Schnelles Internet per Glasfaser: Telekom & EWE tun sich zusammen

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Telekom und Glasfaser – das passte bislang nur selten zusammen. Nun aber gibt es den großen Wurf: Gleich 1,5 Millionen Haushalte will die Telekom nun direkt mit Glasfaserleitungen versorgen. Das Bemerkenswerte: Sie tut sich dazu mit einem ihrer größten Konkurrenten zusammen.
Glasfaser-Leerrohr
Glasfaser-LeerrohrBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Rechtlich handelt es sich bei dem Unternehmen, das die Glasfaser-Leitungen bauen wird, um ein neues Unternehmen. An der Glasfaser Nordwest sind Telekom und EWE zu jeweils 50 Prozent als Gesellschafter beteiligt. Selbst Anschlüsse an die Endkunden vermarkten wird die Glasfaser Nordwest aber nicht – das überlässt sie Telekom und EWE Tel. Aber auch jeder andere Anbieter in Deutschland habe Zugang zu dem Netz, könne Leitungen mieten und vermarkten.

Den Chefs von Telekom und EWE, die als Gesellschafter für Erfolg und Misserfolg des neuen Netzbetreibers geradestehen müssen, ist vor allem eine hohe Auslastung des neuen Netzes wichtig. Denn nur wenn die Auslastung stimmt, geht der auf zehn Jahre ausgelegte Business-Case der Glasfaser Nordwest auf. Gut möglich also, dass Telekom und EWE künftig auch Anschlüsse mit nur 50 oder 100 Mbit/s – technisch heute VDSL – über diese Glasfasern schalten werden und so die Kupferleitung ablösen.

1,5 Millionen Haushalte in zehn Jahren

Zwei Milliarden Euro wollen Telekom und EWE in den nächsten zehn Jahren vergraben und damit 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen erreichen. Dabei handelt es sich ausschließlich um einen eigenwirtschaftlichen Ausbau. Fördergelder will man nicht beantragen. Umgekehrt heißt das aber auch: Es wird kein flächendeckendes Highspeed-Netz geben. Dort, wo Fördergelder notwendig sind, sollen weiterhin Telekom und EWE ihre eigenen Netze bauen.

Hier geht’s im zweiten Quartal los

Ohnehin ist das Ausbaugebiet begrenzt wie schon der Name Glasfaser Nordwest sagt. Es ist der Nordwesten Deutschlands. Die ersten Ausbaugebiete befinden sich dann in Achim, Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Emsdetten, Georgsmarienhütte, Oldenburg, Stade, Tostedt, Weyhe und Vechta. Ab April sollen die Bagger in den meisten dieser Städte rollen. Erste Anschlüsse, die dann Gigabit-Datenraten leisten, sind für Ende 2020 zu erwarten.

Glasfaser Nordwest: Das Ausbaugebiet
Glasfaser Nordwest: Das Ausbaugebiet

Wie es über diese Städte hinaus weitergeht, will man noch nicht verraten. Wichtig aber: Es soll keine Vorvermarktungs-Quoten geben. Sprich: Steht ein Ausbaugebiet fest, wird dort auch gebaut.

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