Strom tanken wird teurer: EnBW erhöht die Preise zum Teil drastisch

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Das Aufladen von Elektroautos wird bei einem der wichtigsten Anbieter Deutschlands teurer. Und das zum Teil deutlich. Wir verraten dir alle Details zu der für den 6. Juli geplanten Preiserhöhung bei EnBW emobility+.
EnBW Hypernetz Stromtankstelle
Strom tanken bei eMobility+ von EnBW: Ab Juli wird es teurer.Bildquelle: EnBW

Für viele Fahrer von Elektroautos wird das Aufladen ihres Fahrzeugs ab Juli teurer. Denn ab dem 6. Juli berechnet EnBW für die Nutzung von EnBW mobility+ neue Preise. Sowohl bei der Nutzung per App als auch bei Verwendung einer passenden Ladekarte musst du mit einer Preiserhöhung rechnen. EnBW mobility+ gehört in Deutschland zu den beliebtesten Apps für Ladevorgänge an E-Autos, weil das Angebot durch eine einfache Preisstruktur überzeugt. Zudem sind die Preise pro Kilowattstunde (kWh) im Vergleich mit anderen Anbietern recht günstig.

EnBW emobility+: Es wird teurer und unübersichtlicher

Und die gute Nachricht ist: Auch nach der nun verkündeten Preiserhöhung bleibt EnBW mobility+ preislich attraktiv. Dennoch ergeben sich zum Teil kräftige Preissteigerungen. Denn ab dem 6. Juli wird nicht nur der Standard-Tarif teurer, sondern auch der Viellader-Tarif. Und auch beim Vorteils-Tarif, der für Privatkunden von EnBW gültig ist, kostet in Zukunft mehr. Darüber hinaus unterscheidet EnBW im Viellader- und im Vorteils-Tarif in Zukunft zwischen Ladesäulen aus eigenem Hause und anderen Betreibern. An Fremd-Ladesäulen gilt in diesen beiden Tarifen in Zukunft ein höherer kWh-Preis.

Die neuen Preise im Standard-Tarif

Wenn du nur wenig mit einem E-Auto fährst, ist der flexible Standard-Tarif die passende Wahl für dich. Ohne Grundgebühr lädst du damit ab dem 6. Juli an AC-Ladesäulen für 45 Cent pro kWh. Bisher wurden 39 Cent fällig. Schneller geht es an DC-Ladesäulen. Dort werden im Standard-Tarif künftig 55 statt der bisher berechneten 49 Cent pro kWh abgebucht. Ausnahme: An Ladesäulen von Ionity musst du sogar 79 Cent pro kWh bezahlen. Ionity gilt im HyperNetz von EnBW als sogenannter Hochpreis-Betreiber – weitere Anbieter können folgen.

Neue Preise im Viellader-Tarif

In gleich mehrfacher Hinsicht ändern sich die Konditionen im Viellader-Tarif. Zum einen erhöhen sich auch hier die kWh-Preise. Statt 29 Cent (AC) beziehungsweise 39 Cent (DC) gelten in Zukunft an Ladesäulen von EnBW kWh-Preise in Höhe von 36 (AC) beziehungsweise 46 Cent (DC). An Ladesäulen von anderen Betreibern werden sogar 39 beziehungsweise 49 Cent pro geladener kWh fällig. Das Laden an Ladesäulen von Ionity kostet auch in diesem Tarif 79 Cent pro kWh.

Erschwerend kommt hinzu, dass EnBW aber auch noch an anderer Stelle an der Preisschraube dreht. Denn neben den kWh-Preisen erhöht EnBW auch die Grundgebühr. Sie liegt ab dem 6. Juli bei 5,99 statt bisher bei 4,99 Euro. Deswegen lohnt sich der Viellader-Tarif in Zukunft auch erst, wenn man mindestens 70 kWh im Monat lädt. Bisher rechnete er sich schon bei mindestens 50 kWh monatlich. Wie gewohnt ist beim Viellader-Tarif eine NFC-Ladekarte kostenlos inklusive. Im Standard-Tarif werden für die Karte einmalig 9,90 Euro fällig.

