dass erste Stadtwerke schon die Notbremse ziehen.

So lassen etwa die für Erfurt zuständigen Stadtwerke SWE Energie GmbH wissen, dass sie derzeit keine regulären Neukunden mehr annehmen. „Aufgrund der derzeitigen Marktsituation ist der Vertragsabschluss für Neukunden vorübergehend nicht möglich“, heißt es auf der Webseite. Zur Aufnahme der Kunden in der Grundversorgung sind sie allerdings verpflichtet. Diese ist vergleichsweise teuer, sodass Kunden hier gut beraten sind, den Anbieter schnellstmöglich zu wechseln. Ein Tarifwechsel zu einem anderen Tarif der SWE Energie ist in diesem Fall allerdings nicht möglich. Im Gebiet der SWE Energie geht es um 1.500 Kunden, die der Anbieter jetzt zusätzlich versorgen muss. Immerhin: Durch das Konstrukt der Grundversorgung und dem Rückfall in diese blieb das Licht über Weihnachten überall an.

Auch eprimo stoppt Neukunden-Angebote

Der plötzliche Ansturm von tausender Kunden kann aber so auch einen gestandenen Stromanbieter in Bedrängnis bringen. Da nun, nach dem Aus von Stromio und Grünwelt, wohl mehrere hunderttausend Kunden auf der Suche nach einem neuen Anbieter sind, wird es in den nächsten Wochen voraussichtlich noch einige Überraschungen geben. Schon vor Wochen hat beispielsweise auch eprimo sein Neukundengeschäft zunächst eingeschränkt und jetzt eingestellt. „Die rasant steigenden Preise an den Handelsmärkten für Strom und Gas stellen die gesamte Energiebranche vor eine Herausforderung. Bedingt durch die aktuellen Schwankungen haben wir bei eprimo jetzt vorübergehend unsere Tarife für Neukunden aus dem Angebot genommen“, so der Anbieter auf seiner Webseite. Dabei ist eprimo kein reiner Strom-Broker, sondern gehört zur EON Energie.

Für dich als Kunden, der jetzt auf der Suche nach einem neuen Stromanbieter ist, heißt diese Bewegung auf dem Markt, dass du eine deutlich kleine Auswahl an Anbietern hast, die zudem ihre Preise kräftig angezogen haben. Solltest du einen guten Tarif sehen, solltest du sofort buchen – denn die Preise ändern sich täglich.

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