Spotify überprüft bald Standort-Daten von Nutzern des Familien-Abos

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Darf ein Musik-Streaming-Dienst den Standort seiner Nutzer abfragen? Diese Frage beschäftigt aktuell wieder Kunden von Spotify. Das Unternehmen möchte nämlich in Zukunft Daten erheben, um sich gegen Missbrauch beim beliebten Familien-Abo zu wehren.
Ein Symbolfoto zu Apple und Spotify auf iOS
Bildquelle: David Gillengerten / inside handy

Wann ist eine Familie eine Familie? Diese grundlegende Frage beschäftigt einmal mehr den Musik-Streaming-Dienst Spotify. Denn das Unternehmen möchte sicherstellen, dass auch nur Familien das beliebte Familien-Abo des Service nutzen. Mit der Option ist es möglich, Spotify Premium für insgesamt sechs Leute zum reduzierten Preis von 14,99 im Monat zu buchen. Zum Vergleich: Ein normales Spotify-Abo für eine Person kostet 9,99 Euro im Monat.

Immer mehr Nutzer schlossen sich jedoch zu „Spotify-Familien“ zusammen und nutzten den Service, ohne im Sinne des Unternehmens eine Familie zu sein. Mittlerweile spezifiziert Spotify seine Anforderung und setzt voraus, dass die sechs Personen die gleiche Anschrift haben. Um diese Voraussetzung zu überprüfen, forderte das Unternehmen in der Vergangenheit Nutzer auf, ihre Adresse oder Standortdaten anzugeben. Diese Maßnahme stieß auf viel Kritik und wurde auch eine Frage des Datenschutzes. Vielen Nutzern sahen nicht ein, warum ein Streaming-Dienst für Musik Standortdaten abfragen darf.

Neuer Anlauf: Spotify verankert Standortabfrage in den AGB

Nun versucht Spotify einen neuen Anlauf. Schon im August änderte das Unternehmen seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB): „Wir können von Zeit zu Zeit eine Überprüfung Ihrer Wohnadresse verlangen, um zu bestätigen, dass Sie die Zulassungskriterien noch erfüllen“. Damit wollen man gegen den Missbrauch des Familien-Abos vorgehen. Die Änderung ist bereits in Irland und den USA in Kraft getreten. In Deutschland sollen die neuen AGB ebenfalls bald greifen, wie Caschys Blog berichtet. Das Unternehmen möchte die Standortabfrage demnach im Herbst auf alle Märkte erweitern.

Die Abfrage der Wohnadresse findet laut Spotify über Google Maps statt. Jeder Nutzer muss dann seine Heimatadresse hinterlegen oder die Standortabfrage für Spotify aktivieren. Das Unternehmen erklärte gegenüber cnet, dass man diese Standortdaten verschlüsselt und nicht für Werbung verwendet. Auch werden die Daten nicht für den internen Gebrauch gespeichert. Dennoch regt sich erneut Widerstand gegen die Regelung. Demnach habe die Änderung der AGB „besorgniserregende Auswirkungen auf den Datenschutz“, so eine Datenschutz-Gruppe aus dem Vereinigten Königreich.

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