Qualcomm gegen Apple: Jetzt wird es ernst

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Der amerikanische Chip-Hersteller Qualcomm macht im Rechtsstreit mit Apple auf deutschem Boden ernst und hat die vom Gericht in München geforderte Geldsumme hinterlegt, damit das Verkaufsverbot von iPhones in Deutschland durchgesetzt werden kann.
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Bildquelle: Qualcomm

Der Rechststreit Qualcomm gegen Apple geht in die nächste Runde. Das Säbelrasseln ist vorbei und jetzt wird es richtig eng für Apple in Deutschland. Nachdem das Landgericht München am 20. Dezember 2018 eine Patentverletzung Apples gegenüber Qualcomm bestätigt und ein Verkaufsverbot in Aussicht gestellt hat, hat Qualcomm die nächste und wohl letzte Hürde vor einem Vollzug genommen.

Das Urteil des Landgerichts München verlangt eine Sicherheitszahlung Qualcomms, damit das Urteil vollstreckt werden kann. Sie ist nun von Qualcomm hinterlegt worden. Man habe, so der Chip-Hersteller, Anleihen im Wert von 1,34 Milliarden Euro platziert. Damit ist der Weg für ein umfassenderes Verkaufsverbot frei. Apple hatte schon ab dem Richterspruch keine iPhone 7 und iPhone 8 in den eigenen Apple-Stores mehr verkauft.

Qualcomm meldet weiterhin, dass das Gericht Apple angewiesen habe, auch betroffene iPhones von Drittanbietern zurückzufordern und damit aus dem Verkehr zu ziehen. Weiterhin sollen keine iPhones mehr nach Deutschland importiert werden, die das Patent Qualcomms verletzen.

Diese Apple iPhones sind betroffen

Betroffen von dem Richterspruch sind die iPhone-Generationen ab dem iPhone 7 bis hin zum iPhone X. Apple hat jedoch lediglich die Smartphones aus den eigene Läden entfernt, die die Nummern 7 bis 8 tragen. Konkret soll Apple ein Patent über eine Energiespar-Technologie von Qualcomm verletzt haben. Sie reguliert den Verbrauch des Prozessors und spart somit Strom. Die neueste Generation rund um das Apple iPhone XS ist vom Patentstreit jedoch nicht betroffen.

Schwarzer Tag für Apple

Apple erwischt einen unsanften Start in das Jahr 2019. Gerade in der vergangenen Nacht musste Apple seine Erwartungen für die Umsatzzahlen für das Weihnachtsquartal drastisch nach unten schrauben. Die Anleger nahmen diese Nachricht mit Verkäufen der eigenen Anteile auf. Die Apple-Aktie verlor bis zum späten Nachmittag deutscher Zeit allein in den vergangenen 24 Stunden satte 9,13 Prozent.

Die Schuld an der Miesere liege laut Tim Cook bei der stockenden Wirtschaft in China und dem Akku-Austauschprogram der Amerikaner. Dass diese nach vorne geschobenen Gründe nicht allein an den schlechteren Zahlen schuld sind, hat inside handy gesondert analysiert.

Apple legt Berufung gegen jüngstes Urteil ein

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, nimmt Apple das jüngste Urteil des Landgerichts München aber nicht klaglos hin. Der Hersteller gehe wie erwartet gegen die Gerichtsentscheidung vom 20. Dezember vor, sagte eine Sprecherin am Freitag.

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