Samsung-Handys demnächst mit 200-MP-Kamera: Unnötige Marketing-Funktion?

2 Minuten
Samsung-Smartphone mit einem 108-Megapixel-Sensor sind bereits seit knapp einem Jahr im Umlauf. Nun soll die Kamera-Auflösung anscheinend sogar auf 200 Megapixel angehoben werden. Doch ergibt eine solche Auflösung überhaupt Sinn oder ist das reines Marketing? Wir verraten es.
Samsung Galaxy S20 UltraBildquelle: Blasius Kawalkowski

Das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G kam seinerzeit mit einem riesigen 108-Megapixel-Sensor auf den Markt. Von einer solchen Auflösung können selbst viele Halbprofi-DSLR- und DSLM-Kameras nur träumen, doch Samsung scheint noch einen Schritt weiter gehen zu wollen. Laut dem bekannten Leaker Ice universe möchte das südkoreanische Unternehmen demnächst eine 200-Megapixel-Kamera für seine Smartphones vorstellen. Allein schon die Zahl wirkt beeindruckend, folglich dürfte sie für viele Nutzer einen wichtigen Kaufgrund darstellen. Doch erfahrenere Fotografen wissen, dass sich die Megapixel-Zahl in erster Linie nur auf die Auflösung des Fotos und nicht auf dessen Qualität auswirkt.

Bei einem 200-Megapixel-Sensor bedeutet die hohe Auflösung, dass das Foto ohne Qualitätsverlust als großes Plakat ausgedruckt werden kann. Zudem ermöglicht die hohe Auflösung nachträgliches Zoomen, doch viel mehr bringt eine 200-Megapixel-Kamera auf den ersten Blick dann doch nicht. Ist also alles nur eine große Marketing-Aktion, die auf nicht ganz so technikaffine Nutzer abzielt? Nein, das ist sie nicht.

Samsung mit 200 Megapixeln: Es werde Licht

In Kombination mit einer Software kann eine hohe Auflösung wahre Wunder bewirken. Samsung nennt das dazu benötigte Verfahren Nona-Binning. Die Technologie verschmilzt jeweils neun Pixel zu einem. Dadurch wird aus einer Auflösung von 200 Megapixeln eine Auflösung von circa 22 Megapixeln – also ein deutlich besserer Wert als die 12 Megapixel des aktuellen 108-Megapixel-Sensors. Dafür fangen die größeren Pixel mehr Licht ein und sorgen selbst bei schlechten Lichtverhältnissen für gut ausgeleuchtete Fotos. Folglich können Nutzer bei einer 200-Megapixel-Kamera die ISO-Werte herunterschrauben und so Bildrauschen verhindern.

Nona-Binning
Samsung Nona-Binning

Xiaomi Mi 11 Pro als erstes 200-Megapixel-Handy?

Das Xiaomi Mi 11 wurde bereits vor einigen Wochen mit einer 108-Megapixel-Kamera vorgestellt. Nun steht der große Bruder, das Xiaomi Mi 11 Pro, in der Pipeline. Gerüchten zufolge könnte der chinesische Hersteller seine Pro-Variante ebenfalls mit einem 200-Megapixel-Sensor ausstatten wollen. Und diese Gerüchte haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Denn das Xiaomi Mi 11 Pro wird höchstwahrscheinlich den Qualcomm Snapdragon 888-Prozessor in sich tragen. Und dieser unterstützt 200 Megapixel große Bilder – wobei das zugegebenermaßen auch auf den Vorgänger Snapdragon 865 zutrifft. Bis zum Marktstart bleibt dieses Geheimnis also ungelüftet.

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2 KOMMENTARE

  1. Avatar Nixda

    Die Aussagen im Artikel sind einfach falsch, mit mehr Megapixeln auf gleicher sensorfläche werden die einzelnen sensel kleiner, dazu nimmt die effektive Oberfläche ab, da Lücken zwischen den einzelnen senseln bleiben müssen. Ein 12 MP Sensor kann also mehr Licht aufnehmen als ein 100MP Sensor, das führt zu weniger Rauschen bei hohen ISO Werten.
    Die 200MP bringen vielleicht etwas bei perfektem Licht und wenn die Software dann auch gut mitarbeitet, je weniger Licht aber zur Verfügung steht umso mehr Vorteile haben Sensoren mit weniger Pixeln. Am meisten sieht man das bei echten Kameras, wo ich mit den 30MP in der EOS R Probleme bekomme könnte einer R5 oder 1DX noch locker gute Fotos machen.

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  2. Avatar Genzmer

    Das ist schön, doch viel lieber hätte ich einen Xenon Blitz. Nun werden schon dickere Modulen eingebaut, dann würde ein vernünftiger Blitz für Gegenlichtaufnahmen das entscheidende für die Belichtung sein.
    Notfalls in Kombination mit einer LED Leuchte.

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