Die neuen Preise im Vorteils-Tarif

Bist du Kunde von EnBW und beziehst Strom oder Gas in deinem Privathaushalt über den Energieriesen aus Karlsruhe, kannst du den Standard-Tarif zu Vorteilspreisen nutzen. Du zahlst also keine Grundgebühr und etwas niedrigere kWh-Preise. Statt bisher 29 Cent pro kWh an AC- und 39 Cent pro kWh an DC-Ladesäulen, wird in Zukunft im Vorteils-Tarif ebenfalls zwischen Ladevorgängen an EnBW-Ladestellen und Ladestationen anderer Betreiber unterschieden.

Heißt: Das Laden an EnBW-Ladestationen ist in Zukunft für 38 Cent pro kWh (AC) beziehungsweise 48 Cent (DC) möglich. An den Ladesäulen anderer Betreiber werden 42 Cent pro kWh (AC) beziehungsweise 52 Cent pro kWh (DC) fällig. Das entspricht Preiserhöhungen zwischen 23 und 45 Prozent. Das Aufladen an Ladesäulen von Ionity kostet im Vorteils-Tarif wie gewohnt 79 Cent pro kWh.

Ebenfalls wichtig zu wissen: In allen Tarifen bezahlst du eine Blockiergebühr in Höhe von 10 Cent pro Minute, wenn du länger als vier Stunden an einer Ladesäule Strom für dein E-Auto nachlädst; gedeckelt auf maximal 12 Euro.

Grafik zu den neuen Preisen bei EnBW mobility+ ab Juli 2021.
Das sind die neuen Preise bei EnBW mobility+ ab dem 6. Juli 2021.

Warum erhöht EnBW die Preise?

In einer E-Mail an seine Kunden argumentiert EnBW, dass die neuen Preise aufgrund von „dynamischen Kostenentwicklungen“ notwendig seien. Damit sind vor allem die Kosten für den Ausbau des Schnellladenetzes gemeint. Erst kürzlich hatte EnBW angekündigt, am Kamener Kreuz (A1/A2) den größten Ladepark mit Schnellladesäulen in Europa für E-Autos errichten zu wollen. Und das ist nur ein Beispiel. „Wir investieren und bauen kräftig weiter, damit wir den Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos die beste Ladeinfrastruktur auf deutschen Straßen bieten können“, sagt EnBW Manager Timo Sillober.

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13 KOMMENTARE

  1. Dreht so lange an der Preisschraube bis sie bricht! Weiterer Ausbau kostet natürlich. Aber wenn sich die Masse das E Auto nicht mehr leisten kann, dann wird das eine Milchmädchenrechnung. Zugegeben, die Inflation wird in den kommenden Jahren eine Geldvernichtende und Staatsentschuldende Rolle spielen, steigende Löhne können das aber nicht abfedern. Wohl dem, der in Zukunft gesund zu Fuß ist.

  2. Es muss jedem klar sein, dass sich E-Mobilität in dem Land mit den weltweit höchsten Stromkosten niemals rentieren wird. Durch den Ausstieg aus der Atomenergie und dem Verringern des Strom aus fossilen Brennstoffen wird es in den nächsten Jahren auch nur eine Richtung geben.

