O2 verkauft mehr als 10.000 Sendemasten: Das sind die Folgen

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Die O2-Mutter Telefónica Deutschland hat ihre Sendemasten verkauft. Für 10.100 Standorte bekommt O2 1,5 Milliarden Euro. Doch was bedeutet das für das O2-Netz? Und wer ist der Käufer der Masten, die bisher Telefónica gehörten?
O2-Logo an einer Ladenfront
O2-Logo an einem Shop.Bildquelle: EKH-Pictures / Adobe Stock

Etwa 10.100 Mobilfunkstandorte werden zu einem Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro an die Infrastrukturgesellschaft Telxius Telecom übertragen. Die aktive Funktechnik an den übertragenen Standorten verbleibt im Eigentum von Telefónica Deutschland und wird weiterhin zum Betrieb des Mobilfunknetzes genutzt. Die betroffenen O2 Masten befinden sich zum allergrößten Teil auf Gebäudedächern.

In den kommenden vier Jahren wird Telxius im Rahmen der Transaktion insgesamt 2.400 weitere Standorte erschließen. Die dort errichteten Flächen mietet Telefónica Deutschland dann an. Auf ihnen baut der Netzbetreiber dann Technik für das O2 Netz aus.

Auch wenn die Flächen nicht mehr direkt der deutschen Telefónica gehören, so bleiben sie doch in der Familie. Die spanische Telefónica S.A. ist mittelbar mit 69,2 Prozent an der Telefónica Deutschland Holding AG beteiligt und hält zugleich indirekt eine Mehrheitsbeteiligung an Telxius mit 50,01 Prozent. Weitere Eigner der Telxius sind KKR & Co. Inc. und Pontegadea Inversiones S.L. mit einem jeweiligen mittelbaren Anteil von 40 Prozent und 9,99 Prozent.

Sender bleiben bei O2

Die aktive Technik und somit die Sender selbst bleiben im Besitz von Telefónica Deutschland. Der Betreiber des O2-Netzes muss nun der Telxius für die Nutzung der Standorte aber eine Miete zahlen.

Der Deal über die O2 Masten sieht auch langfristige Mietverträge für den Zugang zu wichtigen Standorten auch für den in diesem Jahr anlaufenden Ausbau des 5G-Netzes vor. Darüber hinaus stelle die Transaktion insbesondere sicher, dass Telefónica Deutschland für den weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur mit Telxius einen kompetenten Partner gewonnen habe, heißt es von Telefónica. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden, insbesondere der des Bundeskartellamtes.

Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas sind in dem Verkauf einen Gewinn. „Dies ist eine der größten und wichtigsten Transaktionen in der Geschichte von Telefónica Deutschland“, lässt er sich in der Presseinformation zitieren. „Wir verfolgen einen klaren Kurs, der auf unserer Wachstumsstrategie basiert. In ihrem Rahmen bildet die weitere Verbesserung der Qualität des O2 Netzes für unsere Kunden insbesondere in der Fläche einen Schwerpunkt“, so Haas.

O2-Masten-Verkauf soll 1,5 Milliarden Euro bringen

2.350 Mobilfunkmasten auf freiem Land hatte Telefónica schon vor einigen Jahren an Telxius verkauft. Der jetzt angepeilte Verkauf soll 1,5 Milliarden Euro in die Kassen spülen.

Dass die Masten und Standorte einer anderen Firma gehören als die aktive Sendetechnik, ist nicht ungewöhnlich. Die Deutsche Telekom hat ihre Masten beispielsweise in die Deutsche Funkturm (DFMG) ausgelagert. Diese Firma gehört ihr direkt. Sie bietet aber auch die Standortvermietung an andere Netzbetreiber oder Behörden an. Auf die Netzqualität hat ein solcher Verkauf also keine direkten Einflüsse.

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1 KOMMENTAR

  1. Wir könnten jetzt lesen, dass der Deal keine Auswirkungen auf die Sendetechnik hat. O.k. Das sind die Nicht-Folgen.
    Aber zurück zum Thema: Was sind denn nun die Folgen?
    Ist das ein Steuersparmodell?
    Dient die Eigentumsverschiebung von einer deutschen Firma (Telefónica Germany GmbH & Co. OHG) an eine spanische Firma (Telxius Telecom SA) dem Umstand, dass die Erlöse der Mastenvermietung künftig in Spanien versteuert werden?
    Sind die Masten wirklich „nur“ 1,5 Mrd wert? Wird hier der Mutterkonzern Telefonica SA begünstigt?
    Ich würde gerne etwas über die Folgen erfahren, das über die Aussage „O2 muss kunftig Miete bezahlen“ hinaus geht.

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