SIMon Mobile-Chef: Darum gilt der Kampfpreis nicht für alle

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Es sorgte für Erstaunen: Beim neuen Discounter SIMon Mobile richten sich deine monatlichen Kosten danach, bei welchem Anbieter du vorher warst. Du zahlst dann entweder 9 Euro oder bis zu 15 Euro. Im Gespräch mit inside digital erklärt der Marken-Chef, was dahintersteckt.
SIMon Mobile Webseite mit Tarifauswahl
SIMon Mobile Webseite mit TarifauswahlBildquelle: Vodafone / SIMon Mobile

Das Tarifmodell ist neu in Deutschland: Du bekommst bei SimOn Mobile immer eine Telefon- und SMS-Flatrate und 8 GB Datenvolumen – die monatlichen Grundkosten, die du dafür zahlen musst, richten sich aber nach deinem bisherigen Anbieter. Genauer gesagt: Nach dem Anbieter, von dem deine Nummer kommt.

Der Basispreis bei SIMon Mobile: 11,99 Euro. Dieser Preis gilt, wenn du dir von dem Discounter eine neue Nummer zuweisen lässt. Bringst du eine Rufnummer mit, kann der Preis auf 8,99 Euro monatlich fallen und so zu einem echten Kampfangebot werden. Bringst du allerdings die Nummer von einem „falschen“ Anbieter mit, so steigt der Preis auf 14,99 Euro. Wir haben SIMon Mobile Markenchef Martin Schiffer gefragt, was dahintersteckt.

Wieso noch ein Discounter?

inside digital: Herr Schiffer, wir haben schon unzählige Marken und Discounter auf dem deutschen Markt. Wieso brauchen wir nun auch noch SIMon Mobile?

Martin Schiffer: Der Basis-Mobilfunkmarkt ist hart umkämpft. Dabei geht es um die Kunden, die aus verschiedenen Gründen nicht um die 10 Euro im Monat für ihren Handytarif zahlen können oder auch wollen. Das hängt entweder mit dem Einkommen zusammen oder aber auch, weil sie schlichtweg keinen Bedarf haben, einen Full-Service-Anbieter wie Vodafone direkt zu nutzen und sich regelmäßig ein neues Handy zuzulegen. Wir schätzen, dass der Markt bis zu einem Viertel der Kunden beträgt. Von diesem Markt möchten wir gerne ein Stück abhaben. Denn wenn Sie sich das Preis-Leistungs-Verhältnis anschauen, finden Sie zwar ähnliche Angebote – aber nicht dauerhaft und in einem D-Netz, wie wir es mit Vodafone bieten.

inside digital: Nun haben Sie für einen Tarif drei Grundkosten. Wenn ich heute bei einem Netzbetreiber bin und zu Ihnen wechseln möchte, ohne meine Nummer aufzugeben, muss ich mehr zahlen als wenn ich von einem Drillisch-Discounter zu Ihnen wechseln möchte. Warum?

Martin Schiffer
Martin Schiffer

Schiffer: Das hängt mit unserer Zielgruppe zusammen. Wir wollen ganz gezielt in unserem Kernmarkt angreifen und den Kunden, die preissensibel sind, ein wirklich gutes Angebot machen. Wir glauben, dass die Kunden, die heute bei einem Netzbetreiber direkt unter Vertrag stehen auch einen Preis von 14,99 Euro für 8 GB noch als sehr preiswert erachten, wenn sie zu uns wechseln wollen. Mit unserem 8,99 Euro-Grundpreis hingegen wollen wir gezielt unseren Kernmarkt ansprechen und Kunden gewinnen. Wer eine neue Nummer wählt, zahlt übrigens 11,99 Euro im Monat

inside digital: In Ihrer Liste der Anbieter, bei denen die Kunden die höchste Preisstufe bekommen, finde ich aber auch Anbieter wie congstar, Fraenk oder Tchibo. Das müssten doch eigentlich die Kunden sein, die Sie im Fokus haben.

Schiffer: Wenn man sich die Tarife dort anguckt, sieht man, dass man schnell bei deutlich mehr als 10 Euro monatlich ist und auch weniger Leistung bekommt. Deswegen haben wir uns entschlossen, diese Marken erst einmal nicht in den Fokus der Vermarktung über den niedrigen Preis zu nehmen. Diese Listen sind aber auch nicht in Stein gemeißelt, es kann sein, dass wir sie anpassen.

Kosten-Sicherheit für die Kunden

inside digital: Sie haben in Ihrer Preisliste auch einen Hinweis, dass Sie einen Kostendeckel von 50 Euro pro Monat haben. Was hat es damit auf sich?

Schiffer: Wir wollen den Kunden vor allem Sicherheit geben, dass sie nicht aus Versehen mehr als 50 Euro im Monat zusätzlich ausgeben können. Diese Kosten könnten beispielsweise durch Surfen im Roaming außerhalb der EU oder bei Gesprächen ins Ausland entstehen. Teilweise wissen die Kunden nicht einmal, dass Kosten entstehen. Deswegen sind Drittanbieterdienste und 0900-Nummer bei uns auch generell gesperrt. Dadurch, dass wir den Kostendeckel einführen, kann aber beispielsweise auch ein Teenager das Handy benutzten, verreisen und das Handy im Ausland nutzen, ohne offline zu sein, aber auch ohne enorme Rechnungen zu generieren. Wir wollen unsere Kunden nicht bevormunden. Die Sperre kann auch jederzeit durch den Kundenservice aufgehoben werden.

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4 KOMMENTARE

  1. Avatar Tom

    Seltsam….Sehr seltsam das Alles….

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  2. Avatar Commander

    Top …. 2 x von Freenet Flex zum Waschbär gewechselt…….

    Antwort
  3. Avatar fred

    keine aussage zu prepaid kunden. prepaid vodaphone =14,99€
    uninteressant!
    prepaid congstar= 14,99€
    s.o.
    da kaufe ich doch lieber alle 3- 4 monate den aufladecoupon für 25.-€ bei vodaphone für mich und alle 4-6 monate den aufladecoupon für 30.-€ bei congstar für meine frau. vorteil: 2 anbieter; wo der eine schwächelt ist der andere präsent.
    stauwarnungen (etc) bei der navigation, aber auch notrufe können durch die eingebaute simkarte in unseren autos abgerufen bzw. abgesetzt werden. bei benutzung der öffentlichen verkehrsmittel (bus; bahn; strassenbahn) sind tageskontingente vorhanden, die zur information ausreichen. bei fliegern(intercontinental) gibt es bei einigen gesellschaften die möglichkeit zu telefonieren. nur: ich kann die karte nicht nutzen (auch über eu gebiet). ebenso schaut es auf kreuzfahrtschiffen aus. auf see und weit entfernt zur (eu)küste. fehlanzeige. in den meisten hotels der mittleren bis gehobenen klasse weltweit wird wlan angeboten. reduziert man das auf den geltungsbereich eu, braucht man das auch nicht wirklich.ein kurzer anruf (oder auch nur klingeln lassen) reicht, wenn der angerufene teilnehmer über eine flat verfügt (was i.d.r. der fall ist; weil: labersack; gewerblich genutzt etc.) nach meinen berechnungen wären 7,99€ für mich ok, 8,99€ akzeptabel, da ja dann durchaus der comfortmodus aktiviert werden könnte.

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  4. Avatar Pogo

    Mich würde mal Interesieren, wo ich von Congstar aus hin gehen kann um dann von dor zu SIMon zu kommen damit ich auch für 9 anstatt 15 euro mobil sein kann

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