So sollen 5G und LTE Straßen sicherer machen - auch ohne autonomes Fahren

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Eine rote Ampel aus Versehen zu überfahren, kann Menschenleben kosten. Doch mit der zunehmenden Vernetzung können Ampeln die Autofahrer warnen. In Berlin haben Mobilfunkanbieter, Forscher und Autohersteller jetzt mögliche Systeme für sichere und effizientere Straßen gezeigt.
Dieses Auto kann autonom fahren
Dieses Auto kann autonom fahrenBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Im Mittelpunkt der technischen Neuerungen steht der neue Mobilfunkstandard 5G. Allerdings nicht zwangsläufig im Sinne eines Mobilfunknetzes. Denn in einem speziell dafür vorgesehenen Frequenzbereich um 5,9 GHz sollen sich Autos beispielsweise gegenseitig über Notbremsungen, rote Ampeln oder andere Gefahrensituationen wie plötzlich einsetzenden Starkregen warnen. All diese Anwendungen zeigte die 5G Automotive Association in dieser Woche in Berlin bei einer Live-Demo.

So demonstrierten beispielsweise Qualcomm und BMW ein System, mit dem es dem Autofahrer möglich wird, per Grüner Welle durch die Stadt zu fahren. Im Display des Autos sieht er, wie lange die vor ihm liegende Ampel noch grün oder rot sein wird. So kann er die Geschwindigkeit anpassen. Wird einmal aus Unachtsamkeit eine rote Ampel überfahren oder sie zu schnell angesteuert, ertönt ein Warnsignal. Auch die Warnung vor einer Wanderbaustelle ist so möglich. Bemerkenswert dabei: Ein Mobilfunknetz ist nicht notwendig, die Autos und Ampeln senden die Signale selber und für alle aus. Der Fachbegriff: Car-Vehicle-to-Everything, kurz C-V2X.

eCall für die Rettungsgasse

ecall könnte künftig auch andere warnen
ecall könnte künftig auch andere warnen

Vodafone setzte zusammen mit Ford auf eine Weiterentwicklung des eCall-Systems. Es soll Autofahrer auf das Einrichten einer Rettungsgasse hinweisen, wenn ein Rettungswagen kommt oder warnt nachfolgende Fahrzeuge beim Auslösen des eCalls über die Panne.

Während bei eCall das Mobilfunknetz einbezogen wird, kommt bei weiteren Live-Demo-Anwendungen das sogenannte Multi Access Edge Computing – kurz MEC – zum Einsatz. Dabei übertragen die Autos die Daten per LTE an das Mobilfunknetz. Dort werden sie lokal in einer Edge Cloud aufbereitet und an andere Nutzer in der Nähe zurückgesendet. Aufgrund dieser räumlichen Nähe sind trotz der Übertragung ins Netz sehr niedrige Latenzen möglich, so dass auch ein Einsatz für Warnungen aus dem direkten Umfeld möglich ist. Gleichzeitig können die gesammelten Daten aber auch an zentrale Server weitergeleitet werden – etwa um Straßenkarten zu aktualisieren oder Stau-Daten in Navis einzupflegen.

Wenn der Operator das autonome Auto lenkt

Auch einen Blick in die Zukunft wagte man in Berlin. Sollte ein autonom fahrendes Fahrzeug beispielsweise in einer Baustelle mit dem Selbstfahren überfordert sein, so kann sich dank eines Remote-Systems ein menschlicher Operator per Knopfdruck auf das Auto schalten, hat Zugriff auf alle Sensoren des Autos und kann dieses aus der Baustelle herausfahren, ohne dass die Passagiere im Auto lenken müssen. Dieser Fernwartungseinsatz wäre auch denkbar, wenn allein fahrende LKWs auf ein privates Firmengelände fahren, von dem das System keine Karten hat.

Bildquellen:

  • 5G Connected Car von SEAT und Telefónica: Hayo Lücke / inside handy
Festnetztelefon
Call by Call und Preselection: Das Ende ist nah
Du kennst das vielleicht: Mal eben schnell hast du an deinem Telekom-Festnetzanschluss zum Telefon gegriffen, den besten Kumpel in Neuseeland angerufen, weil der dort gerade unterwegs ist, um die Hobbits zu finden. Und auf der nächsten Rechnung dann der Schock: Sündhaft teuer war das Gespräch, weil ihr euch verquatscht habt und du es versäumt hast, eine Call-by-Call-Nummer vorzuwählen. Die gute Nachricht ist: In Zukunft kannst du es besser machen. Die schlechte: Das Geld sparen per Sparvorwahl á la 01019 könnte demnächst enden.

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