Signal oder Threema als Alternative zu WhatsApp? Dann kanntest du diese App noch nicht

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WhatsApp befindet sich einmal mehr in der Kritik. Doch gibt es eine Alternative zu dem beliebten Messenger? Ob Signal, Threema oder Telegram: Viele Apps scheiterten daran, Facebook die Stirn zu bieten. Diesem Messenger könnte es jedoch gelingen, WhatsApp nach vielen dominanten Jahren abzulösen.
Signal oder Threema als Alternative zu WhatsApp? Dann kanntest du diese App noch nicht
Signal oder Threema als Alternative zu WhatsApp? Dann kanntest du diese App noch nichtBildquelle: Blasius Kawalkowski

Ob Telegram, Signal, Threema oder eine der unzähligen anderen Messenger-Apps: Alternativen zu WhatsApp gibt es zuhauf. All diese angeblichen Alternativen haben aber eines gemeinsam: Sie sind im Grunde gar keine. Wer eine dieser Apps installiert, wird nach einer Synchronisation des Adressbuchs schnell feststellen, dass nur ein Bruchteil der eigenen Freunde oder Kollegen eben diese App nutzt. WhatsApp hingegen war einer der ersten Messenger und nahezu jeder Smartphone-Nutzer hat die Anwendung auf seinem Handy.

Die bessere Alternative

Trotz dieser düsteren Aussichten für Alternativen wagt sich dennoch ein Unternehmen erneut, Facebook und WhatsApp herauszufordern. Und dieses Mal könnte es sogar gelingen. Denn es handelt sich um: Google. Ja, es ist wieder einmal der Android-Entwickler, der einen Messenger parat hat. Warum wieder? Nun, Google hatte bereits vor fünf Jahren versucht mit „Allo“ und „Duo“ den Messenger-Markt umzukrempeln. Erfolglos. Zwar ist Google Duo immer noch als Videochat-App vorhanden und läuft parallel zu Google Hangouts. Allo hat der US-Konzern aber vor einem Jahr eingestellt.

Der nächste Versuch folgt nun. Mit „Messages“ will Google nicht nur eine echte WhatsApp-Alternative bieten. Mehr noch: Versendest du eine Nachricht an einen Empfänger, der die App nicht nutzt, wird sie automatisch zur SMS umgewandelt. RCS (Rich Communication Service) sei Dank. So kannst du dir absolut sicher sein, dass deine Nachricht ankommt. Dabei ist Google Messages nicht neu. Schon vor drei Jahren war die App im Play Store erhältlich. Jetzt allerdings ist eine neue Version erhältlich und diese wurde mittlerweile von mehr als 1 Milliarde Menschen installiert.

Google Messages: Das kann die WhatsApp-Alternative

Google verspricht, dass du von überall aus allen deinen Kontakten Nachrichten mit der Zuverlässigkeit von SMS senden kannst. Doch nicht nur Chats sind möglich. Ähnlich wie bei WhatsApp und Co. kannst du Gruppennachrichten senden und Bilder, GIFs, Emojis, Sticker, deinen Standort, Videos und Audionachrichten teilen.

Darüber hinaus funktioniert der Messenger auch auf dem Notebook und PC im Browser und bietet einen Dark Mode an. Zudem hat Google vor Kurzem neue Funktionen wie Videoanrufe in dem Messenger integriert. Diese werden über Google Duo realisiert. Der größte Vorteil gegenüber WhatsApp-Alternativen wie Threema oder Signal: Auf fast allen neuen Android-Smartphones ist die Messages-App vorinstalliert. Ein Nachteil folgt aber auf dem Fuße: Für das iPhone ist Messages noch nicht verfügbar.

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13 KOMMENTARE

  1. Einen Google Service empfehlen, der Nachrichten eventuell auch unverschlüsselt als SMS verschickt oder eben schön Google alle möglichen Daten schenkt? Dann wäre ja sogar WhatsApp noch sicherer mit End zu End Verschlüsselung! Signal ist dir einzige Alternative!

    • Signal ist die einzige Alternative? Sorry, das ist Quatsch! Wenn Signal eine Alternative ist, dann ist es Threema auch. Vielleicht sogar die Bessere.

  2. Ist das paid Content? Da werden doch Äpfel mit Birnen verglichen.
    Auf Sicherheit und Privatsphäre wird garnicht eingegangen, obwohl da die Stärken von Signal und Threema liegen. Bisschen schwach. Nicht einmal End-zu-End-Verschlüsselung adressiert, was ja wohl das absolute Minimum ist.

  3. Indem man von einer Datenkrake zur nächsten wechselt, gewinnt man die Datenhoheit über die eigene Person nicht zurück. Das Lesen von Google’s Datenschutzerklärung ist dringend anzuraten.

  4. Und wie bei Whatsapp landen diese Kontakte auf deren Server und dienen lediglich der Vermarktung. Daran sind natürlich auch Blätter wie Inside-digital interessiert und bieten diese Möglichkeit an wie geschnitten Brot

  5. Naja, der große Nachteil an einem Google-Dienst: die erheben ja noch mehr (Meta-)Daten, als Facebook mit Whatsapp. Google ist ja geradezu *die* Datenkrake schlechtin, was Datenerhebung und Tracking angeht. Die Menschen sind ja verunsichert und wollen wechseln, damit ihre Daten nicht mehr bei einem monopolistischen mächtigen Tech-Giganten vorliegen – und da wechselt man ja nicht gleich zum nächsten! Vor allem nicht zu Google, die „Dank“ Suchmaschine, Gmail, Maps, Youtube, Android usw. ja mehr als genug Daten zu jedem Einzelnen von uns haben. Ob jetzt Facebook oder Google – das ist ja wie von der Traufe in den Regen. Dieser Aspekt wurde in diesem Artikel nicht beleuchtet.

    Signal kann man übrigens auch als Standard SMS-Client nutzen: hat der Empfänger Signal, bekommt er eine Signal-Nachricht. Falls nicht, dann gibt’s ne SMS.

  6. SMS/MMS an Kontakte welche die App nicht haben, kann Signal auch. Google als alternative zu Whatsapp ist wie Teufel und Belzebub. Signal ist eine Stiftung und kann auch nicht einfach so von Facebook oder Google gekauft werden, wenn es zu erfolgreich wird.

  7. Ein Dark Mode ist natürlich ein wesentlich stärkeres Argument als eine sichere Kommunikation, bei der man nicht einmal seine Daten hergeben muss. *smh*

  8. Erstens kann ich unterschreiben, was meine Vorredner an Inhaltlichem geschrieben haben.

    Zweitens hätte auch ich im Kontext der gegenwärtigen WhatsApp-Debatte ein stärkeres Eingehen auf Sicherheit und „Datenkrakieren“ erwartet – oder überhaupt ein Eingehen.

    Immerhin kann ich den Autor Blasius Kawalkowski in Schutz nehmen – bei einem erneuten Durchlesen auf diesen Gesichtspunkt hin versprechen weder Überschrift noch „Klappentext“ einen derartigen Inhalt – es geht um eine Alternative mit einer realistischen Chance, sich am Markt durchzusetzen, und genau eine solche stellt der Artikel vor. Bleibt nur noch der Kritikpunkt, dass das nicht schon aus der Überschrift erkennbar ist. Aber die „Lifestyle“-Argumente (Emojis, Dark Mode, …) sind inbezug auf Marktdurchsetzbarkeit nicht nur legitim, sondern m. E. auch (leider) völlig zutreffend.

    • Da kann ich den Vorrednern nur zustimmen. Argumente für den neuen Messenger gibt es nicht wirklich, dagegen aber genügend, wie von den Vorrednern dargestellt. Wozu brauche ich 1 Milliarde potentielle Kontakte, wenn meine Kontaktliste nur 100 umfasst und davon lediglich 20 regelmäßig genutzt werden. Ach ja, die App ist ja bereits installiert. Das scheint dann ja wohl der wichtigste Punkt für die App zu sein. Ich nehme einfach ungesehen was Google und Co. so anbietet. Und wenn ich Signal und Threema als Alternativen ins Spiel bringe und deren Vorteile nicht erwähne ist das eine sehr einseitige, eher tendenziöse Berichterstattung.
      Bei Whatsapp, Google und Co. bin ich nicht Kunde, sondern deren Produkt. Und wer immer noch ausschließlich diese Datenkraken kritiklos gut heißt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
      Signal und Threema sind sehr wohl funktional gleichwertige aber bei Datenschutz und Sammelei wesentlich bessere Messenger.
      Also vergesst Whatsapp und den Google-Messenger es gibt Alternativen!

  9. Hab seit längerem WhatsApp deinstalliert und Signal/Telegram installiert. Ja, Adressbuch ist (fast) leer, richtig, aber wenn jemand was von mir will, kann er ja immer noch zur antiken Methode greifen und mich anrufen. Das Getippe hat eh überhand genommen …

  10. Ich denke, dass der Autor, die Dynamik des Markts unterschätzt.
    Ich nehme gerade in den letzten Tagen eine, aus meiner Sicht, große Bewegung hin zu Signal war. 8 Februar als Stichwort. Ich schreibe zurzeit jeden meiner Kontakte und Gruppen an, um ihnen mitzuteilen, dass ich WhatsApp zum 1.Februar deinstalliere. Wird für mich ein harter Schnitt, aber manchmal muss das wohl sein. Es gibt ja immer noch SMS, E-Mail, Telefon oder Postkarte als Alternative. Ich verstehe jeden, dem das zu viel Arbeit ist und nicht seine ganzen Gruppen verlassen möchte.
    Aber jetzt mal ehrlich… Google als Alternative. Da muss ich dann doch mal mit dem Kopf schütteln. Wenn man sich schon die Arbeit und auch den Verlust an Informationsquellen aufhalst, dann bitte doch für etwas, was sich auf die ein oder andere Art lohnt. Aber, wir sind zum Glück ein freies Land und hier kann man (noch) (fast) alles sagen und schreiben.

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