Wegen iPhone-Flaute: Samsung droht Apple mit hohen Vertragsstrafen

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Eigentlich sind Apple und Samsung auf dem Smartphone-Markt erbitterte Konkurrenten. Hinter den Kulissen arbeiten das US-Unternehmen und der südkoreanische Hersteller jedoch teilweise zusammen. Nun droht Apple aber Streit mit Samsung. Hintergrund sind die schlechten Verkaufszahlen der neuen iPhones.
Schräge Draufsicht auf das Apple iPhone XS
Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Eigentlich sollten sinkende Verkäufe bei Apples Bestseller, dem iPhone, Strafe genug für das Unternehmen aus Kalifornien sein. Nun könnte jedoch noch ein Streit mit Samsung drohen, der ebenfalls Milliarden kosten wird. Das berichtet die südkoreanische Website ETNews (via ZDNet) und beruft sich auf Informationen aus Branchenkreisen. Da das US-Unternehmen nicht genug OLED-Displays vom südkoreanischen Hersteller abgenommen hat, drohen nun vereinbarte Vertragsstrafe. Quellen berichten von mehreren Hundert Milliarden Won, die im Raum stehen. Umgerechnet sind hundert Milliarden Won circa 76 Millionen Euro.

Laut ETNews rechnete man vor rund zwei Jahren damit, dass Apple rund 100 Millionen OLED-Displays pro Jahr für die kommenden iPhone-Generationen benötigt. Diese Zahl wurde jedoch nie erreicht, da die Verkäufe des iPhone X sowie der iPhone-XS-Reihe und des iPhone XR hinter den Erwartungen zurückblieben. Laut Vertrag drohen deshalb nun hohe Konventionalstrafen, die eine Partei an die andere zahlen muss. Apple bezieht seine Panels für die neuen Smartphones ausschließlich vom Konkurrenten Samsung.

Samsung droht Apple mit Vertragsstrafen und dreht den Spieß um

Apple hat sich die Vertragsstrafen teilweise auch selbst eingebrockt. So forderte das Unternehmen damals von Samsung, eine eigene Fabrik für die Herstellung von OLED-Panels für das iPhone zu bauen. Der südkoreanische Hersteller baute daraufhin seine neue Produktionsstätte „A3“ auf. Nun liege die Auslastung des Werkes aber nur noch bei 50 Prozent, so Branchenvertreter gegenüber ETNews. Dies soll dafür gesorgt haben, dass sich der Betriebsgewinn von Samsungs Display-Sparte halbierte.

Aktuell verhandeln Apple und Samsung über eine Lösung. So habe der iPhone-Hersteller angeboten, die OLED-Panels des südkoreanischen Unternehmens in weiteren Produkten wie iPads und MacBooks zu verbauen. Ob dieser Vorschlag ausreicht, um hohe Vertragsstrafen zu umgehen, bleibt aber unklar. Apple selbst hatte seinerseits auf die Konventionalstrafen gepocht, nachdem Samsung zu Beginn der OLED-Produktion mit Qualitätsproblemen zu kämpfen hatte. Sie fiel im Vergleich jedoch geringer aus als die nun drohenden Summen.

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