  3. Diese Preiserhöhung von mehr als 25% ist völlig unbegreifbar und eine bodenlose Frechheit. Damit hat sich ENBW keinen gefallen getan. Hoffe nur das es genügend Kunden gibt die ENBW den Rücken kehren. So wird das mit der E – Mobilität in Deutschland nie was, ist so schon einen reine Luxus Sache sich ein E – Auto zu leisten. Wenn man denkt man kann sparen und besonders günstig unterwegs sein der hat sich aber gewaltig geschnitten, denn diese Strom Multis ziehen den Kunden das Fell über Ohren, ich sagen nur ENBW und Ionity. Ich frage mich auch warum wir in Deutschland den Ausbau von E- Lade Stationen im Ausland mit finanzieren sollen. Also wenn ich könnte dann würde ich mein E – Auto sofort wieder zurück geben und auf einen Verbrenner umsteigen, das ist zwar auch nicht billiger, aber man kommt mit einen Tankfüllung in den meisten Fällen doppelt so weit. Scheiß E-Mobilität, wer hat sich diesen schwach Sinn einfallen lassen.

    • Naja, du darfst aber nicht vergessen, dass auch das Fahren mit einem Verbrenner in den kommenden Jahren immer teurer werden drüfte. Stichwort: CO2-Bepreisung. Insbesondere bei einem Wechsel in der Regierung ab September könnte ordentlich Dynamik in diese Thematik kommen.

  4. Diese Preiserhöhung von mehr als 25% ist völlig unbegreifbar und eine bodenlose Frechheit. Damit hat sich ENBW keinen gefallen getan. Hoffe nur das es genügend Kunden gibt die ENBW den Rücken kehren. So wird das mit der E – Mobilität in Deutschland nie was, ist so schon einen reine Luxus Sache sich ein E – Auto zu leisten. Wenn man denkt man kann sparen und besonders günstig unterwegs sein der hat sich aber gewaltig geschnitten. Ich frage mich auch warum wir in Deutschland den Ausbau von E- Lade Stationen im Ausland mit finanzieren sollen. Also wenn ich könnte dann würde ich mein E – Auto sofort wieder zurück geben und auf einen Verbrenner umsteigen, das ist zwar auch nicht billiger, aber man kommt mit einen Tankfüllung in den meisten Fällen doppelt so weit.

  5. das mit der CO2 Bepreisung ist mir bewusst, ich bezweifle jedoch das es sich jemals Lohnen wird ein E- Auto zu fahren, dafür werden schon die gierigen Strommultis sorgen. Es ist ja nicht so das ich meine E- Auto nicht mag, trotzdem ist es eine Frechheit die Preise gleich um mehr als 25% anzuheben und dies dann auch noch als „Moderat“ zu bezeichnen.

  6. Ich stimme Patrik S. voll zu, so wird es kommen, demnächst können sich nur noch reiche Säcke und blauäugige Politiker mit Rosaroter Brille das Auto fahren leisten.

  7. Bis jetzt waren die Kosten pro 100 km fast die gleichen wie beim Diesel. Das Laden musste man sich eh schon schön reden. Jetzt wird es total uninteressant. Ein E oder Hybrid kommt mir so schnell nicht wieder ins Haus.

  8. Augen auf beim Autokauf. Wer beim Autokauf gespart hat, zahlt die Differenz eben an EnBW & Co.
    Einfach zu Tesla wechseln, Tesla hat nach wie vor die niedrigsten Strompreise von allen und zum Teil ist das Laden auch komplett kostenfrei.

  9. Höchstwahrscheinlich macht man das nur so teuer, damit sich elektroautos nicht lohnen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die autoindustrie ein bisschen ihre Finger da drin hat.

  10. Da bin ich froh einen Tesla zu fahren und in meiner Garage mit Solarstrom Laden zu können. Unterwegs nutze ich die Supercarger und „Normale“ öffentliche Ladesäulen benötige ich daher sehr selten.
    25 % und mehr zu erhöhen ist eine Frechheit und in keinster Weise zu rechtfertigen. Die EEX-Strompreise schwanken um die 4cent/kWh. Die Installation von Ladesäulen wird staatlich subventioniert – eine Megadachkonstruktion a la Tankstelle ist kostenintensiv und überflüssig. Es gibt somit keine Gründe für die Erhöhung ausser einer Gewinnmaximierung von ENBW.

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