Quartalszahlen: Huaweis überraschender Erfolg, LG und Sony dick im Minus

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Menschen surfen im Internet auf ihren Smartphones
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Nach und nach trudeln die aktuellen Quartalszahlen der Handy-Hersteller ein. Vier Produzenten von Android-Smartphones haben in den vergangenen Tagen ihre Berichte vorgestellt. Dazu zählen Huawei, Samsung, LG und Sony, die sich je in komplett unterschiedlichen Situationen befinden.

Das zweite Quartal ist seit knapp einem Monat vorbei. Das bedeutet, dass viele Unternehmen nach und nach ihre aktuellen Geschäftsberichte und -zahlen offenlegen. Unter anderem Apple hat das bereits getan. Nun folgt aber auch ein ganzer Schwung an Herstellern von Android-Handys. Dazu zählen unter anderem Huawei, Samsung, LG und Sony. Sie alle stellten ihre aktuellen Geschäftszahlen aus den vergangenen Monaten vor.

Huawei: Starker Absatz trotz US-Bann

Die größte Überraschung bei Huawei war wohl das Ergebnis des Konsumenten-Bereichs. Dort rechnete man wegen des US-Banns mit Verlusten, selbst innerhalb des Unternehmens. Nun zeigt sich aber: In den ersten zwei Quartals des Jahres 2019 konnte Huawei ein massives Umsatzplus von 23 Prozent verzeichnen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe man im Geschäft mit den Kunden umgerechnet 28,79 Milliarden Euro erzielt. Insgesamt wurden 118 Millionen Smartphones der Marke Huawei und Honor verkauft. Das entspricht einem Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Geschäft mit Smartphones macht nun mehr als die Hälfte des Umsatzes von Huawei aus. Im Business-Bereich und dem Geschäft mit Netzwerktechnik erzielte das Unternehmen „nur“ 4,11 Milliarden beziehungsweise 19,03 Milliarden Euro Umsatz. Gleichzeitig habe sich Huawei eine Marktdominanz in China aufgebaut, berichtet The Verge. Dort kann der Hersteller mit einem Marktanteil von beinah 40 Prozent sehr zufrieden sein.

Samsung: Galaxy-A-Reihe ist wieder ein Kassenschlager

Auch der südkoreanische Hersteller Samsung hat seine Quartalszahlen bekannt gegeben. Sie gelten im Gegensatz zu Huawei aber wirklich nur für die vergangenen drei Monate. In dieser Zeit konnte die Smartphone-Sparte einen Umsatz von 19,62 Milliarden Euro und Gewinne in Höhe von 1,18 Milliarden Euro einfahren. Damit fiel der Profit im Vergleich zum Vorjahr um rund 42 Prozent. Und das, obwohl man insgesamt mehr Smartphones verkaufte und der Umsatz um 8 Prozentpunkte stieg. Der Gewinner war dabei die neue Galaxy-A-Reihe, die sich laut Hersteller sehr gut verkauft. Nicht erst seit 2019; was Samsung an der A-Serie findet, bekräftigte das Unternehmen schon früher.

Weniger gut soll es derweil mit dem Galaxy S10 vorangehen. Das verkaufe sich schlechter als noch das Galaxy S9 im Vorjahr zur gleichen Zeit. Samsung gab jedoch an, im dritten Quartal mit dem Galaxy Note 10 (bestätigt) und dem Galaxy Fold erneut angreifen zu wollen.

LG: Smartphone-Sparte weiter im freien Fall

Wenig überraschend: Der zweite südkoreanische Hersteller auf dem Handy-Markt, LG Electronics, bleibt weiter im roten Bereich. Im zweiten Quartal erreichte man einen Umsatz von umgerechnet 1,22 Milliarden Euro mit den hauseigenen Smartphones. Das entspricht einem Rückgang von rund 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Blick auf das erste Quartal konnte sich LG aber im Zeitraum von April bis Juni um 6,8 Prozentpunkte verbessern.

Für den Konzern LG bleiben die Handys aber ein reines Verlustgeschäft: Insgesamt 237,5 Millionen Euro Verlust fuhr der Hersteller im vergangenen Quartal ein. Als Begründung für die schlechten Zahlen nannte LG Electronics in einer Pressemitteilung „die stagnierende Nachfrage nach Mobiltelefonen und die anhaltend aggressive Preisgestaltung bei chinesischen Marken.“ Man erwarte jedoch eine verbesserte Performance im dritten Quartal aufgrund der Einführung neuer Smartphones und der steigenden Nachfrage nach 5G-Produkten.

Sony: Geplante Verluste und Kostenkürzungen

Beim japanischen Hersteller Sony gab es ebenfalls Verluste zu melden. Die waren prozentual gesehen auf einem vergleichbaren Niveau mit LG: So brach der Umsatz der „Electronics Products & Solutions“-Sparte des Unternehmens, zu der Handys nun gehören, um 15 Prozent ein. Bei den Gesamtzahlen steht Sony jedoch noch schlechter da. So konnte man einen Umsatz von knapp 696 Millionen Euro verzeichnen. Positiv: Sony will weiterhin Kosten einsparen und so seine Smartphone-Produktion rentabler machen.

Bildquellen:

  • Samsung Galaxy-A-Serie: Simone Warnke/inside handy
  • Menschen mit Handys: Adobe Stock
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David Gillengerten
David liebt Technik - insbesondere Games jeglicher Art. Seit 2017 ist er als Redakteur bei inside handy an Bord, davor auch schon als Freier Mitarbeiter. Sein Weg in den Handy-Markt hat ihn über sein liebstes Hobby, die Games-Branche, geführt. Entsprechend beschäftigt er sich auch bei inside handy viel mit Spielen, aber produziert auch die Videos für inside handy, in denen er gerne mal in andere Rollen schlüpft. Seine Lieblingsrolle: Business-Dave. David ist gebürtiger Rheinländer, der im Herzen aber gerne ein Brite gewesen wäre.

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