Spotify wird teurer: Jetzt macht der Marktführer ernst

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Die Nutzung von Spotify wird schon in wenigen Tagen in ersten Ländern mehr kosten als bisher gewohnt. Wir verraten dir alles zu den bevorstehenden Preiserhöhungen des schwedischen Unternehmens, das auch in Deutschland Marktführer unter den Musikstreamingdiensten ist.
Spotify App auf Smartphone
Ab Ende April wird das Musikstreaming über Spotify in ersten Ländern teurer.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Spotify macht Ernst. Schon Ende Oktober vergangenen Jahres kündigte der Chef des Musikstreamingdienstes, Daniel Ek, an, dass die Preise für die Musik-Abonnements steigen sollen. Einen genauen Zeitpunkt wollte der Schwede, der jüngst verlauten ließ, den englischen Premier League Club Arsenal London kaufen zu wollen, damals noch nicht nennen. Doch jetzt, ein halbes Jahr später, ist es soweit. In den ersten Ländern sind konkrete Pläne für Preiserhöhungen durchgesickert. In der Spitze werden ab dem 30. April bis zu 20 Prozent mehr fällig, berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters. Du musst dich also darauf einstellen, dass es künftig teurer wird, die Musik deiner Lieblingsstars über Spotify zu hören.

Abo-Preise steigen in ersten Ländern

Die gute Nachricht ist: Das werbefinanzierte Abo-Modell Spotify Free bleibt auch in Zukunft erhalten. Du wirst also auch in Zukunft die Inhalte von Spotify auf Wunsch mit Einschränkungen kostenlos streamen können. Möchtest du aber beispielsweise keine Werbung zwischen deiner Lieblingsmusik hören, Playlists auch offline auf dem Smartphone nutzen können und Zugriff auf andere Extras haben, musst du ein Spotify Premium Abo abschließen. Und dafür werden die Preise künftig bei einigen der angebotenen Abo-Modelle höher ausfallen.

In den USA erhöht sich nach bisherigen Erkenntnissen der Preis für das Familien-Abo. Statt bisher 14,99 US-Dollar werden ab Ende April 15,99 Dollar (rund 13 Euro) fällig. Bis zu sechs Spotify-Konten für Familien-Mitglieder sind bei diesem Tarif inklusive. Umfangreicher fallen die Preiserhöhungen in Großbritannien aus. Hier dreht Spotify an der Preisschraube von gleich drei Tarifen. Das Famlien-Abo soll statt bisher 14,99 Pfund in Zukunft 16,99 Pfund (etwa 19,50 Euro) kosten. Für das Duo-Abo mit zwei Spotify-Konten für Paare, die unter einem Dach leben, steigt die monatliche Grundgebühr von 12,99 auf 13,99 Pfund. Das Abo für Studierende an einer Hochschule von 4,99 auf 5,99 Pfund. Unangetastet bleibt offenbar der Preis für das klassische Einzelabo.

Auch in Europa steigen die Preise

Für andere europäische Länder sind aktuell von offizieller Seite noch keine Preiserhöhungen bekannt. Die Kollegen des für gewöhnlich gut informieren US-Blogs „The Verge“ berichten aber auch von höheren Preisen in Irland und einigen anderen europäischen Ländern. Hier soll das Familien-Abo in Zukunft nicht mehr 14,99 Euro, sondern 17,99 Euro kosten. Das entspricht einem Aufschlag von rund 20 Prozent. Das Duo-Abo und das Studenten-Abo werden in Europa um jeweils 1 Euro teurer und kosten ab dem 30. April dem Vernehmen nach 13,99 beziehungsweise 5,99 Euro im Monat. Übrigens auch für Bestandskunden, denen aber in der Regel eine kurze Übergangszeit gewährt wird, um sich auf die neuen Preise einzustellen.

Und Deutschland? Hier gibt es aktuell noch keine offiziellen Informationen zu möglichen Preiserhöhungen. Möglich ist aber, dass am kommenden Freitag auch hierzulande die Preistafeln auf der Spotify-Homepage ein Update erhalten. Aktuell kostet ein Einzelabo hierzulande jeden Monat 9,99 Euro, ein Duo-Abo 12,99 Euro und ein Familien-Plan 14,99 Euro. Studierende müssen bisher nur 4,99 Euro monatlich für ihr Spotify-Abo bezahlen.

Verluste sind bei Spotify noch immer die Regel

Eine offizielle Begründung, warum Spotify seine Preise erhöht, gibt es aktuell noch nicht. Man findet aber einen Ansatz, wenn man sich die jüngsten Bilanzen des Streamingdienstes ansieht. Ende 2020 wies Spotify 345 Millionen aktive Nutzer aus. Davon nutzten aber nur 155 Millionen ein kostenpflichtiges Abonnement. Fast 200 Millionen entschieden sich hingegen für das kostenlose, werbefinanzierte Abo-Modell. In Kombination sorgten die Spotify-Nutzer so im vierten Quartal 2020 für einen Umsatz in Höhe von 2,17 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand aber ein Verlust von 125 Millionen Euro – nach einem Minus von 209 Millionen Euro im vierten Quartal 2019.

Insgesamt weisen die Bilanzen von Spotify für das Gesamtjahr 2020 einen Fehlbetrag in Höhe von sogar 581 Millionen Euro aus. Im Jahr 2019 waren es „nur“ 186 Millionen Euro Verlust. Da ist es fast logisch, dass Investoren im Hintergrund den Druck erhöhen, um Spotify zurück in ruhigere Fahrwasser fahren zu lassen. Und höhere Abopreise sind in diesem Zusammenhang ein sehr geeignetes Mittel, wie zum Beispiel auch die jüngste Preiserhöhung von Netflix Anfang des Jahres zeigt. Neue Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres 2021 stellt Spotify am morgigen Mittwoch vor. Vielleicht werden dann auch die neuen Preise schon offiziell gemacht.

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