Samsung und Huawei auf dem falschen Weg: Oppo X 2021 zeigt, wie es geht

4 Minuten
Was ist der nächste große Sprung in der Smartphone-Entwicklung? 5G? 360 Grad umlaufende Displays? Zwei- oder dreifach klappbare Bildschirme? Noch mehr Kameras? Oppo hat schon im vergangenen Jahr eine eigene Idee eingebracht. Und die überzeugt im ersten Eindruck. 
Oppo X 2021
Oppo X 2021Bildquelle:

Oppo hat mit dem X 2021 ein Konzept-Smartphone vorgestellt, das mit einem aufrollbaren Display ausgestattet ist. Damit vergrößerst du die Bildschirmfläche mit einem Wisch von 6,7 auf 7,4 Zoll. Klingt nach wenig, ist aber in der Praxis beinahe eine Verdopplung der Fläche. Das Roll-Display hat gegenüber den Klapphandys von Samsung, Huawei und Motorola einige Vorteile. Denn so gibt es keine Kante, an der gefaltet wird. Das bedeutet: Das Display kommt ohne störende Falz aus.

Oppo X 2021 ist noch ein Prototyp

Wer jetzt sofort zuschlagen möchte, hat Pech gehabt. Denn das Oppo X 2021 ist bisher ein Konzept-Handy und wird so nie auf den Markt kommen. Oppo könne es nach eigenen Angaben nicht zu einem angemessenen Preis herausbringen. Es ist also noch zu teuer in der Produktion. Trotzdem gibt es funktionierende Prototypen. Und einen solchen haben wir uns für dich angesehen und ausprobiert.

Auf eine Auflistung mit technischen Daten kann man hier getrost verzichten. Es geht bei diesem Smartphone einzig und allein um die Darstellung der Machbarkeit des Rolldisplays. Wenn irgendwann einmal ein solches Smartphone von  Oppo auf den Markt kommen sollte, werden die technischen Aspekte selbstverständlich ebenso wichtig, wie bei jedem anderen Handy. Bei einem Prototyp genügt es, dass die Software läuft und es flüssig zu benutzen ist.

Aufgerollt statt eingeklappt

6,8 mm – so dick ist die Achse, um die das Display beim Wisch über den Homebutton in der Seite gerollt wird. Damit ist klar: Neue Rekorde bei der Dicke sind mit dem Oppo X 2021 nicht drin. Entsprechend feist liegt es bei der ersten Kontaktaufnahme in der Hand. Doch man gewöhnt sich rasch an die Dicke. Und verglichen mit einem handelsüblichen Handy inklusive Schutzhülle ist es gar nicht mehr so dick. Gleiches gilt für das Gewicht. Das Oppo X 2021 ist auch hier am oberen Limit des Erträglichen. Beides trägt aber zu einem bei: Man hat immer das Gefühl, ein sehr solides und hochwertiges Smartphone in der Hand zu halten.

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Und dieses Gefühl verschwindet auch nicht, wenn man das Oppo X 2021 ausfahren lässt. Mit einem streicheln über den Homebutton fährt es von zwei Motoren angetrieben auseinander. Die Software passt sich dabei mit einer Animation gelungen und flüssig an die höhere Display-Breite an. Das Panel selbst hat dabei keine störenden Unterbrechungen oder sonstige Einschränkungen zu verkraften. Die Darstellungsqualität ist überall gleich gut und man spürt keine Falz, wie es bei Falthandys oft der Fall ist. Ein klarer Vorteil für das Roll-Display.

Das Oppo X 2021 hat ein erstaunlich festes Panel

Doch wie fühlt sich so ein rollbares Display an? Vor allem erstaunlich fest. Hatten die ersten Falt-Panels noch eine weiche Oberfläche und eine etwas gummiartige Haptik, glänzt das Display im Oppo-Prototyp mit einer vergleichsweise harten Oberfläche. Das wird durch zwei Technologien verwirklicht. Einerseits gibt es in der Trägerstruktur des Handys zwei „Kämme“ die ineinander greifen, wenn das Gerät zusammengezogen ist und die bei ausgezogenem Handy immer noch genug Stabilität geben.

Oppo X 2021
Oppo X 2021

Das Zweite ist „Warp Track Laminat“ – eines von 122 Patenten die ins Oppo X 2021 eingeflossen sind. Dabei handelt es sich um ein Trägermaterial unter dem Display, dass für mehr Stabilität sorgt. Du kannst es dir wie Ketten an einem Bagger vorstellen – aber in einem erheblich kleineren Format und viel engmaschiger.

Samsung, Huawei und Motorola – klappen ist der falsche Weg

Der Prototyp von Oppo ist kein finales Gerät und auch noch lange nicht marktreif. Was das Oppo X 2021 aber zeigt: rollen ist besser als klappen. Das Display fühlt sich um Längen besser an als die der Klappkonkurrenz und die Belastung auf eine Falzstelle wird vermieden. Oppo will bis zu 100.000 Rollvorgänge getestet haben. Das entspräche laut Oppo einer sparsamen Nutzung von 5,5 Jahren. Ob sich allerdings ein sparsamer Nutzer ein solches Gerät kauft, darf bezweifelt werden. Trotzdem ist das aufrollende Handy ein besseres Konzept als die Klappversionen von Samsung, Huawei oder Motorola. Damit bleibt zu hoffen, dass Oppo diesen Weg weitergeht und ein solches Smartphone zu einem vernünftigen Preis auf den Markt bringen wird.

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8 KOMMENTARE

  1. Nach knapp 15 Jahren langweiligem Touchscreen-Handys (iPhone erschien 2007) wird es endlich wieder Zeit für neue, innovative Konzepte!

  2. LG hat auch so einen Prototypen gezeigt. Hätten die sich doch mal mehr Syfs Filme angesehen in den Entwicklungsabteilungen. Das ist echt mega.

  3. Ich habe mir sagen lassen, dass ein chinesisches Unternehmen viele Entwickler von LG abgeworfen haben. Wenn es die sind, die das entwickelt haben, könnte die Firma Oppo evtl. Probleme haben, wenn sie damit auf dem Markt kommen wegen Patentverletzung. Denn das Gerät sieht auf dem Bild sehr ähnlich aus wie das Gerät von LG, das sie im letzten Jahr vorgestellt haben.

    • Oppo hat über 1000 Patente für das X2021. Denke da kann LG nicht viel machen. LG zeigte wenn überhaupt auch nur Design Ideen. TCL hatte auch schon ein echtes Gerät gezeigt. Der Mechanismus ist zumindest von Oppo direkt.

  4. Hoffentlich kann man in Zukunft bestimmte Größen einstellen. Für unterwegs die kleinste Einstellung zum streamen/Videos schauen 16:9 und denn Tablet Modus zum arbeiten.

  5. Die nächste Entwicklungsstufe eines Smartphones wäre eigentlich die Nutzung als Ventilator.
    Bei den Kameras passiert ja zur Zeit nichts. Da werden halbgare Kameras auf den Markt geworfen, bei denen weder die Optik eine ausreichende Qualität hat, noch die Bildbearbeitungssoftware ausgereift ist.
    Und zum Telefonieren – da reicht ein altes Nokia.

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