Scam-Apps im Apple App Store: Keine Nutzung ohne gutes Rating

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Ein neues Video demonstriert eindrucksvoll, wie findige Entwickler versuchen, eine gute Bewertung im App Store zu erzwingen. Im aktuellen Fall ist mindestens ein Rating mit drei Sternen notwendig, bevor die App überhaupt genutzt werden kann.
Apples App-Store-Logo
Es hagelt erneut Kritik an Apples App StoreBildquelle: Apple

Der iOS-Entwickler Kosta Eleftheriou hat sich darauf spezialisiert, im App Store betrügerische Apps zu jagen. In einem aktuellen Video auf Twitter demonstriert er dazu den Fall der App „UPNP Xtreme“, die laut The Verge mittlerweile von Apple entfernt wurde. Es ist nicht die erste derartige App, die Eleftheriou so ausfindig machen konnte. Der Entwickler hat sich auf die Suche nach derartigen Fällen gemacht, nachdem seine eigene App, FlickType, von teureren Apps überholt wurde, die noch dazu mit gefälschten Bewertungen für sich geworben hatten.

Scam-App verlangt gute Bewertung

Im Fall von „UPNP Xtreme“ verlangte der Entwickler direkt nach dem ersten Start der App eine Bewertung. Bevor ein Käufer diese also überhaupt nutzen kann, ist ein Rating fällig. Doch damit nicht genug, denn es musste, wie im Video zu sehen, auch mindestens eine 3-Sterne-Bewertung sein. Der Entwickler der gezeigten App nutzte diverse Tricks, um das echte Bewertungsfenster von iOS „anzupassen“. So war es nicht möglich, den Dialog zu verlassen, ohne eine gute Bewertung abzugeben. Entwickler Guilherme Rambo erklärt auf Twitter, wie dies möglich ist.

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Stark vereinfacht ausgedrückt wartet die Scam-App bis das Bewertungsfenster von iOS erscheint. Danach legt sie ein unsichtbares Element über einige Bereiche, um bestimmte Teile, also zum Beispiel die Schaltfläche zum Abbrechen des Dialogs, für den Anwender unerreichbar zu machen. Dies könnte auch erklären, warum der Trick aufgrund verschiedener Bildschirmauflösungen nicht bei allen iOS-Geräten funktioniert.

Apples App-Store-Prozess passt nicht auf

Eleftheriou kritisiert abermals Apples Review-Prozess, der derartige Fälle eigentlich verhindern sollte. „Der Entwickler hat mehr als 15 Millionen Downloads und $MILLIONEN in Einnahmen“, so Eleftheriou zum oben gezeigten Fall. „, Wie üblich ignoriert Apple die Beschwerden der Kunden, während man den eigenen Anteil von 15-30 Prozent einsteckt.“

Der Prüfungsprozess des App Stores war in den vergangenen Wochen schon ein wichtiges Thema im Streit zwischen Apple und Epic. Apple argumentiert unter anderem, dass man den Anteil von bis zu 30 Prozent dafür benötigt, um einen sicheren App Store zu ermöglichen. Dieses Argument wird jedoch schnell untergraben, wenn betrügerische Apps den Überprüfungsprozess von Apple durchlaufen können.

Kosta Eleftheriou hat Apple vor einigen Monaten selbst verklagt. Er wirft dem iPhone-Hersteller unter anderem falsche Werbung und unlauteren Wettbewerb vor.

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