Starlink-Schüssel: 500 Euro vom Staat - mit diesem Haken

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Deutschland hat bekanntermaßen ein Breitband-Problem. Und es gibt Häuser in Deutschland, bei denen es in absehbarer Zeit nicht wirtschaftlich ist, diese mit Glasfaserleitungen zu erschließen. Jetzt will der Bund Satelliten-Internet fördern. Die Pläne sind konkret.
Eine Starlink-Satelliten-Antenne
Starlink-Antenne für Internet per SatellitBildquelle: Starlink

Wie das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur jetzt bekannt gab, legt es eine neue Förderung für Internetanschlüsse in Einzel- und Randlagen auf. Die Abstimmung des Digitalisierungszuschuss mit den Bundesländern sind jetzt gestartet. Das Ziel: Auch extrem abgelegene Grundstücke sollen an das schnelle Internet angeschlossen werden. Dabei geht es um jene Haushalte, die mit Gigabit-Festnetzanschlüssen nur schwer oder überhaupt nicht zu erschließen sind.

„Natürlich treiben wir den Ausbau unserer Glasfaserinfrastruktur weiter engagiert voran“, betont der zuständige Verkehrsminister Andreas Scheuer. Doch in den abgelegenen Gegenden sei fehlendes schnelles Internet auch im Blick auf Home-Office und Home-Schooling ein Problem. „Deshalb möchte ich ein Gutscheinprogramm auflegen, mit dem die betroffenen Haushalte eine kurzfristige Perspektive für eine vernünftige Internetversorgung erhalten“, so Scheuer. Mit dem Digitalisierungszuschuss ergänze man die Graue-Flecken-Förderung dort, wo der Aufwand für eine Anbindung ans Netz besonders hoch ist.

Haus muss aus Graue-Flecken-Förderung rausfallen

Bei normalen Förderanträgen für den Ausbau von Netzen wurden Einzel- und Randlagen aufgrund der Erschließungskosten oftmals außen vor gelassen. Nun sollen im  Rahmen der Graue-Flecken-Förderung alle förderfähigen Anschlüsse einer Verwaltungseinheit (Gemeinde, Ortsteil, Landkreis o.ä.) zu einem Fördergebiet zusammengefasst werden. Dort, wo sich die Glasfaseranbindung nicht lohnt und die förderfähigen Kosten übersteigt, sollen Eigentümer künftig einen Digitalisierungszuschauss bekommen. Damit sollen ausdrücklich „alternative nicht-leitungsgebundene Internetanbindungen“ gefördert werden.

Der Zuschuss soll bis zu 500 Euro etwa für Satellitenlösungen betragen. Alternativ können auch 90 Prozent der Ausgaben für die Anschaffung und Installation der technischen Ausrüstung. Maximal ist diese auf 10.000 Euro gedeckelt.

Kritik am Förderprogramm

Das Programm werde derzeit mit den Bundesländern abgestimmt. Bis es soweit ist, wird es also wohl noch etwas dauern. Zumal es bereits Kritik gibt. So kritisiert der Branchenverband VATM, dass die Regelungen „weit hinter dem zurück“ bleibe, was die Bundesregierung als Digitalisierungshilfe noch vor wenigen Wochen versprochen habe. „Die Begrenzung der Voucherlösung auf extreme Randlagen im Sinne der neuen Förderrichtlinie kann die Lage nur für ganz wenige Bürgerinnen und Bürger verbessern“, kritisiert der Chef des Verbandes Jürgen Grützner. Der Grund: Wenn ein Ausbau einer Gegend geplant sei, fließt kein Geld. Auch, wenn die Bagger erst in ein paar Jahren anrollen. „In den allermeisten Fällen geht es gerade nicht darum, eine Lücke in der neuen Gigabit-Förderung zu schließen, sondern schlicht überall die Zeit erfolgreich zu überbrücken, bis eine Förderung überhaupt greift und die Bagger wirklich rollen“, so Grützner.

Der Voucher käme viel zu spät, da auch erst im Rahmen des künftigen Graue-Flecken-Förderprogramms eine solche Einzel- oder Randlage gemäß der Gigabit-Richtlinie bürokratisch festgestellt werden müsse. Nur wenn hier ein Glasfaserausbau nicht erfolgt, weil die Erschließungskosten zu hoch wären und keine ausreichende Selbstbeteiligung am Ausbau erfolgt, soll der Gutschein zum Einsatz kommen – statt Glasfaseranschluss. Solche Verfahren könnten Jahre dauern.

Bis du Geld für die Anschaffung deiner Satelliten-Schüssel beantragen kannst, werden also noch Monate oder gar Jahre vergehen. Dazu kommt, dass Starlink dich mit hohen monatlichen Kosten zusätzlich belastet. Denn neben den monatlichen Grundkosten fallen auch ungewöhnlich hohe Stromkosten an. Als Alternative gibt es Eutelsat Konnect mit geringeren Grundkosten und geringeren Hardwarekosten aber auch langsameren Verbindungen.

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