Ping-Anruf auf dem Handy: Bundesnetzagentur kämpft gegen Betrüger

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Die Bundesnetzagentur hat zum wiederholten Male angeordnet, dass im Mobilfunknetz eine Preisansage davor warnen muss, wenn ein Anruf teuer werden könnte. Nachdem im Dezember 2018 die alte Verordnung ausgelaufen war, überfluten im Januar wieder Ping-Anrufe die Mobilfunknetze.
Mann telefoniert mit Handy
Bildquelle: Telefónica Deutschland

Das Handy klingelt und bis man es aus der Tasche gekramt hat, legte der potenzielle Gesprächspartner bereits auf. Eine Alltagssituation, die meistens mit einem Rückruf weitergeht. Dabei wird in Zeiten von zwölfstelligen Handynummern nicht mehr darauf geachtet, wie die Nummer genau aussieht, wer einen angerufen hat oder ob die Nummer im Festnetz oder aus dem Mobilfunknetz kommt. Genau dieses Verhalten nutzen Kriminelle mit einem Ping-Anruf auf dem Handy aus.

Ping-Anruf auf dem Handy: Das ist die Masche

Mit Ping-Anrufen lässt sich Geld verdienen. Der Anrufer „pingt“ das Opfer mit einem kurzen Anruf an. Dieser ist so kurz, dass das Opfer keine Chance hat, das Telefonat anzunehmen. Für die Opfer wird der Rückruf, den die Kriminellen damit provozieren wollen, sehr teuer. Ping-Anrufe kommen meist von Nummern, die deutschen Festnetz-Vorwahlen ähneln. Ein flüchtiger Blick auf das Display und auf die Nummer reicht oftmals nicht, um die minimalen Unterschiede zu erkennen.

Die Bundesnetzagentur nennt einige Beispiele. So ließe sich „die Vorwahl beispielsweise von Koblenz 0261 leicht mit der Vorwahl von Madagaskar 00261 verwechseln“. Doch es geht noch weiter: „Das Gleiche gilt zum Beispiel für die Vorwahlen von Rostock 0381 und Dortmund 0231, die an die Vorwahlen von Serbien 00381 und Liberia 00231 erinnern“.

Bundesnetzagentur ordnet kostenlose Preisansagen an

Die Bundesnetzagentur hat im Januar nach eigenen Angaben fast 14.000 Beschwerden wegen Ping-Anrufen registriert. Mit der neuerlichen Maßnahme gegen diese Abzocke versucht die Bundesnetzagentur nun zum wiederholten Male gegenzusteuern. Dabei werden die Anbieter am Markt dazu verpflichtet, eine kostenlose Preisansage bei Anrufen zu gewissen Vorwahlen zu schalten. Die Regel gilt für Netzbetreiber wie die Telekom, Vodafone oder Telefónica, aber auch virtuelle Anbieter wie Drillisch. Darin muss klargestellt werden, dass der Anrufer „gerade eine ausländische Rufnummer anruft“. So sollen die Verantwortlichen deutlich machen, dass der Anruf für den Nutzer „ab dem Signalton mit hohen Kosten verbunden sein kann“.

„Wir schützen Mobilfunkkunden vor den Folgen telefonischer Belästigung und schieben den Ping Anrufen einen Riegel vor“, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die Beschwerdeentwicklung 2018 hat gezeigt, dass die Preisansagepflicht ein effektives Mittel ist, Pingwellen einzudämmen“, sagt Homann. „Preistransparenz schützt Verbraucher am besten vor unbedachten Rückrufen. Rufen die getäuschten Verbraucher zurück, können sie das Gespräch abbrechen, ohne dass Kosten entstehen.“ Wie die Bundesnetzagentur gegenüber inside handy erklärte, gilt die Maßnahme nicht wie 2019 für ein, sondern direkt für drei Jahre.

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2 KOMMENTARE

    • Hallo Jim,

      das hängt davon ab, bei welchem Mobilfunkanbieter du unterwegs bist, welchen Tarif du hast und in welches Land man anruft.

      Es ist am besten, du schaust mal bei deinem Anbieter in die Preisliste.

      Viele Grüße aus der Redaktion

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