Oppo, das neue Huawei?

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Huawei machte es vor – sogar gleich zweimal. Dann kam Xiaomi und wiederholte die Geschichte. Ist jetzt die Zeit für den in Deutschland (noch) weitgehend unbekannten Hersteller Oppo gekommen? Wird man sich als Nutzer eines Android-Smartphones bald zwischen einem Galaxy und einem Reno oder Find entscheiden? Ein Kommentar.
Oppo Find X2 Pro im Test

Es gab eine Zeit, und diese Zeit ist noch gar nicht so lange her, da hat Huawei Top-Smartphones mit Spitzentechnik zu einem fairen Preis auf den Markt gebracht. Im Laufe der Zeit wurde das Unternehmen hierzulande bekannter. Mit dem Bekanntheitsgrad stiegen auch die Preise für neue Smartphone-Modelle. Ein Beispiel: Kostete das Huawei P9 Plus, 2016 das Spitzenmodell, zum Marktstart rund 700 Euro, verlangt der Hersteller für sein aktuelles Flaggschiff, auf dem noch nicht einmal alle gängigen Android-Apps laufen, 1.000 Euro.

Huawei erkannte schnell, dass man, wenn man sich erst einmal einen Namen gemacht hat, ordentlich an der Preisschraube drehen kann, bevor der reiche deutsche Nutzer abspringt. Nicht nur in diesem Aspekt hat sich der Konzern etwas von Apple abgeguckt. Doch das ist eine andere Geschichte.

Huawei wiederholt die Geschichte

Dann, einige Zeit später, machte Huawei das Gleiche noch einmal. Es wurde die Marke Honor gegründet und das Spiel begann von vorne. Insbesondere zu Beginn war Huawei darauf aus, dass die eigene Tochtergesellschaft nicht mit der mächtigen Mutter in Verbindung gebracht wird. Warum? Um eine neue Marke und nicht nur ein Branding eines bestehenden Unternehmens zu schaffen. So konnte man erneut günstige und gute Smartphones in den Markt drücken, um später die Preise anzuziehen. Wie bei einer Retortenband wurden hier zunächst Bauteile der Hauptmarke ausgeliehen und neu zusammengeklebt. Später wurde Honor zwar etwas selbstständiger, doch die Preise – na, was wohl? – stiegen, richtig. Kostet das Honor 6 einst 300 Euro mussten Käufer des noch halbwegs aktuellen Honor 20 Pro schon 600 Euro berappen.

Xiaomi und das vergangene Billig-Image

Als Huawei die Preise anzog, galt Xiaomi als neuer Hersteller von gut ausgestatteten aber sehr günstigen Smartphones. Das Xiaomi Mi 9 etwa, das 2019 in den Handel kam, gab es schon für 450 Euro. Xiaomis neuestes Smartphone-Wunderwerk kostet 1.000 Euro. Auch hier baute sich ein Unternehmen zunächst einen hohen Bekanntheitsgrad auf, um dann zuzuschlagen. Ganz ähnlich liest sich im übrigen auch die Geschichte von OnePlus. Es wird also Zeit für einen neuen Preis-Leistungs-Champion.

Oppo, das neue Huawei?

Und nun stelle ich die Frage aus der Schlagzeile erneut: Kann Oppo das neue Huawei werden? Das Unternehmen ist nicht neu, hat jahrelange Erfahrung auf dem chinesischen Markt und gehört wie OnePlus, Realme und Vivo zu BKK Electronics – einem der fünf größten Smartphone-Hersteller der Welt. In Deutschland beginnt man derzeit damit, den Handy-Markt aufzumischen – etwa mit dem Oppo A91. Im Übrigen ein sehr gut ausgestattetes Smartphone für einen sehr niedrigen Preis.

Auch wenn sich die eingangs gestellte Frage noch nicht beantworten lässt, gibt es viele Hinweise, die darauf hindeuten, dass man sie mit einem „ja“ beantworten kann. Zumal Huawei aufgrund der US-Sanktionen in Schieflage geraten ist. Immer mehr Nutzer lassen also die Finger von Huawei-Handys und suchen auch nach Alternativen zu einem Samsung Galaxy. Mit einem Oppo Reno, Find oder auch konkret mit dem Oppo A91 finden sie diese demnächst wohl auch. Übrigens inklusive aller Google-Dienste.

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6 KOMMENTARE

  1. Riecht Ihr den Braten nicht?
            Das ist CORPORATE CHINA.
    In breiter Front gegen den Rest der Welt.
    Besonders Apple soll sich schon einmal sehr warn anziehen…
    Mit freundlichen Grüßen

    • Das ist auch gut so! Wenn es die Chinesen nicht gäbe, würden wahrscheinlich Apple und Samsung noch unverschämtere Preise verlangen.

  2. Das Gleiche war doch früher auch mit Samsung so. Günstige Gute Handys früher als Newcomer auf den Markt gebracht, danach schnell an der Preisschraube nach Oben gedreht, als man merkte, daß Alle die Handys gekauft haben. Als es dann Günstige Gute Handys von Anderen Herstellern gab kam der Einbruch von Samsung. Jetzt kommt man wieder preislich dem Kunden entgegen.

  3. Also ich finde diese Diskussionen bezüglich Preise echt lächerlich. Sicher hat ein Huawei P9 damals nur knapp 700 Euro gekostet. Aber zu dieser Zeit hat ein iPhone 7 Plus mit 128 GB auch gerade mal 890 Euro gekostet. Heute liegt ein iPhone 11 pro Max bei knapp 1400 Euro und ein Huawei bei knapp 1000 Euro. Man hat doch heute ganz andere Hardware, grössere Displays, grössere Akkus, mehr RAM und Speicher. All das kostet doch auch Geld. Lächerlich wenn man mit Preisen kommt die von 2016 sind. Auch eine Playstation, Xbox und co werden mit jedem neuvorstellung teurer. Hört doch bitte alle mal auf ständig die Preiserhöhungen zu kritisieren. Man möchte immer bessere Hardware, 90 oder 120 Hz Displays, mehr Akku und Speicher. Immer noch bessere Kameras Wireless charging, usw usw….das gibts bestimmt nicht kostenlos. Ist doch klar das die Gräte teurer werden.

    • Ich kann Francesco voll beipflichten. Der Aufschwung der Hardware muss zwangsläufig die Kosten steigern lassen. Wir als Kunden sollten einfach einmal ein Smartphone ein Jahr länger benutzen. Dann wird die Preisschraube sich vielleicht etwas langsamer drehen.

  4. Ein Hersteller macht die Preise, die er glaubt erzielen zu können und die Kunden entscheiden, ob sie’s für diesen Preis kaufen oder nicht. Das Ganze nennt sich Markt bzw. Wettbewerb. Was ist daran so aufregend? Gibt ja auch einige Mittelklasse-Smartphones und wer mit denen leben kann, zahlt auch nur die Hälfte.

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