O2-LTE-Netzausbau: So entgeht der Mobilfunker einer Strafe

3 Minuten
Das verpflichtende Ausbauziel Ende 2019: Verfehlt. Die Nachbesserungsfrist Ende Juni: Verfehlt. Dennoch entgeht O2 einer Strafe, wie der Anbieter nun im Rahmen seiner Bilanzzahlen für das erste Halbjahr 2020 mitteilt.
Das O2-Logo auf einer Wand.
Bildquelle: O2

Telefónica Deutschland, also jene Firma, die hinter dem O2-Netz steht, spricht vor dem Hintergrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie von einem „robusten ersten Halbjahr“. Der Umsatz sei gewachsen – auch weil die Kunden nach Festnetzgeräten und -tarifen gefragt hätten. Telefónica ist sich sicher, dass man den einst gegebenen Umsatz- und Ergebnisausblick für das laufende Jahr halten kann und bestätigt ihn. Dennoch werde man die Auswirkungen der Pandemie weiter beobachten.

Interessant ist eine Äußerung zum Netzausbau. So heißt es: „Beim Netzausbau ist Telefónica Deutschland trotz der Pandemie auf Kurs, seine Ausbauziele zu erreichen.“ Das ist insofern bemerkenswert, als dass man vor einigen Wochen noch sagte, dass man wegen der Pandemie die Nachbesserungsfrist der Bundesnetzagentur nicht erreichen werde. Hier ging es um die Auflage, bis Ende Juni mehr als 3.000 neue LTE-Sender zu errichten, um zumindest ansatzweise die weit verfehlten Auflagen zum Ende 2019 zu erfüllen.

3.070 neue LTE-Standorte

Jetzt habe der Anbieter kürzlich diesen wichtigen Meilenstein erreicht, teilte man mit. Seit Jahresbeginn hat er 3.070 „flächenwirksame Mobilfunkstandorte“ errichtet und damit mehr als vierzig Prozent der von der Bundesnetzagentur für dieses Jahr veranschlagten 7.600 Standorte. Damit hat das Unternehmen in diesem Jahr etwa 5 Millionen Menschen in Deutschland zusätzlich mit 4G versorgt. Und man entgeht wohl einer Strafe.

Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den Aufbau eines 5G-Netzes auf Hochtouren, heißt es aus München. Die Investitionen beliefen sich im ersten Halbjahr auf 475 Millionen Euro, wobei die mit der ‘Investment for Growth‘-Strategie geplanten Investitionen im weiteren Jahresverlauf weiter ansteigen werden. O2 erwartet aber, dass COVID-19 durch die Einschränkungen im Frühjahr einen Einfluss auf die Kapitalinvestitionen in diesem Jahr haben wird.

So haben sich die O2-Quartalszahlen entwickelt

Noch ein Blick auf die Kundenzahlen: Im Mobilfunk setzte sich das Wachstum bei den Vertragskundenanschlüssen auch während der Corona-Pandemie fort. 463.000 Verträge kamen hinzu, davon 235.000 allein im zweiten Quartal. Die meisten seien auf die Kernmarke O2 entfallen. 78.000 SIM-Karten arbeiten aber auch in der rein automatischen Datenübertragung, also im M2M-Bereich. Auffällig: Die Kündigungsrate ist zurückgegangen. Auch das führt O2 auf die Corona-Auswirkungen zurück. Insgesamt versorgte Telefónica Deutschland Ende Juni 43,5 Millionen Anschlüsse mit Mobilfunk. Davon steckten 42,2 Millionen SIM-Karten in Smartphones, Tablets und Wearables.

Auch im Festnetzgeschäft setzte sich das Wachstum fort. Die Zahl der Breitbandanschlüsse stieg im Halbjahr um 3,8 Prozent auf 2,25 Millionen, was vor allem an der höheren Nachfrage nach VDSL-Anschlüssen lag.

Am Ende entwickelte sich der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr „robust“. Er erhöhte sich in den ersten sechs Monaten um 2,0 Prozent auf 3,64 Milliarden Euro. Allerdings: Im Kerngeschäft Mobilfunkservice verlor man 0,5 Prozent Umsatz. Der Grund: Geringere Roaming-Aktivität und weniger Prepaid-Aufladungen. Ohne die genannten Effekte hätte sich laut O2 ein Plus von 1,8 Prozent ergeben.

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1 KOMMENTAR

  1. Keine Strafe…
    Hoffentlich wird das dort nun gesparte Geld auch wirklich für den Ausbau verwendet!!!
    Wir haben bei uns hier im Moment nur 5 Mbit/s!!!
    Das war ja wohl nix!

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