Starlink im Test: Das sind die Erfahrungen der ersten Nutzer

4 Minuten
Starlink ist in Deutschland in ersten Regionen gestartet. Das Internet per Satellit ist deutlich einfacher und schneller als bisheriges Satelliten-Internet zu nutzen. Wie gut ist es wirklich? Erste Beta-Tester berichten.
Eine Starlink-Satelliten-Antenne
Starlink-Antenne für Internet per SatellitBildquelle: Starlink

Erste Nutzer in Deutschland haben in den vergangenen Wochen ihre Hardware von Starlink erhalten. Je nach Satelliten-Konstellation ist es in einigen Regionen bereits heute möglich, den Dienst, der offiziell noch in der Beta-Phase ist, zu nutzen. Auf Youtube berichten diese Nutzer von ihren Erfahrungen.

Demnach kommt das Paket mit der notwendigen Spezial-Hardware direkt aus den USA. Im Paket ist die Satellitenantenne bereits mit einem Power-over-Ethernet-Adapter und dem Starlink-Modem vorverkabelt, sodass selbst absolute Anfänger keine Probleme haben sollten, die Anlage in Betrieb zu nehmen.

Die Installation von Starlink

Voraussetzung zum Betrieb ist ein freier Blick in den Himmel. Ein Balkon, bei dem über dir ein weiterer Balkon des Nachbarn verbaut ist, ist also eher ungeeignet. Anders als bei TV-Satelliten-Antennen geht es primär um den Blick nach oben, nicht in Richtung Süden. Die Antenne hat einen eingebauten Motor und richtet sich eigenständig aus. Ideal für den Aufbau ist ein Garten, eine Wiese oder ein Dach.

Das größte Problem dürfte die Durchführung des Kabels von draußen nach drinnen darstellen. Hier solltest du als Mieter auf jeden Fall mit deinem Vermieter sprechen, bevor du ein Loch durch die Wand bohrst. Ein Standfuß für die Satellitenschüssel liefert Starlink mit, Werkzeug brauchst du zum Aufbau nicht. So kann dieser binnen fünf Minuten erledigt sein.

Zur Inbetriebnahme musst du dich beispielsweise per Smartphone mit dem unverschlüsselten WLAN des Starlink-Modems verbinden. Auf der erscheinenden Seite musst du nun deinen gewünschten WLAN-Namen und ein Passwort vergeben. Du wirst anschließend von dem WLAN getrennt und musst dich mit deinem gerade vergebenen WLAN neu verbinden. Anschließend wirst du automatisch online sein.

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Internet per Starlink in der Praxis

Jene Tester, die Starlink bereits nutzen, zeigen sich durchweg begeistert. Allerdings unterliegt der Internetzugang offenbar starken Schwankungen in Sachen Geschwindigkeit. So berichtet Alex’s Universe auf Youtube, dass er in der Spitze 330 Mbit/s im Downstream messen konnte. Allerdings waren auch Messungen im zweistelligen Megabit-Bereich dabei. Das war „deutlich besser als ich erwartet habe“, sagt der Youtuber nach einer Woche Nutzung. Der Ping liegt im Mittel bei 45 Millisekunden, schwankt aber naturgemäß je nach Dienst und Server.

Starlink weist darauf hin, dass es vorkommen kann, dass du zeitweise keinen Internetzugang hast. Diese Downtime ist nach Angaben der derzeitigen Nutzer jedoch zu vernachlässigen. Es handele sich nur um wenige Minuten pro Tag. Diese Zeit nutzt Starlink offenbar, um Software-Updates in ihrem System auszuspielen. In Deutschland erfolge das nachts, sodass nur wenige Nutzer den Ausfall bemerken sollten.

Es scheint hier jedoch täglich unterschiedliche Zeiten zu geben. In einem Screenshot des Videos ist zu sehen, dass die Software des Starlink-Routers für einen 24-Stunden-Zeitraum eine Downtime von 39 Minuten angibt. Davon seien 19 Minuten für die Beta-Downtime genutzt würden, elf Minuten habe es keinen Satelliten-Empfang gegeben.

Erstes Starlink-Fazit

Wir von inside digital haben derzeit keine Möglichkeit, Starlink zu testen und sind daher auf derartige Berichte von Beta-Testern angewiesen. Unser Eindruck: Für jene, die auf anderem Weg kein schnelles Internet bekommen, kann Starlink durchaus eine Alternative sein. Allerdings: Solltest du die Möglichkeit haben einen VDSL-Anschluss zu buchen und sollten dir 50 Mbit/s ausreichen, so ist dieses preislich der attraktivere Deal. Denn Starlink kostet monatlich 99 Euro, hinzu kommen Einmalkosten von fast 560 Euro für die Technik. Und: Du musst offenbar mit hohen Stromkosten rechnen. Die Anlage soll mehr als 100 Watt benötigen. Das bedeutet Stromkosten von 200 Euro und mehr im Jahr nur für Starlink.

