Edel-Fernbus Roadjet startet: Ab 10 Euro im Massagesitz durch Deutschland

5 Minuten
Ein neuer Anbieter auf dem Markt für Fernbusreisen betritt das Parkett: Roadjet. Jetzt werden die ersten Verbindungen zwischen vier Städten bedient, weitere Ziele sollen folgen. Wir verraten dir die Details zum Luxus-Bus-Unternehmen.
RoadJet Bus
Bildquelle: Roadjet

Einst gab es in Deutschland verschiedene namhafte Fernbus-Firmen. MeinFernbus, Postbus, City2City und auch DeinBus. All diese Marken verschwanden aber fast genauso schnell wieder, wie sie einst gestartet waren. Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch weil Marktführer Flixbus seine Wettbewerber kurzerhand aufkaufte. Doch seit einiger Zeit muss sich Flixbus mit neuen Wettbewerbern duellieren. Nach BlaBlaBus und Pinkbus drängt jetzt mit Roadjet aus Ludwigsburg ein weiterer Konkurrent auf den Fernbusmarkt. Und der startet mit Luxus-Ausstattung und Preisen ab 10 Euro.

In diese Orte kannst du mit Roadjet reisen

Zum Start sind mit Roadjet Reisen in vier Städte möglich: Stuttgart, Nürnberg, Leipzig und Berlin. Erste Fahrten auf dieser ersten Achse vom Südwesten in den Nordosten Deutschlands starteten ab dem 3. August zu Preisen ab 9,99 Euro (Leipzig <> Berlin). Weitere Strecken kosten zum Start knapp 15, 25 oder sogar 40 Euro, können später aber auch noch teurer werden. Nämlich dann, wenn die Auslastung steigt, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Fahren kannst du wahlweise tagsüber, es stehen aber auch Nachtfahrten zur Verfügung. Mitnehmen darfst du neben einem Handgepäckstück (maximal 7 Kilogramm) auch zwei Reisegepäckstücke bis 20 Kilogramm. Eine kostenlose Sitzplatzreservierung ist ebenso inklusive wie die Möglichkeit, eine Umbuchung ohne Aufpreis durchzuführen.

RoadJet Fernbus Horizon
Mit diesen Bussen will RoadJet in Zukunft auf deutschen Straßen verkehren.

Für Sicherheit an Bord sollen nicht nur moderne Assistenz-Systeme am Bus selbst sorgen – zum Beispiel Abstandsradar, Notbremsassistent und Spurhalteassistent -, sondern auch umfangreiche Schulungen der Fahrer. Etwa eine elektronische Überwachung der gesetzlichen Ruhezeiten und ein Alkoholtester zur Freischaltung der Zündung. Anders als Marktführer Flixbus will Roadjet eigene Busse mit eigenen Fahrern verkehren lassen und nicht auf eine Subunternehmer-Kultur setzen.

Ursprünglich wollte Roadjet schon im Juni erste Fahrten anbieten. Dann kam die Corona-Krise und verzögerte den Start. Ziel ist es, das Angebot zeitnah auszubauen und dann auch weitere Städte an das Verkehrsnetz anzubinden. Unter anderem München, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Köln, Düsseldorf und Essen.

Roadjet: Diese Features sollen dich begeistern

Das Ziel von Roadjet: FirstClass Reisen zu Economy Preisen anbieten. Du sollst dich an Bord der Roadjet-Busse also wohler fühlen als bei der Konkurrenz. Gelingen soll das unter anderem mit kostenlosem WLAN und einem Bordunterhaltungsprogramm mit einer großen Auswahl von Filmen, Musik und Spielen. Das Besondere: Zugriff auf das Entertainment-System hast du nicht nur mit deinen eigenen WLAN-fähigen Geräten, sondern ähnlich wie im Flugzeug auch über einen im Sitz des Vordermanns integrierten Monitor.

