Sonos in der Krise: Start von neuem Produkt verschoben

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Für Sonos läuft es nicht rund derzeit. Das offenbaren ein Blick in die Quartalszahlen und das dazugehörige Statement. Neben einem Patentstreit mit Google muss man auch vor der eigenen Türe kehren. So wurden Absatzerwartungen verfehlt und ein neues Produkt wurde verschoben.
Ein weißer Sonos Roam wird in eine Handtausche gelegt, die sich am Stand befindet
Sonos Roam: Bluetooth-Lautsprecher für unterwegsBildquelle: Sonos

Es ist Krisenstimmung. Die Inflation ist unangefochten hoch und das gilt auch für die Angst vor hohen Energiekosten. Die Folge: Verbraucher halten ihr Geld zusammen. Was nicht notwendig ist, wird nicht gekauft. Unstrittig dürfte sein, dass technische Spielereien nicht zu notwendigen Ausgaben gehören. Das schlägt sich auch in den Quartalszahlen von Sonos nieder, die das Unternehmen in dieser Woche vorgelegt hat.

Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt, gar ein Umsatzrückgang wurde verzeichnet. Besonders auffällig: Das jüngste Baby von Sonos, die Sonos Ray, verkauft sich schlechter als erwartet. Dabei ist sie erst im Juni auf den Markt gekommen und die günstigste Soundbar, die Sonos bisher auf den Markt gebracht hat. Das allerdings macht sich im Vergleich mit den doppelt und dreimal so teuren Sonos Beam und Sonos Arc auch bemerkbar.

Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Situation zieht man bei Sonos nun offenbar die Notbremse. Ein noch für dieses Geschäftsjahr geplantes neues Produkt werde man verschieben, teilte Sonos im Rahmen eines Gespräches mit The Verge mit. Das heißt, statt noch im Sommer wird der Start nun frühestens im Weihnachtsgeschäft erwarten. Bei dem neuen Produkt dürfte es sich um die kleine Variante des Sonos Sub handeln. Der Sonos Sub Mini wird schon länger erwartet. Er erinnert optisch an den Sonos Move, den großen, aber tragbaren Lautsprecher von Sonos. Der klassische Sonos Sub hingegen ist ein viereckiger, schwerer Klotz.

Sonos Ray: Absatzerwartung „erheblich“ verfehlt

Sonos-Chef Patrick Spence sagte darüber hinaus in einer Telefonkonferenz mit Analysten, er führe die Abschwächung der Nachfrage teilweise darauf zurück, dass Kunden ihr Geld lieber für Dienstleistungen und Reisen ausgeben. Brisant: Die Absatzerwartungen der Sonos Ray seien „erheblich“ verfehlt worden. Sonos verzeichnete einen Verlust von 600.000 Dollar im abgelaufenen Quartal – im Vorjahresquartal waren es 17,8 Millionen Dollar Gewinn. Spence begründet das auch mit dem Dollarkurs. Die Aktie von Sonos knickte diese Woche zeitweise um mehr als ein Viertel ein.

Parallel muss sich Sonos übrigens erneut mit Google herumschlagen. Google hat eine Klage eingereicht, wonach Sonos sieben Patente von Google verletzt. Dabei geht es in erster Linie um Patente bezüglich der Sprachassistenten, die in vielen Sonos-Lautsprechern eingebaut sind. Sonos und Google waren in den vergangenen Jahren häufiger in Patentstreitigkeiten verwickelt, die zuletzt von Richtern zugunsten von Sonos bewertet wurden.

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