O2-Kunden telefonieren künftig automatisch per Satellit: Das steckt dahinter

3 Minuten
Der Netzausbau bei O2 geht weiter – jetzt sogar per Satellit. Einzelne Basisstationen will O2 künftig übers All erschließen. Außerdem startet jetzt der 5G-Netzausbau in der Fläche. Dabei kommen auch weitere Frequenzen zum Einsatz.
O2 Logo an einem Shop mit Fahnen
Bildquelle: ThePhotoFab/Shutterstock.com

O2 will ab sofort an Mobilfunkstandorten in schwierig zu erschließenden Regionen Satellitenverbindungen nutzen. Dabei greift Telefónica Deutschland als Betreiber des O2-Netzes auf Satellitenverbindungen von Intelsat zurück. Damit könne man diese Gegenden mit Mobilfunk versorgen „und Anlagenstandorte zuverlässig mit dem Kernnetz verbinden“, heißt es von O2.

Die betreffenden Standorte liegen „in geographisch oder topographisch herausfordernden Orten“. Nach Angaben von Telefónica lassen sich diese Sendemasten über traditionelle Technologien wie Richtfunk oder Glasfaser entweder gar nicht anbinden, oder aber nur unter einem sehr hohen Aufwand. Eine Anbindung an das Netz ist aber erforderlich, um Gespräche und Datenverkehr überhaupt zu ermöglichen.

Der Satelliten-Betreiber Intelsat ist seit jeher auf Kommunikationssatelliten spezialisiert und bietet ein “CellBackhaul”-System an. Mit diesem System könne O2 nun die Signale der Mobilfunkanlagen mit geostationären Satelliten austauschen. Die Satellitenverbindung stellt demnach garantierte Datenübertragungsraten von 50 Mbit/s zur Verfügung. Damit ermöglicht die Anbindung nicht nur eine Versorgung mit Sprachtelefonie, sondern auch mit Datendiensten per LTE.

Dadurch sei es in der Folge möglich, auch sehr abgelegene Orte per Datendienst zu steuern oder zu überwachen. Als Beispiele nennt O2 verteilte Feuchtigkeits- oder Luftgüte-Sensoren in einem großen und schwer zugänglichen Forstgebiet. Natürlich profitieren aber auch beispielsweise Wanderer davon, wenn die Netzabdeckung in der Fläche besser wird. Du als Kunde merkst im Idealfall nichts davon, dass deine Verbindung übers All zustande kommt. Da es sich um eine Anbindung im Kernnetz handelt, funktioniert auf deinem Handy alles wie gehabt.

O2 startet 5G-Ausbau in der Fläche

Gleichzeitig gibt O2 bekannt, dass der Netzausbau von 5G jetzt auch in der Fläche startet. Dabei kommen neue Frequenzen zum Einsatz, die zwar eine große Flächenabdeckung aber weniger Kapazität als die bisherigen Sendemasten bieten. Rund 3.900 5G-Antennen funken bereits auf 3,6 GHz im O2 Netz. Diese bieten mehrere hundert Megabit. Das Netz betreibt O2 unter anderem in Städten wie Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf, Essen, Köln, Stuttgart, Mainz, Frankfurt, Wiesbaden, Hannover und Leipzig.

Mit dem weiteren Schritt und dem 5G-Ausbau in kleineren Städten und ländliche Regionen hat O2 nach eigenen Angaben bereits jetzt rund 2.000 5G-Antennen live geschaltet. Die nutzen Frequenzen um 700 MHz und 1800 MHz. Bei 1800 MHz setzt O2 auf die bei 5G in Deutschland vorwiegende Dynamic Spectrum Sharing-Technologie, die Vodafone und Telekom schon lange einsetzen. Die 700-MHz-Frequenzen nutzt O2 indes exklusiv für 5G.

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8 KOMMENTARE

  1. Paul

    Das o2-Netz ist in manchen Gegenden mittlerweile deutlich besser als die Telekom. Ich bin selber überrascht, aber in letzter Zeit hat sich ländlich bei o2 extrem viel getan. In den Ballungsräumen und Großstädten waren E-Plus und o2 sowieso immer stark.

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  2. Heinz Multhaup

    Ich habe kein) 02

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    • Tom

      Und wen Interessiert das ? 🤔

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  3. The

    Ich habe das o2 Netz verlassen weil es eine EDGE world war. Störungen über Wochen nicht abgestellt sehr schlechte Downloads.

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  4. Peter

    Moin

    Hier in Cuxhaven ist das Netz von O2 hervorragend selbstverständlich im 5 G Bereich

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  5. Andreas

    Dann soll das auch endlich gemacht werdem das Lte per Satellit, es gibt immer noch genug Waldgebiete in Meckkenburg wo nur ein schwaches Edge von O2 kommt, und nicht nur darüber reden sondern sofort freischalten.

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  6. Frei

    O2 wurde durch Übernahme von Eplus der größter Anbieter.
    Und konnte durch Standort Optimierung und neue Frequenzen deutlich bessere Versorgung erreichen.
    Früher war o2 oft der schlechtester. Besonders in ländlichen Gebieten. Auch bedingt durch Zuteilung von den höheren Frequenzen mit kürzeren Reichweiten.
    Aber mit neuen LTE und besonders bei G5 Frequenzen fallen diese Nachteile weg.
    Bin mit o2 zufrieden. Auch gute Internetanbindung mit meistens 50 MB, in Citys.
    Wie es auf dem Lande aussieht, weiß ich aber nicht. In Grenzgebieten gibt es immer noch Funklöcher.

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  7. Frei

    Aber Telefonie via Satellit?
    Wie sieht es dabei mit Latenz- Verzögerungen durch die Signallaufzeiten?

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