WLAN und Bordunterhaltung gibt es aber auch bei der Konkurrenz. Damit kann sich Roadjet also nicht vom Wettbewerb absetzen. Auch die Möglichkeit, Snacks und Getränke an Bord zu kaufen, ist kein Alleinstellungsmerkmal. Stolz ist man bei Roadjet aber auch auf eine besonders große Beinfreiheit, Stromversorgung an jedem Sitz, eine „geräumige Umkleidekabine“ im Bus, die kurz vor Ankunft den Wechsel der Kleidung ermöglichen soll.

Massagesitze bringen First-Class-Komfort

Zudem darfst du in komfortablen Massagesitzen Platz nehmen. Sie sind nach Angaben der Betreiber ergonomischer und breiter als herkömmliche Reisebussitze und verfügen zudem über eine mehrstufige Massagefunktion. Damit sollst du vor allem entspannt an deinem Zielort ankommen. Die Folge: Es stehen weniger Plätze als in anderen Doppeldeckern zur Verfügung. Im Unterdeck der Roadjet-Busse sind es nur sieben Plätze, im Oberdeck 37 Plätze – maximal drei Sitze pro Reihe.

Das Besondere an den in Spanien durch Ayats gefertigten Fahrzeugen von Roadjet: Die eingesetzten Fernbusse wurden speziell nach den Wünschen des neuen Anbieters konstruiert. „Bei der Entwicklung des Konzeptes haben wir uns an der ersten Klasse der Bahn oder der Business Class von Flugreiseanbietern orientiert“, sagten die beiden Gründer, Muhammed Simsek und Mujib Bazhwal gegenüber den „Startup Valley News“.

Das Streckennetz soll wachsen – auch ins Ausland

„Wir wollen unser Streckennetz relativ zeitnah weiter ausbauen. Je nach Verlauf der Corona-Pandemie könnte es im November schon so weit sein, andernfalls Anfang kommenden Jahres“, sagte Mitbegründer Mujib Bazhwal gegenüber inside digital. „Wir streben eine schnelle aber auch kontrollierte Skalierung an. Dazu gehört natürlich auch der deutliche Ausbau unseres Streckennetzes sowie unserer Busflotte.“ Wann genau eine Erweiterung der Flotte stattfindet, möchte das Unternehmen aber noch nicht verraten.

Die beiden Roadjet-Gründer Muhammed Simsek (rechts) und Mujib Bazhwal.

Perspektivisch will Roadjet übrigens auch ins Ausland fahren. „Allerdings wollen wir im Ausland eher mit Franchisenehmern zusammenarbeiten“, sagt Bazhwal und verweist auf die lokal besseren Kenntnisse solcher Partner. Man befinde sich schon in entsprechenden Gesprächen. „Sollten wir hier den richtigen Partner finden, der unsere Werte und Vision teilt, könnten die Menschen schon relativ zeitnah auch über die Landesgrenzen hinaus in den Genuss des Roadjet Services kommen.“

Bildquellen

  • RoadJet Fernbus Horizon: RoadJet
  • roadjet-team: RoadJet
  • Roadjet Bus: Roadjet
LTE Sendeanlage
Neues 5G-Netz: 1&1 drückt den Not-Knopf
Die Verhandlungen stocken. Um ein eigenes 5G-Netz in Deutschland aufbauen zu können, meldet 1&1 Drillisch Bedarf an einem National Roaming Abkommen an. Doch die Verhandlungen darüber sind nun offenbar in einer Sackgasse zum Erliegen gekommen. Das hat jetzt Konsequenzen.

Deine Technik. Deine Meinung.

1 KOMMENTAR

  1. Road jet delayed their starting journey until August 10th. I was supposed to be on the inaugural night journey from Stuttgart to Berlin on August 3rd. I was informed 3 days before my journey that they were unable to receive German licensing because of the delay of the delivery of thier buses from Spain due to a spike in CoVid-19. I was rebooked for their new starting date of August 10th.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL