10 Cent mehr: So viel Porto will die Deutsche Post künftig kassieren

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Ab 2022 will die Deutsche Post Briefe teuer machen. Das Unternehmen hat jetzt vorgestellt, welche Preise ab Januar gelten sollen. Wir zeigen dir, was ein normaler Brief kosten soll und was sich sonst noch ändert.
Briefkasten der Deutschen Post
Briefkasten der Deutschen PostBildquelle: manfredrichter / Pixabay

Fast drei Jahre lang habe man die Preise für Briefe stabil gehalten – nun soll damit Schluss sein. Zum 1. Januar 2022 will die Deutsche Post das Porto erhöhen – „moderat“, wie sie selbst sagt. Grundlage der geplanten Preiserhöhung ist eine heute veröffentlichte beabsichtigte Entscheidung der Bundesnetzagentur. Dabei geht es um ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren für die Genehmigung der Briefpreise für die kommenden drei Jahre. Die Deutsche Post kann danach den Durchschnittspreis aller dem Verfahren unterliegenden Produkte voraussichtlich um 4,6 Prozent erhöhen. Die Post betont, dass dieser Wert in Anbetracht der steigenden Lohnkosten zu wenig sei. Auch die Steigerung der Kosten für den Transport pro Brief durch sinkende Briefmengen sei nicht berücksichtigt, lässt die Post durchklingen.

Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur werden die Produkte Standard-, Kompakt-, Groß- und Maxibrief zum 1. Januar 2022 jeweils fünf Cent teurer. Das heißt, dass dich ein normaler Brief künftig 85 Cent statt bislang 80 Cent kosten wird. Ein Großbrief (bisher 1,55 Euro) wird dann 1,60 Euro kosten. Postkarten werden im Vergleich deutlich teurer – statt bisher 60 sollen es dann 70 Cent sein. Außerdem werden die Preise für das Einschreiben und Einschreiben Einwurf um 15 Cent erhöht auf 2,65 Euro beziehungsweise 2,35 Euro. Auch die Preise für die Bücher– und Warensendung werden um fünf Cent angepasst. Sie kosten dann 1,95 Euro für die „Bücher- und Warensendung 500“ und 2,25 Euro für die „Bücher- und Warensendung 1000“.

Auch beim Nachsendeservice plant die Deutsche Post Änderungen. Er ist für dich relevant, wenn du umziehst und deine Post vorübergehend von der alten zur neuen Adresse geschickt werden soll, bis du alle Absender über die neue Adresse informiert hast. Hier soll der Online-Preis für das 12-Monate-Produkt von 26,90 Euro für Privatkunden auf 30,90 Euro steigen und für Geschäftskunden von 49,90 Euro auf 54,90 Euro. Die Online-Preise für die 6-Monate-Variante bleiben hingegen stabil bei 23,90 Euro (Privatkunden) respektive 39,90 Euro (Geschäftskunden). Neu ist, dass du den 6-Monate-Service künftig auch in der Filiale beauftragen kannst – dann allerdings zu etwas höheren Preisen als online (26,90 und 42,90 Euro).

Portoerhöhung: So teuer sollen die Briefe ab Januar werden

 Porto bishergeplantes Porto ab 2022
Standardbrief0,80 €0,85 €
Kompaktbrief0,95 €1,00 €
Großbrief1,55 €1,60 €
Maxibrief2,70 €2,75 €
Postkarte0,60 €0,70 €
Zusatzleistungen
Prio1,00 €1,10 €
Einschreiben Standard2,50 € zzgl. Briefporto2,65 € zzgl. Briefporto
Einschreiben Einwurf2,20 € zzg. Briefporto2,36 € zzgl. Briefporto
Bücher- und Warensendung
Bücher- und Warensendung 5001,90 €1,95 €
Bücher- und Warensendung 1000 2,20 €2,25 €
Nachsendeservice 6 Monate23,90 € (nur Online)23,90 € Online
26,90 € Filiale
Nachsendeservice 12 Monate26,90 € Online
29,90 € Filiale
30,90 € (nur Online)

Grund für die Preisanpassungen sind Kostensteigerungen durch höhere Lohn- und Transportkosten sowie die in den vergangenen Monaten stark gestiegene Inflationsrate. Auch Pandemie-bedingte Zusatzaufwendungen in den Betriebsstätten und in der Zustellung, die eine sichere Postversorgung für alle Kunden in Deutschland ermöglichen, haben die Deutsche Post mit erheblichen Kosten belastet.

„Mit einem Porto von 85 Cent wird der Standardbrief in Deutschland damit auch weiterhin preislich im unteren Mittelfeld Europas rangieren“, heißt es von der Deutschen Post. Ohnehin seien die Ausgaben für Briefporto pro Haushalt überschaubar. Laut Statistischem Bundesamt liegen sie bei 2,09 Euro pro Monat. Der Grund: Briefe werden kaum noch verschickt. Im Schnitt seien es 10 Briefe pro Person und Jahr.

Portoerhöhung: So geht es jetzt weiter

Voraussichtlich im November wird die Bundesnetzagentur die endgültige Price-Cap-Maßgrößenentscheidung beschließen. Unmittelbar danach will die Deutsche Post die Genehmigung der ab 1. Januar 2022 geltenden Briefpreise bei der Behörde beantragen. Dazu ist sie verpflichtet. Eine Genehmigung erwartet die Post für Anfang Dezember. Die neuen Briefmarken werden ab dem 2. Dezember 2021 in den Postfilialen oder online unter www.deutschepost.de erhältlich sein. Außerdem wird es wieder 5-Cent-Ergänzungsmarken geben, sodass du bereits gekaufte Marken weiterhin nutzen kannst. Alternativ gibt es inzwischen auch die digitale Briefmarke in der Post & DHL App.

Bildquellen

  • Die Sendung mit der Maus gibt`s jetzt auch als Briefmarke: Deutsche Post
  • Briefkasten der Deutschen Post: manfredrichter / Pixabay

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