iPhone-Preise lassen Apple weiter jubeln - Anleger trotzdem sauer

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Apple hat die ersten Quartalszahlen seit Veröffentlichung der neuen iPhones vorgelegt. Im Vor-Weihnachts-Quartal positioniert sich Apple, wo das mit dem September endende Quartal im Übrigen als Q4 bezeichnet wird, stark wie eh und je. Die Zahlen zeigen außerdem, wie Apple von den hohen Verkaufspreisen für das iPhone profitiert.
iPhone XS Max mit Lichtreflex

Unter dem Strich stehen Ende September 62,9 Milliarden US-Dollar (55 Milliarden Euro) Umsatz. Der Gewinn vor Steuern beträgt dabei 16,1 Milliarden Dollar, davon bleiben netto 14,125 Milliarden Dollar übrig. Apple streicht umgerechnet also knapp 12,35 Milliarden Euro ein.

Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal konnte Apple den Gesamtumsatz um 9 Milliarden US-Dollar steigern. Im gleichen Zeitraum – Juli, August und September – des Vorjahres lag der Umsatz um knapp 9,5 Milliarden Dollar unter dem aktuellen Niveau. Das entspricht einer Umsatzsteigerung von 18 Prozent gegenüber dem traditionell schwächeren Frühsommer-Quartal aber eben auch einer Steigerung um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Quartal. Apple blickt also auf ein gesundes und starkes Wachstum zurück.

Apple-Quartalszahlen: iPhone-Preise Hauptgrund für Umsatzanstieg

Dass die iPhone-Verkäufe die Umsatzzahlen anführen, ist wenig überraschend. Rund 46,8 Millionen iPhones gingen in den Sommermonaten über die Ladentheke. Alleine daraus ergeben sich Umsätze von 37,2 Milliarden Dollar. Interessant ist: Apple verkaufte im Vorjahres-Quartal fast gleich viele iPhones, machte damit aber 9 Milliarden Dollar weniger Umsatz. Die vorgelegten Zahlen heruntergebrochen: 0 Prozent Absatzsteigerung, aber 29 Prozent Umsatzsteigerung – nur mit dem iPhone. Klar ist also, dass Apple nicht nur von starken Absätzen profitiert, sondern vor allen Dingen vom Preisanstieg. Zwischen iPhone 7 (2016) und iPhone X (2017) liegen in den günstigsten Varianten immerhin 390 Euro Preisunterschied. Auch das iPhone 8 war teurer als das iPhone 7. Für die Preisstrategie – insbesondere bei den Handys über 1.000 Euro – musste Apple viel Kritik einstecken. Am Ende muss aber konstatiert werden: Die Umsatzzahlen geben dem von Tim Cook geführten Unternehmen Recht.

Mehr Schein als Sein: Anleger trotz Milliarden-Gewinn in Sorge

Bleibt die Frage nach den 0 Prozent Absatzsteigerung bei den iPhones im Jahresvergleich. Und damit nicht genug: Im Bereich von iPads und der Mac-Sparte sind die Absatzzahlen im Vergleich zu 2017 sogar rückläufig. Während 2 Prozent Rückgang der Verkaufszahlen von Macs und Macbooks noch durch 3 Prozent Umsatzsteigerung geschönt werden, steht bei den iPads ein dickes Minus – sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz: Obwohl Apple deutlich Marktführer im Tablet-Geschäft ist, kämpft man mit Einbußen: Erstmals seit Langem wurden wieder weniger als 10 Millionen iPads in einem Quartal verkauft. Anders als bei den iPhones, kann Apple hier auch nicht über den Preis gewinnen: 6 Prozent Absatzrückgang sorgen für satte 15 Prozent Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahres-Quartal.

Grundsätzlich hat Apple die eigenen Ansprüche bei den Absatzzahlen nicht erreicht, was zu Sorgenfalten an der Wall Street führt. Die Aktie des wertvollsten, öffentlich gehandelten Konzerns der Welt, legte nach Bekanntwerden der Zahlen einen Satz um 7 Prozent in Richtung Keller hin.

Trotz schöner Zahlen-Fassade schrillen die Alarmglocken in Cupertino. Eine Konsequenz daraus: Künftig wird Apple keine detaillierten Absatzzahlen mehr vorlegen.

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2 KOMMENTARE

  1. „Rund 46,8 Milliarden iPhones gingen in den Sommermonaten über die Ladentheke“
    Da ist wohl ein kleiner Fehler unterlaufen. 😉

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