Schock-Studie: So teuer sind mobile Daten in Deutschland im Vergleich wirklich

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Mobilfunk in Deutschland ist teuer – das Gefühl hat jeder. Nun hat der Verbraucherzentrale Bundesverband einmal nachgerechnet und die deutschen Preise mit anderen europäischen verglichen. Das Ergebnis scheint klar, hinkt aber in einem Punkt.
Bildquelle: Unsplash - Windows

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Preisstrukturen für mobiles Datenvolumen in Deutschland mit anderen europäischen Ländern verglichen. Positiv dabei: Die Preise für Mobilfunkleistungen in Deutschland und Europa sinken. Doch vergleicht man Deutschland mit den Nachbarländern, so sind die Angebote für mobiles Datenvolumen ohne Zusatzleistungen in Deutschland überdurchschnittlich teuer.

Gründe für die vergleichsweise hohen Preise nennt der vzbv aber nicht. Seitens der Netzbetreiber werden immer wieder die hohen Kosten für die Frequenzen und Lizenzen, die der Staat durch die regelmäßigen Versteigerungen erzielt, genannt. Auch der Ausbau der Netze ist in einem Flächenland, das von vielen Mittelgebirgsketten durchzogen ist, nach Darstellung der Netzbetreiber teurer als in anderen Ländern.

Der vzbv hingegen bemängelt, dass in vielen Regionen Deutschlands auch Homeoffice-Nutzer auf das mobile Internet angewiesen sind. Der Grund: Die Festnetz-Breitband-Infrastruktur fehlt. Zudem hätten im vergangenen Jahr  80 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland das mobile Internet genutzt. „Verbraucherfreundliche, europaweit wettbewerbsfähige Preise für mobiles Internet dienen daher der Daseinsvorsorge“, so der vzbv.

Nur Datentarife im Vergleich

Doch im Jahr 2019 zahlten deutsche Verbraucher im Schnitt etwa drei Mal so viel wie Endkunden in den besonders günstigen europäischen Ländern, heißt es von den Verbraucherschützern. Für 2020 liegen die Vergleichspreise noch nicht vor. Dies zeigt sich anhand der durchschnittlichen Kosten für ein Gigabyte mobiles Datenvolumen bei reinen Datentarifen, die in den europäischen Ländern stark variieren. Zum Beispiel zahlten 2019 Verbraucher in Polen 0,83 Euro für ein Gigabyte mobiles Datenvolumen. In Deutschland lag der Preis dafür bei 3,35 Euro.

Obwohl die Preise für Mobilfunkleistungen in Deutschland und Europa sinken, steht Deutschland im Vergleich zu den untersuchten Ländern kontinuierlich auf Platz eins oder zwei der teuersten Länder für mobiles Internet. Zumindest nach den Zahlen des vzbv. Denn der Vergleich hat ausschließlich Datentarife berücksichtigt. Smartphone-Tarife mit hohem Datenvolumen oder gar einer Flatrate hat man nicht berücksichtigt. Dabei lassen sich auch diese Tarife zum Surfen per Tablet oder Laptop nutzen. Hier findest du beispielsweise bei O2 schon eine Telefon- und Daten-Flatrate mit bis zu 10 Mbit/s für monatlich 39,99 Euro. Überträgst du hier nur 20 GB monatlich, sind deine Kosten pro Gigabyte schon unter 2 Euro.

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1 KOMMENTAR

  1. Avatar DaFreak

    Na immerhin geht der Trend in Deutschland in die richtige Richtung. Im Vergleich zu Frankreich, Großbritanien und Spanien hat sich in den letzten Jahren viel getan!
    Die Zahlen für 2020 würden mich mal interessieren.

    Antwort

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