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8 KOMMENTARE

  1. Solange sich an der Preispolitik nicht grundlegend etwas ändert – was ich nicht erwarte – sind Starlink und Co. ein wahres Verbrechen an der Menschheit. Unter dem Scheinargument die ganze Welt mit schnellem Internet versorgen zu wollen – was ehrenwert wäre – wird unser Nachthimmel zerstört. Die ökologischen Auswirkungen sind noch völlig unabsehbar. Das ist keine ätherische Spinnerei, sondern Fakt. Viele Tiere orientieren sich am Nachthimmel, er ist für unser Ökosystem essentiell und wird ohne Sinn und Verstand stark beeinträchtigt.

    Bei den aufgerufenen Preisen ist es illusorisch anzunehmen, dass bislang nicht mit Internet versorgte Gebiete in Afrika, Südamerika oder Russland künftig online gehen können, zumal dort oft nicht nur Geld, sondern auch Strom ein knappes Gut ist.

    Bei 100 Watt pro Stunde und 25 Cent pro Kilowattstunde komme ich auf 219€ Stromkosten im Jahr. Durch 12 Monate geteilt ist alleine das mehr, als ich für meinen 50 Mbit Kabel-Internet-Anschluss zahle.

    Diese ganze Mikro-Satelliten-Entwicklung (es ist ja nicht nur Musk) ist eine einzige Farce. Effektiv wird es reichen Menschen in der westlichen Welt, im mittleren Westen der USA, in Alaska und vielleicht noch in Nordschweden oder auf Hochseeyachten, die Möglichkeit geben Highspeed-Internet zu nutzen; ansonsten bringt es gar nichts.

  2. Wenn ich die Preise, die Einrichtung und Leistung mit meinem Glasfaseranschuss vergleiche, ist es billiger und bietet mehr. Bei mir hat der die Verlegung von dem Glasfaser in das Gebäude rund 1600€ gekostet. Dazu kämen dann noch Kosten für die Verkabelung im Gebäude und die entsprechende Hardware. Der schnellste Tarif bei meinem Anbieter ist 300/60 MB und kostet 65€ im Monat. Daher finde ich Starlink hat ein gutes Angebot.

  3. NEU-NEU-NEU und MUST HAVE und SCHNELLER-HÖHER-WEITER und PiPaPo…
    Und was noch alles. – Ich habe hier 1&1 mit Fritz!Box 7490 incl. 3 x SIM FLAT und VOIP-Telefonie und Smart TV und Fire TV-Stick und zahle bei 1&1 EUR 30,00 mtl. sowie für AMAZON Prime, das sich über eingesparte P&P-Kosten mehr als bezahlt macht.
    Vielen anderen Mitbürgern ergeht es ebenso oder ähnlich.
    Daneben haben wir (meine Frau und ich für unsere zahlreichen Skype- sowie Livestream-Smartphones und -Tablets) noch mehrere premiumSIM-Karten zu je EUR 7.99 mtl. inclusive je 5GB Volumen (die wir noch nie auch nur annähernd ausgenutzt haben).
    Jemals Probleme mit VoIP-Telefonie, Fire-TV, Smart-TV oder Web?
    Nein.
    Speed? – Kein Thema. – Starlink? – NO need.
    Doch für die bald obligatorische „COVID“-Ctrl-APP wird Starlink essentiell sein. Wer à la longue ohne eine aktivierte APP dieser Art das Haus verlässt: Saftige Geldbuße. (Dagegen schützt in etliche Jahren ein entsprechendes Implantat à la 2016-Traum von Klaus Schwab. Schon vorher wird es bald die Weltbürger-ID geben…)
    Dazu kommt dann wieder Starlink ins Spiel: Denn alle SIM-Karten-Provider werden über Starlink vernetzt sein. Und Enduser ohne registrierte Weltbürger-ID wird es bald nicht mehr geben.
    Mit freundlichen Grüßen

  4. Ich warte noch auf bis sich der Preis gesenkt hat dann hol ich mir auf jeden fall Starlink, da ich zuhause nur eine 16.000er Leitung zur Verfügung habe und es nicht geplant ist unsere Straße auszubauen. Im Moment habe ich LTE Internet da kommen im Durchschnitt 18.000 und kostet mich 50€.

  5. Da die Telekom beu uns die Ortschaften mit 3000 Einwohner nicht ausbaut, keine Alternative verfügbar ist und nur 6 MBit für 60€ im Monat anbietet ist Starlink eine interessante Alternative. Leider hat die Landespolitik hier komplett versagt und somit ist man auf die Technik von Auswärts angewiesen.

  6. 25 Grad Neigung ???
    Interne Heizung ?
    Frost
    Hagel
    Reif
    Schneefall
    Starkregen
    Biotop

    Sandsturm
    Orkan …
    bin Nimmersatt seit 1991
    ob das Spielzeug für Tekies auch für abgelegene Orte, wie versprochen zuverlässig funktioniert ? sehe ich nicht im Orbit sondern an örtlichen Anforderungen! LG

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