Samsung Galaxy Fold bleibt ein Sensibelchen, nur an einer Stelle nicht

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Auch nach der Überarbeitung bleibt das Samsung Galaxy Fold ein fragiles Gerät. Dies zeigt unter anderem die Pflegeanleitung für das faltbare Smartphone. Aber auch im ersten Test seiner Strapazierfähigkeit zeigt das Foldable viele Schwachstellen – bis auf einen Bereich, der erstaunlich widerstandsfähig ist.
Samsung Galaxy Fold in einer Hand
Bildquelle: Blasius Kawalkowski/inside digital

Als das Samsung Galaxy Fold im Frühling erstmals auf den Markt kommen sollte, hielten erste Testgeräte keine 24 Stunden. Einerseits, weil die Nutzer eine wichtige Sicherheitsfolie entfernten. Andererseits, weil sich das faltbare Smartphone sehr anfällig für äußere Einflüsse wie Dreck zeigte. Daraufhin nahm der südkoreanische Hersteller das Gerät zurück und überarbeitete laut eigener Aussage die Widerstandsfähigkeit des Foldable. Wie sich jetzt zeigt, bleibt der Handy-Tablet-Hybrid aber wohl zeitlebens ein Sensibelchen.

Einen ersten Hinweis darauf gibt Samsung selbst: In einem kürzlich veröffentlichten Video, das eine Pflegeanleitung für das Galaxy Fold ist, wird das besonders deutlich. Demnach solle man beim Benutzen nur „leichten Druck ausüben“. Außerdem empfiehlt der südkoreanische Hersteller, das Gerät von Wasser und Staub fernzuhalten. Da beim faltbaren Handy Magneten zum Einsatz kommen, um es geschlossen zu halten, sollen Nutzer auch an mögliche Beeinträchtigungen denken – zum Beispiel bei einer Kreditkarte.

Samsung schließt mit den Worten „Ein Smartphone, das so unglaublich ist wie dieses, benötigt Pflege wie kein anderes“ und verweist damit auf den eigenen Galaxy Fold Premier Service. Damit ist eine besondere Dienstleistung gemeint, die allen Käufern des Handys zur Verfügung steht. Neben Telefonsupport umfasst der Service auch ein Jahr lang besonderen Schutz. Wer sein Galaxy Fold registriert, erhält Samsung Care+ und damit die Möglichkeit, Schäden mit einer Selbstbeteiligung von 130 Euro reparieren zu lassen. Weitere Hinweise zu Samsungs Galaxy Fold Premier Service gibt es auf der Homepage des Unternehmens.

Das Samsung Galaxy Fold bei JerryRigEverything

Neben dem Video von Samsung hat auch der bekannte Technik-YouTuber „JerryRigEverything“ das Galaxy Fold in einem aktuellen Clip eingefangen. Dort unterzieht er das faltbare Smartphone seinen berühmten Widerstand-Tests. Das Ergebnis: Es bleibt empfindlich. Besonders das innen liegende Display verkratzt sehr schnell und kann schon mit einem Fingernagel beschädigt werden. Die Außenhülle ist derweil auf dem Niveau von aktuellen Smartphones.

Eine weitere Problemstelle bleiben die Öffnungen am Scharnier des Handys. Wie das Video zeigt, dringt dort sofort Dreck ein und bleibt dann im Gerät. Einzige Ehrenrettung für das Galaxy Fold: Der Klappmechanismus ist erstaunlich widerstandsfähig und lässt sich nicht so einfach durchbrechen. Beim anderen, bisher verfügbaren Foldable, dem Royole FlexPai, war dies problemlos möglich.

Das Samsung Galaxy Fold 5G ist der Archetyp eines Prestigeobjekts: Denn wer eines dieser 2.100 Euro teuren faltbaren Smartphones besitzt, versteckt es am besten sofort hinter Glas. Die Anfälligkeit für alltägliche Dinge wie Staub, Wasser und lange Fingernägel schließt es meiner Meinung nach sofort vom aktiven Dienst aus. Es ist beeindruckend und erschreckend zugleich, dass Samsung trotz der vielen Schwächen des Gerätes daran festgehalten hat. Wer sich überlegt, das Galaxy Fold zu kaufen, sollte dies nur mit der eindeutigen Gewissheit tun, dass es sich dabei um einen käuflichen Proof of Concept handelt und mehr nicht. Wer ein voll funktionstüchtiges Smartphone erwartet, wird hingegen schnell enttäuscht.

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