O2 verspricht 10.000 neue LTE-Sender für 2019

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Abschluss der Netzintegration von E-Plus und der Ausstieg aus dem eigenen Festnetzgeschäft: O2 blickt auf das Jahr 2018 zurück. Die gesteckten Ziele des Geschäftsjahres habe man erreicht. Vor allem bei Handyverträgen habe man punkten können. Doch ist wirklich alles so rosig? Und was macht der LTE-Ausbau?
Das O2-Logo auf einer Wand.
Bildquelle: O2

Die Integration von E-Plus sei im Wesentlichen abgeschlossen, heißt es von Telefónica Deutschland beim Blick auf das Geschäftsjahr 2018. Der Prozess hatte den Anbieter deutlich länger als geplant in Atem gehalten und den Ausbau des LTE-Netzes blockiert. Dennoch sei es gelungen, die Umsatzerlöse bereinigt um Regulierungseffekte um 0,9 Prozent zu steigern. Ausschlaggebend dafür sei das starke Endgerätegeschäft gewesen. Zudem habe O2 eine „anhaltend gute Nachfrage nach Mobilfunktarifen mit großen Datenvolumina“ festgestellt, wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt. O2 bietet unter den deutschen Netzbetreibern die Verträge mit den größten Inklusiv-Volumen an.

279.000 neue Vertragskunden alleine im Weihnachtsgeschäft

Telefónica Deutschland steigerte 2018 die Zahl der Vertragskunden-Anschlüsse im Mobilfunk um mehr als 1 Million. Alleine im vierten Quartal habe man 279.000 Vertragskunden hinzugewinnen können. Pro Tag kamen in diesem so wichtigen Quartal also rechnerisch 2.305 neue Vertragskunden zu O2. Zum Jahresende belief sich die Zahl der Mobilfunkanschlüsse auf 45,256 Millionen, 22,639 Millionen mit einem Vertrag. Damit bleibt Telefónica Deutschland nach eigenen Angaben gemessen an der Zahl der Menschen, die ihr Netz nutzen, die Nummer eins im deutschen Markt.

Doch es lohnt sich, einen Blick hinter die Zahlen zu werfen. Zwar wuchs das Vertragskundengeschäft siebenstellig, doch die Zahl aller Mobilfunkanschlüsse fiel im Jahresvergleich. Ende 2018 waren 662.000 Anschlüsse weniger im Netz aktiv als zum Vorjahreszeitpunkt. Der Grund: Im Prepaid-Geschäft hat O2 binnen zwölf Monaten 1,67 Millionen Kunden verloren, alleine im Weihnachtsquartal waren es 412.000. Der Anbieter führt das auf die seit 2017 geltenden Regeln bei der Legitimierung neuer SIM-Karten zurück.

Datenwachstum im Mobilfunk-Netz um 49 Prozent

Der Datenverkehr im Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland wuchs 2018 erneut deutlich. Das Wachstum habe 49 Prozent betragen. 622.300 Terabyte verschickten oder empfingen die Kunden im gesamten Jahr. Im Schnitt nutzten Vertragskunden von O2 im vierten Quartal bereits 4,1 Gigabyte monatlich und damit 47 Prozent mehr Datenvolumen als im Vorjahreszeitraum, berichtet der Anbieter.

Nachdem O2 beim LTE-Ausbau lange auf der Handbremse stand, geht es nun offenbar voran. 6.700 Sender haben 2018 LTE bekommen. Sie versorgen 5,5 Millionen Menschen auf einer Fläche, die so groß sei wie Niedersachsen, rechnet der Netzbetreiber vor. Bei der Anbindung der Sender setzt O2 verstärkt auf Glasfaserleitungen. O2 hat dazu zahlreiche Kooperationen mit Unternehmen geschlossen, die die Leitungen verlegen. Unter anderem dabei: Unitymedia und die Deutsche Telekom.

Die O2-Kundenzahlen im Überblick

Jahresbilanz 2018 von Telefónica Deutschland
Jahresbilanz 2018 von Telefónica Deutschland

7,32 Milliarden Euro Erlös

Ein Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung: Telefónica Deutschland verzeichnete für 2018 einen Umsatzerlös von 7,32 Milliarden Euro, was einem leichten Wachstum von 0,3 Prozent entspricht. Wie üblich verweist der Anbieter dabei auf regulatorische Effekte, die Einfluss auf das Ergebnis gehabt haben. Dabei denkt er an die gesunkenen Terminierungsentgelte und die Abschaffung der Roaminggebühren für Endkunden. Ohne diese Effekte wäre der Erlös um 0,9 Prozent gewachsen. Besonders stark wuchs das Geschäft mit Mobilfunk-Hardware (12,8 Prozent), einen Umsatzrückgang gab es im Festnetz mit 11 Prozent.

Dank des Umsatzwachstums und Synergien aus der Fusion mit E-Plus erwirtschaftete Telefónica Deutschland ein höheres Betriebsergebnis als im Vorjahr. Das um Sonder- und Regulierungseffekte bereinigte EBITDA stieg im Geschäftsjahr um 5,3 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Die Investitionen (CapEx) stiegen um 1,7 Prozent auf 966 Millionen Euro. Damit betrugen die Investitionen 13,2 Prozent der Umsatzerlöse.

10.000 neue LTE-Sender in 2019 geplant

„Nach Abschluss der größten Fusion in der europäischen Mobilfunkgeschichte verfügen wir über das modernste Netz Deutschlands und sind besser aufgestellt als je zuvor“, resümiert der Chef von Telefónica Deutschland, Markus Haas. Sein Vertrag mit dem Unternehmen wurde gerade erst verlängert. Im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen seine Mehrmarken- und Mehrkanalstrategie fortsetzen. Einen weiteren Preisverfall erwartet O2 nicht, weder im Premium- noch im Discounter-Markt. Auch der Unternehmensumsatz soll stabil bleiben.

Die Investitionen dürften 13-14 Prozent der Umsatzerlöse betragen. Das Geld fließt vor allem in den Aufbau neuer LTE-Sender. Alleine in 2019 will O2 nach eigenen Angaben 10.000 weitere Sender aufbauen.

Eine Million neue Festnetz-Kunden

Bei den Festnetzkunden konnte Telefónica Deutschland seit der Mitte des Jahres wieder Wachstum verbuchen. Im vierten Quartal stieg die Zahl der Anschlüsse für zu Hause gegenüber Ende September um 1,2 Prozent auf 4,27 Millionen. Die positive Entwicklung ergab sich vor allem durch die wachsende Nachfrage nach VDSL-Anschlüssen.

Das Festnetzgeschäft verbuchte 2018 einen Umsatz von 767 Millionen Euro, was einem Rückgang von 11 Prozent entsprach. Hier machte sich im Vorjahresvergleich insbesondere noch der Ausstieg aus dem Wholesale-DSL-Geschäft bemerkbar. Im ersten Quartal 2017 stellte O2 seinen Mitbewerbern noch 562.000 Anschlüsse aus eigener Technik bereit und konnte so Umsätze erzielen. Unter anderem bedingt durch den Nahbereichsausbau der Telekom mit VDSL Vectoring war O2 aber gezwungen, diese Technik abzubauen. Im dritten Quartal 2018 war kein Kunde mehr auf dieser Wholsesale-Basis geschaltet.

Quellen:

  • Telefónica Deutschland

Bildquellen:

  • O2 Logo: O2
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Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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1 KOMMENTAR

  1. Das O2 Netz ist auf dem Land eine Katastrophe. Bin nun diesen Sommer endlich aus dem Vertrag raus und wechsel zur Telekom. Vorbei sind die Zeiten des E-Empfang oder mal mit viel Glück 3G. Nördliches Unterfranken.

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