Sonos-Skandal: Chef verkündet überraschende Wende beim Update-Aus

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Für viele Sonos-Fans war das mehr als ein Tritt vor das Schienbein: Ab Mai soll keiner der Lautsprecher ein Update mehr bekommen, wenn du bestimmte ältere Komponenten in deinem Netz nutzt. Jetzt reagiert Sonos. Der Chef persönlich meldet sich – mit einer Überraschung.
Sonos Move
Sonos MoveBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Zur Erinnerung: Sonos wollte ab Mai den Software-Stand deiner Sonos-Anlage einfrieren, wenn du veraltete Lautsprecher wie etwa den Play:5 der ersten Generation einsetzt. Nicht nur, dass du auf neue Features hättest verzichten müssen – auch Bugfixes hätte es nicht gegeben. Hätte also beispielsweise Spotify etwas an seinen Schnittstellen geändert, wäre Schluss gewesen mit Spotify auf deiner Sonos-Anlage. Der Sonos-Skandal kochte hoch.

Die Reaktionen der Nutzer waren entsprechend heftig. Zwar hatte Sonos wohl negative Schlagzeilen und enttäuschte Nutzer einkalkuliert – aber wohl nicht in der Art, wie sie sich am Ende darstellten. Jetzt rudert Sonos zurück. „Wir haben dich gehört“, versichert Sonos-Chef Patrick Spence jetzt in einem Blog-Beitrag.

Versprechen 1: Bugfix-Updates weiterhin für alte Lautspecher

Sonos verspricht: Die alten Komponenten werden auch nach Mai weiterhin funktionieren. Man sperre nicht, man nehme nichts weg. Man wisse, dass viele Nutzer eine Menge Geld in die Sonos-Systeme investiert haben und Sonos beabsichtige, das so lange wie möglich zu honorieren. Das entscheidende: „Ältere Sonos-Produkte erhalten zwar keine neuen Funktionen mehr, wir verpflichten uns aber, sie so lange wie möglich mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitspatches auf dem neuesten Stand zu halten.“

Versprechen 2: Neue Lautsprecher bekommen neue Funktionen

Auch auf den zweiten Kritikpunkt der Nutzer geht Sonos ein. Es könne nicht sein, dass Sonos neuere Geräte in Sippenhaft nehme, wenn auch nur eine alte Komponente im Netzwerk aktiv ist. Auch die neuesten Lautsprecher wie der Sonos Move sollten keine Updates mehr bekommen.

Spence verspricht: „Wir arbeiten an einer Möglichkeit, eure Systeme so aufzuteilen, dass moderne Produkte miteinander arbeiten und weiterhin Updates bekommen während ältere Produkte auf dem aktuellen Stand bleiben.“ Dass dieser Schritt nicht geplant war, zeigt die Tatsache, dass man dazu noch keine Details vorlegen kann. In den kommenden Wochen wolle man weitere Einzelheiten mitteilen.

Sonos-Chef bittet um Verzeihung

Spence bezog auch kurz Stellung zum Trade-Up-Programm. Sonos habe viele „großartige Produkte und Funktionen“ in der Pipeline. Man wolle, dass Kunden auf die neuesten und besten Produkte upgraden. Das aber solle geschehen, weil sie von den Produkten begeistert sind, und nicht weil sie sich dazu gezwungen fühlen.

„Ich hoffe, dass Sie uns unseren Fehltritt verzeihen und uns ihr Vertrauen zurückgeben“, schließt Spence sein Statement schon fast reumütig.

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14 KOMMENTARE

  1. Hallo, wo steht geschrieben, dass es sich um alle älteren Geräte wie beispielsweise den Play:1 (wie im Text) handelt? Die Abkündigungen bezogen sich meinem Verständnis nach „nur“ auf drei Geräte! Bitte also die Quelle angeben oder den Text entsprechend korrigieren. Vielen Dank!

  2. Ich denke das war trotzdem mein letztes Sonos Gerät werde mir keines mehr kaufen da ich viel Geld dafür ausgegeben habe werde lieber mit Bose mein Heimsystem weiter einrichten wer weiß was noch alles kommt

  3. Ich sehe hier keine Zukunft für Sonos. Ich wollte eigentlich mein Sonossytem weiter ausbauen. Jetzt werde ich alles nach und nach durch ein System von Herstellern ersetzten, die solches Erpressen nicht nötig haben. „Kauf neu oder du wirst abgeschaltet oder nur eingeschränkt nutzen, dann musst du neu kaufen“, mach ich nicht mit. Ich hoffe es denken genug Andere so wie ich,dann können sie mit ihrer Philosophie zusperren.

  4. Das ist keine Wende und kein umdenken. Wer die bisherigen Presse-Mitteilungen gelesen hat, merkt dass der CEO einfach nur das wiederholt, was schon geschrieben stand. Ein Mischbetrieb ist in Zukunft also nicht möglich und damit ist der Sinn hinter Multi-Room Lautsprechern einfach verfehlt. Der CEO wiederholt nur, dass, wenn ich alte Lautsprecher habe und die mit Neuen verbinde, die Neuen keine Updates mehr erhalten. Damit ist jeder Kauf eines neuen Sonos Lautsprechers obsolet, da die Gewissheit besteht niemals neue Funktionen zu erhalten, solange ich nicht alle alten Lautsprecher austausche. Gut, dass man z.T. tausende Euros seit Jahren investiert, die damit einfach für die Tonne sind. Bitte nicht solche irreführenden Überschriften und Artikel schreiben. Danke.

  5. Für mich hat sich Sonos ebenfalls erledigt. Einen Echo Dot an die Heimanlage angeklemmt und gut ist. Ich hab über 3000 Euro in Sonos investiert. Die Playbar hatte zum Start schon veraltete Technologie.

    Ganz ehrlich, besonders toll klingt das hochgelobte Sonos-System auch nicht. Die App ist benutzerunfreundlich. Die neuen Vollkunststoff-Lautsprecher gefallen mir eh nicht mehr.

    Das umweltschädliche Trade-up-Programm gehört verboten. Genauso wie, dass sich die Stromfresser nicht ausschalten lassen.

    Und die Arroganz mit der Sonos hier vorgeht und seine Kunden verhöhnt setzt dem Ganzen die Krone auf.

    Tschüss Sonos!

  6. Hatte mich eigentlich schon für SONOS entschieden, das hat sich jetzt erledigt. Wer weiß was in Zukunft noch passiert. Ich werde mich an Bose bzw. Teufel orientieren.

  7. Was ist mit Windows 7, oder HW für die es halt irgendwann keine Treiber mehr gibt?
    Träumt weiter, wenn ihr denkt die anderen Multiroom Systeme werden das besser machen.
    Irgendwann muss es auf kosten der alten HW/SW weiter gehen.

  8. Sonos ist Top und was hier passiert ist etwas, was auch bei anderen wie Bose passiert wäre, hätten sie eine so grosse Historie bei vernetzen und synchronisierten Lautsprechern. Da müssen die Lautsprecher intern mit einer API sprechen.
    Jetzt darf Sonos (für alle anderen, die die Idee von Sonos aufgegriffen haben) herausfinden was der Markt akzeptiert.
    Das ist nicht die schuld von Sonos. Das ist das Problem, wenn man einen neuen Markt/ein neues System schafft.

  9. Witzig, dass viele denken, dass sich dieses Problem bei anderen Herstellern nicht wiederholen wird. Sonos war der erste Anbieter im Markt der Multi-Room-Lautsprecher. Entsprechend alt sind die ersten Produkte. Die Hersteller, die erst in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind, haben entsprechend eine aktuellere Basis.
    Natürlich könnte es sein, dass sich alle anderen Hersteller für eine extrem zukunftssichere (Software-)Architektur entschieden haben. Ich habe da allerdings meine Zweifel.
    Sonos ist ohne Frage mit der ursprpünglichen Ankündigung über das Ziel hinaus geschossen. Und ich habe mich auch schon geärgert, letztes Jahr einen Connect gebraucht gekauft zu haben. Solange ich die Basisfunktionalität aber noch mit allen anderen Produkten nutzen kann und diese weiterhin Updates erhalten, ist das für mich in Ordnung.

  10. Ich bin seit mehr als 10 Jahren Sonos-Fan und immer noch vom Sound begeistert. Diese Entscheidung des Vorstandes ist für jedoch von besonderer Bedeutung und zeigt was Kunden heute noch wert sind. Nichts. Fair wäre gewesen uns zu informieren und dann die Entscheidung den Kunden zu überlassen. Was nutzt es mir wenn jetzt mein neuer Sonos Updates bekommt und meiner alter nicht, aber trotzdem kein Multi-Room mehr möglich ist. In dieser Preisklasse habe ich kein Verständnis für ein solches Vorgehen. Ich werde Sonos verlassen, weil wir als Kunden jetzt die Macht haben zu zeigen was anderen Herstellern droht. Tun wir nichts werden anderer Hersteller folgen. Alles zum Wohle der Konjunktur und gegen die Umwelt. Ich hoffe, dass Sonos den Kunden, die sich erpressen haben lassen wenigstens ein Entschädigungsangebot zukommen lässt und vor allem sein Recycling zurücknimmt. Noch „dümmer“ kann man dieses Wort im Sinne des Umweltschutzes wirklich nicht mehr entfremden! Ich bin tief enttäuscht.

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